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   Krankenhaus / Arztpraxen usw.
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   Autor  Beitrag: Krankenhaus / Arztpraxen usw.  (Gelesen: 943 mal)
 Husky_Heinz
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Krankenhaus / Arztpraxen usw.
( Datum: April 29th, 2023 um 11:14:59am)
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Hallo zusammen,
ich wurde gefragt wie es mit der Versorgung von Krankheiten wenn man einen Arzt aufsuchen muss.
Gibt es nur in Anchorage und in Fairbanks Krankenhäuser oder auch in anderen Städten von Alaska.
Wie schaut es mit Arztpraxen aus in Alaska.
Denke währe nicht schlecht wenn man hier ein paar Infos zusammen tragen könnte.
Gruß Husky_Heinz

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Husky_Heinz
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Re: Krankenhaus / Arztpraxen usw.
(Antworten #1 Datum: April 29th, 2023 um 12:20:09pm)
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Hallo Heinz,
deinen Vorschlag finde ich sehr gut.


Hier schon mal ein paar allgemeine Infos, die einige Aspekte der Gesundheitsversorgung in Alaska/Yukon besser beleuchten können.
÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷
Gesundheit
Die medizinische Versorgung ist in den USA generell sehr gut. Das medizinische Netz wird in den abgelegenen Regionen Alaskas selbstverständlich deutlich geringer und es sind unter Umständen große Entfernungen bis zum nächsten Krankenhaus zurückzulegen, eventuell sogar per Flugzeug! Die zentrale Notrufnummer in den USA lautet 911.
÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷
Ärzte, Apotheken, Versicherungsabkommem, ...... hier in diesem Link.
Die Beratung in den Pharmacies der Drugstores & Supermärkte ist oft durchaus kompetent. (Eigenerfahrung bei einer Ellbogenverletzung 2020)

http://www.alaska-info.de/reiseplan/alaska-reisetipps-aerztliche-versorgung.shtm

÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷

"Medizin nördlich des Polarkreises"
Hier am Beispiel eines Aufenthaltberichts einer dt. Ärztin inkl. einem wichtigen Auszug :

"Fairbanks gilt zwar als Metropole des nördlichen Alaska, die Stadt hat jedoch nur rund 30 000 Einwohner. Eine hochspezialisierte medizinische Versorgung ist dort nicht möglich. Patienten, die eine solche Behandlung benötigen, müssen nach Anchorage oder mitunter sogar nach Seattle im US-Bundesstaat Washington gebracht werden."

https://www.aerzteblatt.de/archiv/521/Gesundheitsversorgung-in-Alaska-Medizin-noerdlich-des-Polarkreises

÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷

Wie sieht es mit medizinischer Versorgung auf Kreutzfahrtschiffen aus ?  
Hier als Beispiel die Info der Royal Caribbean.

https://www.royalcaribbean.com/deu/de/faq/questions/medical-services-onboard-regulations



Allzeit gesunde Reise
Swabian Snowdog


P. S.
Im Yukon in Dawson City gibt es nur so etwas wie einen "Medizinischen Schwerpunkt".
Wer eine Klinik braucht, muß nach Whitehorse !

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Letzte Änderung: Snowdog - April 29th, 2023 um 1:21:10pm
 Juchu
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Re: Krankenhaus / Arztpraxen usw.
(Antworten #2 Datum: April 30th, 2023 um 1:23:47pm)
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Super - danke für Eure Mühe und ein schönes, verlängertes Wochenende.

