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R E P O R T
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Anekdoten
Vor langer Zeit fragte mich der damalige Racemanager des Yukon Quest,
ob ich vielleicht als Freiwilliger Dogdrop 101 (Eine Art Checkpoint)
des Yukon Quest uebernehmen koennte:
'Es ist kalt und zugig, ohne Strom und gleich unterhalb von Eagle
Summit',
sagte man mir. 'Alles, was du tun mußt ist den Holzofen in Gang halten
und auf die Schlittenhunde warten.'
Ich hatte damals natuerlich nicht die geringste Ahnung von
Schlittenhunden,
da aber ein Holzofen kein Problem erschien, sagte ich begeistert zu. Solch
ein Angebot bekommt man ja nicht alle Tage.
Als ich in jenem Winter die 170 km von Fairbanks auf schneebedeckten
Schotterstrassen noerdlich fuhr um 'meinen' Platz im Rennen einzunehmen
hatte ich meine vierjaehrige Tochter dabei, es waren -30 C und ein Sturm
war von Norden ueber das Innere Alaskas hereingebrochen. Ich fuhr einen
kleinen Subaru und hatte keine Ahnung, was mich erwartete.
Als die ersten Musher eintrafen war ich allerdings so aufgeregt, daß ich
nicht wusste, was ich tun sollte.
Dies entsprach allerdings auch der Wahrheit, denn ich hatte keinerlei
Erfahrungen.
Heute,6 Jahre spaeter, denke ich an das erste Jahr zurueck und alte
Erinnerungen kommen auf:
Der Hamradio-Spezialist, der vom Yukon Quest Office geschickt wurde und unsere
einzige Verbindung zur Aussenwelt war, verwechselte 'minus' mit 'plus' an
seinem Sendegeraet und schmorte es durch - Funkstille....
Rick Mackey saß am Ofen um seine durchgeweichten Socken zu lueften und
erklaerte einem anderen Musher (Schlittenhundefuehrer):
'Erst faehrst du Eagle Summit hoch, danach geht es ploetzlich steil
runter.'
Als ich die Strecke zum ersten Male fuhr, verschwanden ploetzlich in der
Dunkelheit alle meine Hunde vor mir und dann hing ich in der Luft und
rutschte danach mit allen Hunden 800 Meter in Tal. Lass mich dir einen
guten Rat geben: 'Wenn deine Hunde verschwinden, schmeiss den Schlitten um
und setz dich auf deinen Schneeanker. Das wird die Talfahrt vielleicht
verlangsamen...'
Der Neuling sah etwas bedrueckt aus....
Als draussen der Sturm heulte, wollte damals keiner den Trail zum Gipfel
brechen. Sie saßen in der Huette, kratzten ihre unrasierten Kinne und
starrten sich gegenseitig an.
Wozu zuerst aufbrechen, den Trail raeumen und seine Hunde ermueden ?
Da das Rennen damals in Fairbanks begann, lagen noch ueber 1000 km an
Trail vor den Hunden. Viel Zeit fuer Heldentum....
'Und...', fragte ein Musher den anderen, 'wann brichst du auf ?'
'Hmmm, bin mir nicht sicher..., und du ?'
'Hmmm, weiss noch nicht. Mal sehen....'
Es war Schandelmeier, ein grosser, schlanker Trapper, der endlich
wortlos aufstand und seinen Overall von einem der Deckenhaken um den
grossen Holzofen nahm um hinaus ins Schneegestoeber zu gehen.
Unruhe entstand.
'Er faehrt....!'
'Faehrt er wirklich ?'
Zwei Musher gingen hinaus um nachzugucken.
'Er hat seine Hunde angespannt.'
Keiner wollte zu weit hinter Schandelmeier zurueckbleiben und die Suche
nach Handschuhen, Thermosflaschen und Jacken begann in aufkommender
Hektik.
Schandelmeier ging soweit, daß er hinten auf seinem Schlitten stand und
seine Hand zum Schneeanker senkte. Dann liess er ihn wieder los, trat ihn
mit einer kraeftigen Bewegung tiefer in den Schnee, legte sich in seinen
Schlitten und schloss seine Augen.
Seine Hunde waren etwas verdutzt aber legten sich wieder.
Die anderen Schlittenhundefuehrer ,damit beschaeftigt ihre eigenen Hunde
anzuspannen, guckten verdutzt und etwas aergerlich.
Zwei Stunden spaeter verliess Butteri als erster 101, und John
Schandelmeier schwang sich aus seinem Schlitten als haette er nie
geschlafen. Er zog den Schneeanker, schnalzte einmal mit der Zunge und
rief:
'Mush!', seine Hunde zogen an und er verliess 45 Sekunden hinter Butteri
Dogdrop 101. Butteri musste den Trail 'brechen' und ermuedete mit dieser
Entscheidung seine Hunde.
Psychlogische Kampftechniken wie diese sind normal in der Quest.
Dies passierte vor 6 Jahren, und wir haben weit mehr Taktiken gesehen die
Sieger von Verlieren unterschieden haben und neben den Hunden den
wichtigste Teil des Rennens bilden als einfaches Warten.
Eagle Summit
101 liegt am Rande einer einsamen Schotterstrasse 170 km nordoestlich
von Fairbanks, die sich stolz 'Steese Highway' nennt. 'Highway' ist etwas
uebertrieben aber dies besorgt keinen hier.
Fuer deutsche Verhaeltnisse ist es etwas zwischen breitem Feldweg und
ungeteerter Landstrasse.
