Y u k o n   Q u e s t ™ - R e p o r t a g e n


Informationen zum härtesten Hundeschlittenrennen der Welt:
Bilder, Videos, Audioberichte, Listen der Gewinner/Musher und Links.
Das nächste Yukon Quest™ Rennen startet im Februar 2002.

Yukon Quest
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Yukon Quest Reportagen


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Nichts für Weicheier

Whitehorse/München - Die Sucht begann vor acht Jahren. Als Katzenfreund Dieter Zirngibl den Husky Saskia aus dem Münchner Tierheim mit nach Hause nahm, war er infiziert. "Hätte ich damals mit Drogen angefangen, wäre ich nicht so süchtig geworden wie ich es jetzt nach Huskies bin", sagt der 50 Jahre alte Münchner. Inzwischen lebt er mehrere Monate im Jahr in Alaska und hat dort fast 50 Hunde. Sonntag wagt sich der Husky- Junkie an den Start beim Yukon Quest, dem härtesten Schlittenhunderennen der Welt.


Zum dritten Mal am Start

Auf fast 1.000 Meilen geht es bei Temperaturen von bis zu minus 50 Grad Celsius durch das ewige Eis - vom kanadischen Whitehorse bis nach Fairbanks/Alaska. Neun Etappen, acht Checkpoints, Einsamkeit und Gefahren aller Art warten auf die Musher (Schlittenhundeführer) und ihre Gespanne mit jeweils 14 Hunden. Das Preisgeld: 120.000 Dollar. Der Sieger bekommt 30.000 Dollar. Für Zirngibl ist es bereits der dritte Start. 1995 belegte er Platz 13, ein Jahr später wurde er Zwölfter. Den Streckenrekord hält Frank Turner (USA), der 1995 zehn Tage, 16 Stunden und 20 Minuten für die Tortur benötigte.

Ein echter Freak

"Das Yukon Quest ist nichts für Weicheier", sagt Zirngibl. Der Bruder des ehemaligen Daviscup-Spielers Werner Zirngibl ist alles andere als ein Weichei, er ist ein ein echter Freak. Mit 14 Jahren Schiffsjunge auf der Arktis-Route, mit 28 Supertanker-Kapitän auf den Weltmeeren, später Jäger, diplomierter Wirtschaftsingenieur, Catcher, Gewichtheber, Stuntman, Footballer, Erlebnisautor. Und immer ein wenig verrückt.
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Nicht nur hart, sondern auch teuer

Bis zu 50.000 Mark müssen die 32 Yukon-Quest-Starter, darunter die 39 Jahre alte Silvia Furtwängler aus dem Allgäu, für eine Teilnahme am Rennen zahlen. Viel Geld für viele Entbehrungen. Geschlafen wird auch bei den barbarischsten Blizzards im Freien auf dem Schlitten, vielleicht mit einem wärmenden Husky im Spezialschlafsack. Und das täglich höchstens zweimal für je zwei Stunden und immer in der Hoffnung, nicht von einem hungrigen Grizzly oder einem Rudel Wölfe geweckt zu werden. Nur in der Goldgräberstadt Dawson City, etwa zur Hälfte der Strecke, wartet auf die Teilnehmer eine 36-stündige Zwangsrast. Ansonsten quälen sich die Härtesten der Harten im wildesten und unwirtlichsten Teil Nordamerikas entlang der alten Goldgräberroute über majestätische Bergketten, gefährliche Schneebretter und durch dichte Wälder, in denen die vorstehenden Äste der Bäume die Musher schwer verletzen können. "Du siehst trotz Kopflampe nichts, rast in einen Ast und wirst fast geköpft", sagt Zirngibl: "Oder du fällst vom Schlitten, und die Hunde rennen allein weiter." Alles schon passiert beim Quest.

Angst vor Overflows

Doch am meisten Angst hat Zirngibl vor so genannten Overflows. Die Eisdecke auf dem Yukon River ist nicht dick genug, weil warme Quellen nach oben drücken. Die Gefahr: Hunde, Mensch und Material brechen ein und drohen in den Fluten zu versinken. Laut Wetterbericht soll der im Sommer tosende Yukon jedoch von einer gigantischen Menge aus bis zu zwei Meter hohen Eisschollen bedeckt sein, die ein Vorwärtskommen fast unmöglich machen. "Das sieht aus wie Grabsteine, die sich ineinander verkeilt haben", sagt der Münchner "Gefahrensucher". Doch all das ist Dieter Zirngibl egal. Er will es noch einmal wissen, hat sich vier Monate lang vorbereitet für das Yukon Quest, ist bereit für das Abenteuer. Dort, wo freier Raum der Freiheit Raum lässt.


Text © RZ


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