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 Peter_Kamper
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Re: Krankenhaus / Arztpraxen usw.
(Antworten #3 Datum: Mai 3rd, 2023 um 12:35:03am)
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Es wurde geschrieben:
"Fairbanks gilt zwar als Metropole des nördlichen Alaska, die Stadt hat jedoch nur rund 30 000 Einwohner. Eine hochspezialisierte medizinische Versorgung ist dort nicht möglich. Patienten, die eine solche Behandlung benötigen, müssen nach Anchorage oder mitunter sogar nach Seattle im US-Bundesstaat Washington gebracht werden."
-----
Hierzu ein paar Infos:
Erst einmal hat Fairbanks knapp 100.000 Einwohner. Die 30.000 Einwohner beziehen sich auf die Stadtgrenze, die recht eng gezogen ist. Selbst groessere Einkaufszentren wie Fred Meyers liegen ausserhalb der Stadtgrenze.
Selbst die meisten Buschdoerfer in Alaska haben gute Moeglichkeiten zur Nothilfe.
Ich denke also, dass zumindest in Alaska die Idee einer Unterversorgung eher unwahr ist. In Fairbanks gibt es viele spezialisierte Ärzte und auch das ‘Fairbanks Memorial Hospital’, das einen eher guten Ruf hat.
https://www.foundationhealth.org/patients_and_visitors/our_campuses/fmh~2
Dazu gibt es auch hervorragend Praxen in Fairbanks. MIR’s und ähnliches ist selbstverständlich vorhanden.
Im schlimmstem Falle werden Patienten wie oben gesagt fuer spezielle Operationen oft trotzdem nach Anchorage oder nach Seattle ausgeflogen.
Anchorage hat ebenfalls ein hervorragendes Hospital, das unter Anderem auf Krebs, Neurology und Trauma Notfälle ausgelegt ist.
https://www.providence.org/locations/ak/alaska-medical-center?ls=location&y_source=1_OTU3NTY4Ni03MTUtbG9jYXRpb24ud2Vic2l0ZQ%3D%3D  
-
Natürlich lauert in unserem weitem Land nicht hinter jedem Baum ein Arzt, aber die Expertise und Pflege in Städten ist wirklich gut.
Ein Flug nach Seattle zur (z.B.) der dortigen Mayo-Klinik fuer hoch komplizierte Prozeduren dauert einschliesslich örtlichen Transporten von Fairbanks oder Anchorage aus allerdings mindestens 6 Stunden. Ob man hochspezialisierte Krankenhäuser in D schneller erreicht, weiss ich Weise nicht.
In Alaska gibt es auch spezialisierte Fluggesellschaften, die Leute aus Buschdörfern abholen und zum jeweiligem Hospital fliegen können. Hier ist eine davon:
https://www.lifemedalaska.com/
Die US-Küstenwache des ‘Distrikt 17’ (Alaska) übernimmt fast alle Rettungen und Notfalltransporte entlang der Küstengewässer .  https://www.pacificarea.uscg.mil/Our-Organization/District-17/
Allerdings haben wir auch zwei grosse US Airforce-Basen in Alaska:
In Anchorage besteht die Elmendorf Airforce Base und in Fairbanks/ Northpole gibt es die Eielson Airforce Base. Beides sind hervorragend ausgebaute Basen. Immerhin kann man…, wie Sarah Palin einst so schoen sagte, von Alaska aus fast Russland sehen.
Die Crews der Airforce Hubschrauber (Black Hawk und ähnliches) trainieren fast täglich fuer Notfälle und nehmen oft Fragen um Hilfe von den Alaska State Troopers (alaskanische Staatspolizei  https://dps.alaska.gov/AST/Home ) an wenn diese im Notfall Rettungshilfe benötigen.  
Obwohl all dies nicht immer garantiert werden kann, ist die Airforce hier sehr professionell. Immerhin trainieren sie während solch einer Rettung im alaskanischem Busch fuer Notfälle in Kampfgebieten unter weit schlimmeren Bedingungen.
Je nach Wetterbedingungen und den Kommunikationsmitteln der betroffenen Person (Koordinaten, Zustand der Person, Problem, etc.) ist eine ‘eventuelle’ Rettung und eine darauf folgende stabilisierende Behandlung selbst im Helikopter also immer möglich.
Kommunikationsmittel die Kontakt mit der Aussenwelt ohne Handy herstellen und  Koordinaten anzeigen, sind eine Lebensversicherung die sich heute eigentlich jeder leisten kann und dies tuen sollte.

