Y u k o n   Q u e s t   2 5 0 ™ - R e p o r t a g e n


Informationen zum härtesten Hundeschlittenrennen der Welt:
Bilder, Videos, Audioberichte, Listen der Gewinner/Musher und Links.
Reportage ueber das Yukon Quest 250 2002

Yukon Quest
Menue

Home Aktuell Musher Bilder Geschichte

Checkpoints Reportagen Resultate Forum Aes


Yukon Quest Reportagen
Von Peter Cohrs
© Copyright Peter Cohrs

R E P O R T

Das Yukon Quest 250 2002:
Alaska. Schlittenhundesport zwischen Traum und Wirklichkeit!
Von Peter Cohrs

Wer Interesse hat den deutschen Yukon Quest 250 Teilnehmer fuer das Rennen 2003 zu unterstuetzten hier seine Anschrift:

Peter Cohrs
Am Klingenberg 1
22587 Hamburg
Tel.: 040/866 31 84
Handy: 0170-812 79 76
Fax.: 040/866 466 92
eMail: Copetcoh@aol.com


Auf den Hund gekommen, aber wie?

Sommer 2000 in Willow, Alaska. Wir, meine Partnerin Petra und ich saßen mit Sharon und Adam, unseren alaskanischen Freunden zusammen und diskutierten die bevorstehende Schlittenhundesaison 2000/2001. Mein Freund Adam war heiss darauf, als Musher mit eigenem Hundekennel in die Domaene all derer, die Iditarod und Yukon Quest fuhren, einzudringen. Es war seine zweite Rennsaison und er wollte dazu gehoeren... Fuenf Jahre, die er als Doghandler in Alaska taetig gewesen war, hatte er von diesem Augenblick getraeumt. Im "Willow 200", einem Mitteldistancrace hatte er im Vorjahr den 4. Platz belegt. Bob Chlupatsch und Vern Halter, erfahrene Iditarod Musher, die in Adams Nachbarschaft leben, traten ein und unsere ohnehin schon sehr spezielle Unterhaltung war an Faszination kaum zu überbieten. Je laenger gefachsimpelt wurde um so klarer wurde mir, dass das "Sleddog-Fever" in mich gefahren war.
Am naechsten Tag wurden Plaene geschmiedet, Plaene, wie denn mein Einstieg in das aktive Renngeschehen aussehen koennte. Camping Trips mit 10 Alaskans vor dem Schlitten von Willow über Yentna, Skwentna nach Fingerlake und zurueck hatte ich ja schon gemacht, aber Rennen bestreiten, womoeglich 200 Meilen oder mehr?!
Wir wurden schnell konkret. 14 Hunde sollte ich von Adam bekommen. Für Logik und Equipment hatte ich selber zu sorgen. Mit diesem Ergebnis ging`s nach einem wunderschoenen Sommerurlaub zurueck nach Hamburg. Viele e-mails wurden in den folgenden Monaten zwischen Willow und Hamburg durch die Kabel geschickt, Zeitpunkt und Inhalt meines "Musher-Einstiegs" wurden immer konkreter. Das Wichtigste für mich war, dass ich genuegend Zeit für eine fundierte Saisonvorbereitung zur Verfuegung haben muesste und dann, 'step by step' schauen, was so gehen wuerde. Mir wurde schnell klar, dass mein Sleddog-Abenteuer spaetestens im November beginnen musste. Anreise,Ankunft,Unterkunft
Am 07.11.2001 war es dann endlich soweit, per Flug Hamburg, Amsterdam, Minneapolis, Seattle ging's nach Anchorage und per Rentalcar weiter nach Willow. Eine kleine Logcabin in Mile 62,3 am Parks Highway sollte für 4 Monate der Ausgangspunkt für einen Newcomer im alaskanischen Schlittenhundesport werden. Unsere Freunde Sharon und Adam erwarteten mich bereits mit 14 Alaskans. Nun hieß es, ins "kalte Wasser" springen! Unmittelbar vor meiner Cabin liefen in einem eigens für mich errichteten kleinen Kennel 14 untrainierte Hunde. Sie waren vorher nie zusammen gelaufen und von Adam für seine Unternehmungen aussortiert. Sein Ziel war, das grosse Yukon Quest zu fahren, und dafuer schienen diese Racingdogs nicht gut genug zu sein!

