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R E P O R T
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Leithunde
Schandelmeier,Turner,Mackey,Lindner,Zirkle.....
Namen die einem sofort ins Gedaechnis kommen,wenn man die Yukon Quest
ueber Jahre miterlebt hat.
Alle hatten dunkle Ringe unter den Augen, als sie die Ziellinie
ueberquerten und das erste was sie taten war ihre Hunde zu versorgen
waehrend Zuschauer begeistert applaudierten.
Wenige der begeisterten Leute verstehen, daß es nicht der Mann oder die
Frau ist, der/die das Rennen gewinnt, sondern die Hunde.
Neben der Kraft und Ausdauer der Hunde kommt ein Faktor in
Langstreckenrennen hinzu, der oft uebergangen wird:
Intelligenz.
Die wahren Namen der Helden sind 'Trait', 'Howl' oder 'Frisk', vierbeinige
Helden, denen das Rennen im Blut liegt, die ohne Zoegern ein Team von
Hunden in tiefer Nacht ueber einen verwehten baumlosen Bergruecken ohne
Weg und Pfad fuehren und als erste einen Abhang hinuntergehen oder ueber
die Eisschollen des Yukon klettern.
Sie sind die Leithunde eines Teams, die wahren Helden der Rennen in denen
nur die Musher interviewt werden.
Waehrend viele Leute keinen einzigen Gedanken an die Intelligenz ihrer
Hunde verschwenden, sind Musher darauf angewiesen ihren 'Leaders' zu
vertrauen.
Einen 'Leader' durch Verletzungen zu verlieren, kann Sieger zu Verlieren
machen.
Viele Musher nehmen zwei Leithunde fuer die Quest, um dies zu verhindern.
Wie bei Menschen liegt der Unterschied zwischen ihm/ihr und dem Rest des
Teams in drei Dingen:
Intelligenz, Erfahrung und Entscheidungskraft.
Mile 101 liegt in einem Hochtal nicht weit vom hoechsten Punkt der
Quest.
Winde von 80 km/h und Temperaturen von -30 C sind ohne weiteres
moeglich. Schnee treibt unter diesen Bedingungen, Trails sind verweht und
Hunde wollen sich eine Hoehle graben.
Kaum einer versteht, daß es die Leithunde sind, die sich in solchen
Situationen in die Riemen legen und das Team ueber Berge und durch das
Wetter bringen, das keiner erleben will.
Oft haben wir Teams, deren Musher einfach gluecklch sind, daß sie bei
'Mile 101' angekommen sind.
Sie kratzen das Eis aus ihren Baerten und sagen: 'Mein Leithund fand den
Weg....,und fuer zwei Stunden dachte ich in der Dunkelheit, daß ich
einfach den Trail verloren haette.'
Manche Teams aber geben einfach auf.
Es gibt Leithunde, die sich einfach hinlegen -
obwohl dies fuer viele unglaublich erscheint kann ein Leithund der
aufgibt, ein ganzes Team zum stoppen bringen.
Allerdings gibt es auch welche, die nie aufgeben
und gerade diese sind es, die in aufgebrochene Flusse
springen um das Team zum weitergehen zu zwingen, die ueber vereiste Seen
laufen auf denen der Trail nicht markiert ist und die in Stuermen den
Rest der Hunde ueber Gipfel fuehren.
Viele dieser kleinen Helden sind aelter, als man denkt;
'Lopez', mit dem Rick Mackey die Yukon Quest in 1996 gewann, war 11 Jahre
alt.
Fuer normale Verhaeltnisse ein Hund, der mit neun Jahren in
Rente haette gehen sollen.
Lopez fuehrte Macky und sein Team ueber vereiste Seen und windige
Berge, brachte das Team ueber Eagle Summit und gewann.
Er war der aelteste Leihund, der die Quest je gewann. Ein Recke, dem ausser
von Mackey selbst nie gebuehrend gedankt wurde.
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Die wahren Helden
Wenige Leute verstehen, was wirklich in einem Rennen vor sich geht das
sich ueber fast 1700 km erstreckt.
Leithunde sind nicht unbedingt die staerksten und dominantesten Tiere
des Teams, meist ist es ihr Wille, ihre Erfahrung und ihre Intelligenz, die
ein Team zusammenhaelt.
Oft habe ich schon vor Anfang eines Rennens gehoehrt: 'Soundso hat einen
jungen Leithund. Ich bezweifele, daß er Chancen hat zu gewinnen.'
Wenn Schandelmeier, Turner und Frerichs zur Quest antreten, werden
Veteranen des Rennens nicht nur hinten auf den Kufen stehen und diese
würden sich niemals Leithunden anvertrauen
, die das Rennen nie gelaufen sind.
Wie Lopez, der mit 11 Jahren fast 1700 km durch Sturm, Eis und Schnee ein
Team zum Sieg fuehrte,
so werden die Leithunde der Profis auch dieses Jahr erfahrene Recken
sein, die in verwehtem Schnee den Trail riechen koennen, auf vereisten
Seenplatten nicht aufgeben wenn die Pfoten rutschen und an einem steilen
Hang nicht zoegern als erste zu springen.
Am Ende wird die Kombination des besten Leithundes mit dem besten Musher
gewinnen, solange die anderen Hunde gesund bleiben.
In weniger als 14 Tagen wird das Rennen beginnen.
In Dawson, wo alle Musher eine Pause von 36 Stunden einlegen muessen, wird
Gold an denjenigen vergeben werden, der als erster ankommt.
Die wenigsten der Musher sind wirklich auf das Gold in Dawson aus, denn
Biedermann's Cabin muss erreicht werden
und der unendlich lange Trek nach Eagle wartet.
Der Yukon River, gefroren und dieses Jahr fast unpassierbar durch seine
Eisschollen ist ein Teil des Rennens.
Eagle Summit wartet nach 9 Tagen des Rennens mit seinen Steilhaengen, wo
dieses Jahr das Rennen wahrscheinlich entschieden wird.
Mehr als alles andere werden nun die Schlittenhundefuehrer, die das
Rennen gewinnen wollen, mit ihren Leithunden 'reden'.
Es war nie Mackey selbst, der gewann, sondern Lopez und Mackey.
Mackey hat nie versucht, dies zu verheimlichen. Es war die Presse, die dies
tat.
Auch gewann Aily Zirkle letztes Jahr nicht alleine.
Auch sie gab mehr Lob an ihren Leithund weiter als die Presse eigentlich hoeren
wollte.
34 Leithunde schlafen, waehrend ich dies schreibe. Hunde mit
Instinkten, die wir kaum verstehen.
Die besten von ihnen werden ihre Musher und die anderen Hunde in tiefer
Dunkelheit und bei -30 C ueber den von Eisschollen uebersaehten Yukon
River leiten, das "Team" ueber den unendlich langen Berghang von
American Summit fuehren und ohne zweimal nachzudenken in den Riemen
liegen, wenn Eagle Summit so steil wird, daß man eigendlich rueckwaerts
wieder runterrollen kann...,und dies fuer ungefaehr 1000 Meter...bei
Winden von 80 km/h.
Wenn sie nun dem Yukon Quest folgen und John Schandelmeier, einen alten
Trapper, Sylvia Furtwaengler, Dieter Zirngibl oder Connie Frerichs,
eine wundervolle Dame anfeuern, vergessen sie die Leithunde nicht !
Moege das beste Team gewinnen......
Peter Kamper
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