Alaska ist fünf Mal so gross wie Deutschland und hat nur knappe 800.000 Einwohner.
In Hinsicht auf den Ratio von Einwohner versus Rettungskräften und medizinischer Versorgung ist Alaska prozentual wahrscheinlich trotzdem der best ausgerüstete Staat der USA.
Natürlich sind die Strecken zwischen Buschdörfern lang und das Wetter wie überall auf der Welt eine Laune der Götter.
Wer sich in Alaska abseits des asphaltiertem Strassensystems bewegen möchte wir immer Würfel werfen und bis zum Schluss auf den Ausgang der Reise gespannt sein müssen.
Auch wenn gute medizinische Versorgung und Rettungsdienste vorhanden sind, ist es es je nach der Wahl des Abenteuers manchmal ein langer Weg bis ins Krankenhaus.
Aber die unberührte Wildnis und der lange Weg bis zur nächsten Großstadt ist ja der eigentliche Grund wieso Menschen Alaska besuchen, … oder dort leben.
Ich hoffe, diese Infos helfen ein bisschen.
Wie es im Yukon Territory aussieht, weiss ich leider nicht.
-
Wenn alles schief geht und man nicht grade am Sterben ist, vergesst nicht, dass viele Kriege gewonnen werden indem man sich hinsetzt und einfach eine Tasse Tee trinkt.
Hast und Selbstüberschaetzung sind meist weit toedlicher als ein ruhiger Moment indem man sich die Zeit nimmt eine Situation korrekt zu analysieren.

Happy Trails…,

Peter

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Re: Krankenhaus / Arztpraxen usw.
(Antworten #4 Datum: Mai 3rd, 2023 um 1:30:12am)
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Hi Peter,

besten Dank für diese sehr detaillierte Zusammenstellung.

Leider ist es trotz Internet von D aus nicht so einfach, solch differenzierte Angaben zu finden.

Du schreibst :
"Wer sich in Alaska abseits des asphaltiertem Strassensystems bewegen möchte wir immer Würfel werfen und bis zum Schluss auf den Ausgang der Reise gespannt sein müssen.
Auch wenn gute medizinische Versorgung und Rettungsdienste vorhanden sind, ist es es je nach der Wahl des Abenteuers manchmal ein langer Weg bis ins Krankenhaus.
Aber die unberührte Wildnis und der lange Weg bis zur nächsten Großstadt ist ja der eigentliche Grund wieso Menschen Alaska besuchen.....   "

Genauso habe ich das auf unseren Touren auch immer so gesehen.

Wer sich in den Busch, auf den Fluß oder auf den Trail begibt, ist bei Verletzungen erstmal hauptsächlich auf sich selbst und seine Fähigkeiten angewiesen.

So habe ich mir von (Unfall-)Chirurgen an der Uni- Tübingen zeigen lassen, wie man die verschiedensten Arten von Schnitt-, Riß- oder Sägeverletzungen (Erst-)behandeln muss.
Ich wußte also, wie eine Wundsäuberung, Wundrandbegradigung und einige der häufigsten Nähte zu handhaben sind.

In meinen Gepäck befanden sich immer mehrere steril verpackte Einwegskalpelle und entsprechendes Nahtmaterial.

Eventl. Schmerzauschaltung (wenn überhaupt nötig) nach der alten Goldgräbermethode = reichlich Alkohol inwändig.  

Notfalls hätte es ja auch ein desinfizierter Klammertacker für Hundeverletzungen getan.  

Auf jeden Fall habe ich mich immer gut vorbereitet gefühlt, wohl wissend, daß es bei größeren Verletzungenauch mal richtig heftig werden kann.
Somit gehörte dank meiner medizinischen Verbindungen auch immer eines der stärksten erhältlichen Schmerzmittel zu meinem Gepäck.