Training
Ein Trailsystem von gut 20 Meilen Laenge in leicht huegeligem Gelaende mit allerdings sehr unterschiedlichen Schneebedingungen wurde zur Basis all meiner Trainingsmeilen. Wie sich noch hinreichend zeigen sollte, ist die Grundlage für jeglichen Leistungsanspruch neben physischen, mentalen und anderen Komponenten Training, Training und nochmals Training. Um es vorweg zu nehmen, in der Summe wurden es am Ende eintausendunddreihundert Meilen. Trainiert wurde bei jedem Wetter, bei Temperaturen von minus 5 bis minus 35°C, bei Tag u. bei Nacht. Trainingsmethodische Grundsaetze, die ich in meiner langjaehrigen Taetigkeit als Fussballcoach praktizierte, wie "methodische Reihe" fanden teils auch hier Anwendung aber das mushingspezifische musste ich mir aus dem "kalten Wasser" ziehen.
R E P O R T

Teambildung
Die Abende in meiner Cabin verbrachte ich zum Teil mit dem Studieren von Fachliteratur über Dogmushing. Dabei fiel mir ein Artikel von Sylvia Feder aus der Zeitschrift Dogmushing mit dem Titel 'Lose Your Team - Lose Your Life' in die Haende. Als wenn boese Maechte ihre Finger mit im Spiel hatten; ich verlor am naechsten Tag mein Team. Gluecklicherweise lief es zum heimischen Kennel zurueck und ich konnte in einem vier Meilen Lauf darueber nachdenken, was ich falsch gemacht hatte. Am Ende dieser Überlegungen stand der Schwur: 'Das passiert mir nicht wieder!' Von da an lief alles besser und besser. Die Tiere lernten mich und ich die Tiere kennen...und lieben. Trainingsmeile um Trainingsmeile wurde absolviert. Wheeldogs, Teamdogs und Swingdogs fanden ihren Platz in einem Team, das von drei gelernten Leadern angefuehrt wurde. Mein erstes Racingteam war geboren.
Copyright Dave King


AURORA, Dog Musher`s Club: Dec 29 & 30 Jr.& Sr. 20/20 Mile Race
Der 29. Dezember kam naeher und naeher. Die Hunde hatten 'round about' 350 Trainingsmeilen hinter sich, nicht gerade viel. Sollte ich es dennoch wagen, der Einladung Bob Chlupach`s zu folgen und am Aurora Race in Big Lake teil nehmen? Mir kam wieder der Gedanke mit dem 'in`s kalte Wasser springen' und damit war der Entschluss auch schon gefasst. Meine Hunde machten am 29.Dezember frueh morgens beim Fuettern einen sehr 'reservierten' Eindruck. Hatte nicht nur ich ein Kribbeln im Bauch sondern sie vielleicht auch? Der am Abend zuvor bereitgestellte Dogtruck hatte sie vielleicht nervoes gemacht? Warum sollte es ihnen besser ergehen als mir? Also sagte ich mir und den Dogs immer wieder: 'Im Team sind wir stark, also packen wir`s an!'

Beim Steak Out vor dem AURORA Clubheim war Nikolai Ettyne mein Nachbar. Nikolai, dem ich auf meinen Trainingstouren wiederholt begegnet war, bereitete sich als einziger russischer Teilnehmer auf das Iditarod vor. Somit wusste ich um die Bedeutung dieser ersten Rennveranstaltung der neuen Saison. Viele Musher wollten die erste 'Standortbestimmung' für sich und ihr Team. Ich hatte die Start Nr.3 gezogen, Nikolai die Nr.4.
Wir starteten, wie bei den meisten Rennen, im Zweiminuten-Takt. Tolle Schnee- und Trailbedingungen erlaubten bei minus 10°C und bedecktem Himmel einen ordentlichen Rennverlauf. Nikolai konnte mich schon nach ca. 5 Meilen muehelos passieren, so dass ich am Ende des ersten Renntags den 4. Platz belegen konnte. Diesen Platz gab ich dann auch am 2. Renntag nicht mehr ab. Als Anerkennung gab es einen 50 Dollar Scheck, mein erster Auftritt war also recht ordentlich, oder? Aber nicht die Platzierung war mein Gewinn sondern die Erkenntnisse, die ich ueber mein Hundeteam und mich gewonnen hatte. Nicht alle Hunde meines 12 Dog-Teams erreichten trotz gleicher Trainingsleistungen das gleiche Leistungsniveau. Also musste ich im Training weiterhin an einer "Idealbesetzung" basteln. Alles in Allem war ich begeistert. Die Rennatmosphaere, die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft und auch Komplimente von der Rennleitung, wie: 'Toll, wie du die Hunde ansprichst und nicht staendig waehrend des Rennens puschst!' Die ersten 40 Rennmeilen in einer jungen Karriere waren so gelaufen, wie ich es mir vorher kaum ertraeumt hatte. Hochmotiviert fuehlte ich mich fuer neue Herausforderungen geruestet.

W E I T E R
 


Text © Copyright Peter Cohrs / Photos Courtesy of Dave King


H O M E
__________________HOME__________________
all rights reserved /  copyright 1996-2002 © RnR-Projects / http://www.alaska-info.de / kontakt : webmaster@alaska-info.de