Sicher ist diese Ausrüstung nicht für den Gelegenheitswanderer oder Tagesmusher ohne entsprechende Vorkenntnisse angebracht, ....... aber ein bisschen Vorsicht & Vorsorge kann ja nie schaden.

Und eine Tasse Tee trinken geht immer !  


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Letzte Änderung: Snowdog - Mai 3rd, 2023 um 1:33:39am
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Re: Krankenhaus / Arztpraxen usw.
(Antworten #5 Datum: Mai 3rd, 2023 um 1:31:40am)
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Hallo Peter,
vielen Dank für die Ausführlichen Infos.
Super, sehr gut......................denke das beruhigt jeden der nach Alaska fährt. Hätte ich so nicht gedacht.

Danke Dir.
Gruß Husky_Heinz

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Husky_Heinz
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Re: Krankenhaus / Arztpraxen usw.
(Antworten #6 Datum: Mai 4th, 2023 um 11:31:36pm)
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Teil 1 von 2:
Dank an Heinz, der hier eine sehr nötige und recht interessante Diskussion  eingeläutet hat.
-
@Snowdog
Zu den wie du sagst schwierig zu findenden Links die ich oben eingesetzt habe:

Ich weiss, das Suchen fuer spezifische Fragen in Hinsicht auf Alaska recht schwierig sind.
Man muss schon genau wissen wonach man sucht.
Ich benutze Google USA während du Google Deutschland benutzt ? Die Suchantworten fallen anders aus.
Wenn ich persoenlich also etwas in D suche, benutze ich ein VPN-Programm das Google vortäuscht ich würde tatsächlich in Deutschland sitzen. Aber die Beschreibung solcher Tricks führen hier zu weit…
In Hinsicht auf ein Notfall-Pack fuer medizinische Notfälle gebe ich dir natürlich komplett recht. Vor ein paar Jahren kamen bei uns zwei Chirurgen vorbei die mir einen ganzen Notfall-Operationssaal hinterliessen, den ich eigentlich auf jede Tour mitnehme.
Wenn man seinem Hausarzt in D sagt, dass man nach Alaska in die ’totale’ Wildnis geht, haben diese oft Verständnis und verschreiben gewisse Dinge auf  prophylaktischer Basis.
Dazu gehört z.B. Metronidazol, ein Mittel das hervorragend gegen ‘Bieberfieber’ funktioniert.
Auf der anderen Seite gibt es hier in Alaska gewisse frei verkäufliche Medikamente, die in jedem grossem Kaufladen erhältlich sind und die ich unseren Gästen immer empfehle:
Ibuprofen 200mg/ 500 Stück 12 $ (fuer Mäßige Schmerzen/ Zähne etc.)
Dreifache Antibiotika-Salbe fuer offene Wunden: In Deutschland nur über Verschreibung erhältlich. Hier als Neosporin oder ‘Triple Antibiotic Creme’ von Kroeger bekannt. 3 -8 $.
15ige Kortison Creme gegen Juckreiz/ Mückenstiche 3$
Antiallergikum ca. 8$.
Aber auch Vitamine und ähnliches sind hier weit billiger als in D.

Natürlich gibt es im Kaufladen auch andere Medikamente wie z.B. starke Schlafmittel.
Ein uns besuchender Arzt stand vor dem Regal und wendete sich mir dann entsetzt zu: “Was macht das Mittel hier in einem öffentlichem Regal ?? Damit kann man sich umbringen… “
Nun ja,… andere Länder, andere Sitten.

Das größte Problem hier sind die Entfernungen zwischen Wildnis und Ärzten, aber selbst in kleinen Dörfern wie Healy, Fort Yukon oder Emmonak kann man professionelle Hilfe erwarten. Man muss diese nur finden.
So wurde ein Bekannter von mir auf seiner langen Fahrt Anchorage/ Fairbanks (5-6 Stunden) nach seinem langem Flug von Frankfurt aus plötzlich auf halbem Wege auf einem Auge halb blind.
Eine Blutbahn in der Netzhaut des linken Auges hatte sich verstopft. Es war also so etwas wie ein Schlaganfall im Augenhintergrund. Die Licht aufnehmenden Augennerven starben langsam ab.
Sie hätten natuerlich im nächstem Dorf anhalten koennen. Ein Arzt hätte dort sicherlich zumindest eine Diagnose stellen und versuchen können zu helfen.
Die zwei Freunde fuhren weiter nach Fairbanks und suchten erst am nächstem Morgen einen hervoragenden AugenArzt auf. Sie bekamen sofort einen Notfalltermin.
Ein Teil der Netzhaut des Auges war zu diesem Zeitpunkt aber auf Grund von Sauerstoff- bzw Blutmangel teilweise unweigerlich abgestorben …
In Hinsicht auf das Blutgerinsel das die verursachte und wie man solch seltene aber wahre Vorfaelle verhindern kann gibt es allerdings einiges zu sagen.
Siehe Teil 2 weiter unten im Forum:

Peter

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 Juchu
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Re: Krankenhaus / Arztpraxen usw.
(Antworten #7 Datum: Mai 5th, 2023 um 10:36:10am)
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Klasse Infos - herzlichen Dank Peter für diese ausführlichen Infos

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 Peter_Kamper
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Re: Krankenhaus / Arztpraxen usw.
(Antworten #8 Datum: Mai 7th, 2023 um 7:58:17pm)
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Upps,...
hatte Teil 2 aus Versehen in den tollen Reisebericht von Anja eingestellt. Sorry....
Hier nun also im richtigem Thread.
-----
Teil 2 von 2:
-
Was ich noch in Teil 1 vergessen hatte:
Es gibt in fast jeder groesseren Stadt (was immer man in Alaska 'groessere Stadt nennt) sogenannte 'First Care' oder 'Immediate Care' Kliniken, die auch jederzeit 'Walk-in patients'  ohne Anmeldung annehmen. Wer bei Google 'First Care clinic' und den Namen der Stadt eingibt oder rum fragt wird solch eine Klinik oder Praxis schnell finden. Hier ein Beispiel:
https://www.steeseimmediatecare.com/?utm_source=gmb_auth.
==========
Hier nun mal etwas zu Reisevorbereitungen im medizinischem Sinn :

Die Situationen, die zu dem oben in 'Teil I' erwähntem traurigem Vorfall führten, sind klar: Langes Sitzen, Unterwässerung und Stress sowie darauf folgende kleine Blutgerinsel.
Fuer Leute mit einem Alter über 45 Jahren rate ich während eines langen Fluges und fuer kurze Zeit danach zu dem was ich auch selbst tue:
- Man sollte am Beginn des Fluges eine leere Plastikflasche durch den Zoll führen und danach auffüllen. Nach dem Security Check kosten kleine Flaschen mit Wasser ca. 4 Euro.  
Während man in der USA an jedem Flugplatz hinter dem Zoll (Security Check) Brunnen fuer Trinkwasser findet ist die in D nicht der Fall. Trotzdem wurde mir versichert, dass das Wasser aus dem Wasserhahn im Klo auch gut sein soll.
In Flugzeugen bekommt man dann aber nur kleine Gläser mit Wasser serviert während man über 8 Stunden Flug mit trockener Luft zumindest 1.5 Liter trinken sollte. Immerhin sind auch die Mahlzeiten eher salzig.
Trick: Auf Wunsch füllen Stewardessen deine Wasserflasche in deren Küche oft ohne Zögern wieder auf ! Man muss nur fragen.

- Falls man zum Klo gehen muss weil man viel Wasser getrunken hat, ist dies noch besser. Bewegung ist wichtig ! Stehe zumindest alle zwei Stunden auf und Streck dich. Dein Koerper wird sich nicht nur ueber Wasser sondern auch ueber die Bewegung freuen.

- Auch wenn ich keine Probleme mit meinem Blut habe, nehme ich eine Aspirin 325mg kurz vor Abflug und eine weiter Tablette 325mg 4 Stunden später mit viel Wasser während des Fluges. Es erfrischt und macht auch andersweitig Sinn:
Aspirin ist ein natürlich ‘blutverdünnendes’ Mittel und verhindert Blutgerinsel.
Dieser Ratschlag gilt allerdings nicht (!) fuer Personen die blutverdünnende Mittel nehmen oder Probleme mit der Leber (Unterfunktion der Produktion von Vitamin K) haben.

- Ansonsten sollten sich ältere Leute fuer lange Flüge Thrombose-Socken anziehen. Als mich meine Mutter mit 80 Jahren vor langen Jahren zum letztem Mal in Alaska besuchte, war sie mit solchen Socken auf Anraten ihres Arztes während des Fluges recht zufrieden. Aus reinem Spass kann man solche Socken allerdings auch mit 50 Jahren tragen.

- Ich nehme vor Abflug immer Vitamin C. Das Immunsystem wird auf Flughäfen und im Flieger von vielen verschiedenen Bakterien und Viren attackiert werden. Hilft Vitamin C wirklich ?
Es kann ja nicht schaden, hm ?
==========
All meine oben erwähnten Vorschäge sind auf jeden Fall weit besser als auf einer langen Reise keinerlei Vorsorgen fuer seinen eigenen Körper zu treffen.
Ich bin mir recht sicher, dass der traurige Tod der oben beschriebenen Netzhaut eines guten Bekannten nie passiert wäre, wenn ich diese Ratschläge vor langer Zeit weiter gegeben hätte.
Dies ist auch der Grund wieso ich dies geschrieben habe.
Wer über die oben erwähnten Ratschlaege lächelt, hat sicherlich noch nie ein Auge verloren oder einen Schlaganfall erlitten.
Ohne Zweifel kann das 'Durstzentrum' des Gehirns manchmal 'versagen'. Es ist aber keine grosse Kunst seinem Körper zu lauschen wenn man sich Zeit nimmt die Augen zu schliesst und tief durchatmet ....
Viele von euch wissen dies. An alle anderen: Probiert's mal... ;
Im Notfall wird der Augenblick kommen an dem dies wichtig sein wird.
=======
Einfach nur so, weil es mal aufgeschrieben werden musste.
Happy Trails !
Peter

PS:  Fuer Mitleser: Alle meine Angaben sind ohne Gewähr und beziehen sich nur auf meine eigenen Reise-Angewohnheiten, Erfahrungen und Diskussionen mit Reisenden.

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Letzte Änderung: Peter_Kamper - Mai 7th, 2023 um 8:06:55pm
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Re: Krankenhaus / Arztpraxen usw.
(Antworten #9 Datum: Mai 8th, 2023 um 1:20:23am)
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Hallo Peter,
vielen Dank für die Info.
Denke das sind wichtige Infos die jeder gebrauchen und damit etwas anfangen kann.
Danke Dir.
Gruß Husky_Heinz

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Re: Krankenhaus / Arztpraxen usw.
(Antworten #10 Datum: Mai 8th, 2023 um 1:54:51am)
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@ Peter

Bei meinen letzten beiden Langstreckenflügen benutzte ich auch die Thrombosestrümpfe zur Embolieprophylaxe.

Das sind kniehohe, elastische Strümpfe, die sich garnicht mal unangenehm tragen, und auch nicht sehr teuer sind.

Diese sind eigentlich allen Langstreckenflugreisenden zu empfehlen.
Denn nicht nur Ältere profitieren davon. Auch Jüngere sind Embolie gefährdet, nur bei Älteren ist das Risiko höher.


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Swabian Snowdog

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Re: Krankenhaus / Arztpraxen usw.
(Antworten #11 Datum: Mai 8th, 2023 um 6:45:00am)
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Und wenn man Thrombose/Emboliegefährdet ist oder schon mal eine Thrombose hatte, sollte man mit seinem Arzt über den anstehenden Flug sprechen und sich dann bei einem Langstreckenflug zusätzlich zu den hier diskutierten Strümpfen zum Beispiel Heparinspritzen verordnen lassen. Ich bekam die Empfehlung  die Spritze am Flugtag und am darauffolgenden Tag anzuwenden. Der Arzt stellt dann auch die nötige Bescheinigung aus um die Spritzen im Handgepäck mitführen zu können. Es gibt natürlich auch jede Menge andere Medikamente, die das Blut entsprechend dünn halten….
LG Alaskasilver

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Letzte Änderung: Alaskasilver - Mai 9th, 2023 um 1:56:53pm
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Re: Krankenhaus / Arztpraxen usw.
(Antworten #12 Datum: Mai 8th, 2023 um 1:14:00pm)
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Hallo zusammen,
ich ziehe seit vielen Jahren schon für alle meine Flüge ob kurz oder lange Flüge Sport - Thrombose Strümpfe von Falk an. Die fühlen sich wenn man sie an hat nach ein paar Minuten wie normale Strümpfe an. Das anziehen dauert etwas das die Strümpfe genau sitzen müssen an der Ferse und an den Zehen. Sind auch sehr eng aber das ist ja erforderlich und soll ja so sein.
Wie geschrieben die ziehe ich seit vielen Jahren für die Flüge und auch für die Touren / Wandern ziehe ich diese Sport Thrombose Strümpfe an. Kann ich nur empfehlen.
Gibt es in jedem Guten Sportgeschäft.
Gruß Husky_Heinz

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Re: Krankenhaus / Arztpraxen usw.
(Antworten #13 Datum: Mai 8th, 2023 um 1:31:48pm)
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Wir sind beide nich Thrombose-gefährdet, aber nachdem ich einmal einen Bericht über eine Flugzeug-Thrombose bei einer jungen Frau gelesen habe, was beinahe tötlich ausgegangen ist, ist es für keine Frage: wir tragen diese Strümpfe immer bei einem Flug länger als 2-3 Stunden. Sie sind so angenehm und haben einen weiteren Vorteil: wenn man während des Fluges die Schuhe auszieht, kommt man ja oft nur noch schwer wieder rein, so geschwollen sind die Füsse. Das passiert mit Strümpfen nicht.
Alaskasilver: lass Dich mal RICHTIG aufklären. Klar, diese Heparin-Spritzen sind sehr gut, aber sie wirken nur gegen eine bestimmte Art von "Blutverdickung", um es mal laienhaft auszudrücken. Leider weiss ich den richtigen medizinschen Ausdruck nicht. Aber es gibt da verschiedene Sachen im Blut. Deshalb bekommen z.B. verschiedene Menschen auch verschiedene Mittel zur Blutverdünnung. Eines davon ist z.B. Aspirin.

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 Juchu
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Re: Krankenhaus / Arztpraxen usw.
(Antworten #14 Datum: Mai 8th, 2023 um 1:33:57pm)
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Wir sind auch stets mit Socken on Flug-Tour - meine habe ich in der Apotheke maßanfertigen lassen, wird dann alles genau vermessen, dementsprechend eher teurer - gibt es dafür aber auch in einem anderen Look in Sachen Farbe und Spitze und mein Mann hat sich seine bei DM und Co. zum geringeren Preis geholt.
Das Anziehen geht etwas besser, wenn man die Beine zuvor eincremt z. B. in glaube es war mit Rosskastanie - hat mir meine Apo gegeben. Trotzdem eine Mega-Arbeit...., aber es ist ja für den guten Zweck  

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Letzte Änderung: Juchu - Mai 8th, 2023 um 1:35:43pm
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