Da das Rennen abwechselnd in Fairbanks oder Whitehorse startet, ist 101
entweder ein hektischer Platz oder ein entscheidender Punkt fuer die
Sieger des Rennens.
Letztes Jahr hatten wir 30 Teams zur gleichen Zeit, die bei uns
campierten bevor sie den hoechsten Punkt des Rennens angingen, da das
Rennen in Fairbanks begann.
Dieses Jahr wird es anders aussehen,da das Rennen in Whitehorse beginnt.
Wer immer von Cental, einem kleinen Goldgraeberdorf westlich von uns
Eagle Summit zuerst ueberquert, hat eine recht gute Chance das Rennen zu
gewinnen.
Von der Central-Seite aus ist der Berg so steil, daß ein Team fast den
Berg wieder hinunter rutschen kann. Musher nehmen oft ihre Ausruestung
und tragen sie jeweils 100 Meter vor indem sie Tritte in den verwehten
Schnee treten um den dann leichteren Schlitten mit Hunden folgen zu
lassen.
Im Jahr 1998, nachdem wir Dogdrop 101 fuer die kommenden Musher organisiert und
ausgelegt hatten, fuhren wir nach Central, wo die ersten Teams eintreffen
wuerden.
Der Checkpoint in Central ist ein Restaurant/Bar namens Crabb's Corner.
Das Dorf hat ca.200 Einwohner und liegt einsam am Rande der Yukon Ebene.
Bruce Lee und Andre Nadeau hatten sich bis zu diesem Punkt ein Rennen
geliefert, das alle anderen Teilnehmer hinter sich gelassen hatte. Keiner
hatte geglaubt, daß Nadeau, ein Neuling des Yukon Quest und ein Kanadier
aus Ontario so weit vorne liegen wuerde.
Er hatte immer noch einen 50 Minuten Vorsprung vor Bruce Lee.
Als er sich die Bilder der Westseite des Eagle Summit anguckte, die in
einer Ecke der Bar haengen, stand ich hinter ihm.
Er betrachtete die Bilder fuer einen Augenblick, zuckte mit den Schultern
und meinte zu seiner Frau: 'Nichts besonderes....., ich habe viele Berge
von der Sorte ueberquert.'
Als er in 101 ankam, waren seine Hunde erschoepft und er selbst auch.
Lee, der den Berg kannte, hatte sich an Nadeaus Team gehaengt, das den
verwehten Trail brach und gewann das Rennen schlussendlich.
Auch in Jahren davor, speziell wenn das Rennen in Whitehorse begann, war
es oft Eagle Summit, der den Gewinner und den Verlierer kuehrte.
Trailbreaker
Wie jedes Jahr besetzen auch dieses Jahr nur Freiwillige 101, jedoch sind
wir bei weitem besser organisiert als ich es vor 6 Jahren war.
Meine Tochter Zena ist nun fast 10 Jahre alt und (zumindest ihrer
eigenen Meinung nach) ein alter Recke. Viele Musher, wie John
Schandelmeier, Dave Dalton oder Frank Turner werden sie wiedererkennen.
Monti (Montgomery Barnett), ein alter Freund von mir besitzt nicht nur
einen Motorschlitten mit 150 PS, sondern weiß ihn auch zu benutzen.
Vor 5 Jahren war er offizieller 'Trailbreaker' fuer den Yukon Quest und
brach und markierte den gesamten Trail von Fairbanks bis nach Whitehorse
in 11 Tagen.
Die Suche der Trailbreakers nach einem geeignetem Trail ist weit
schwieriger als der Trail selbst. Motorschlitten brechen im Eis ein, oft
muß man umkehren um eine bessere Strecke zu finden und die Leute, die
dies ueber 1700 km Wildnis tun, sehen meist erschoepfter aus als die
Musher selber. Nie wird ueber diese Leute geredet, die ihren Maschinen und
sich selbst das aeußerste abverlangen um den Mushern einen Trail zu
brechen und auch sie bekommen nur Benzin fuer ihre Muehe.
Dieses Jahr wird Monti wie schon seit einigen Jahren wieder mit 101
helfen und bei stuermischem Wetter den Trail bis zum baumlosen Gipfel
fuer die Musher freihalten. Dies ist bei Wetterverhaeltnissen mit
Temperaturen von bis zu -50 C und sturmartigen Winden nicht ganz
einfach.
Und was passiert mitten in der Nacht, wenn der Motorschlitten 20 km von
der naechsten Huette entfernt nicht mehr anspringt....?
Monti ist der Einzige, von dem ich wirklich weiß, daß er den
Motorschlitten reparieren kann oder ansonsten ueberlebt bis wir ihn
holen oder er einen Musher findet.
Exkursionen dieser Art sind kein Scherz und gerade deshalb findet man sie
nicht unter 'Touristenangeboten'.
Selten denken wir daran, daß sie toedlich enden koennen und dies schon
oft getan haben.
7 Leute sind diesen Winter schon mit Motorschlitten gestorben. Im Sommer
gab es nur 2 Baerentote...
Freiwillige
Auch Kevin Abnett wird wieder dabei sein.Er ist unser Hamradio Mann und
haelt Verbindung zur zivilisierten Welt. Ich muss hier fairer Weise
erwaehnen, daß er nicht derjenige war, der vor sechs Jahren 'plus' mit
'minus' vertauschte und sein Geraet demolierte, aber er ist ein Teil der
Truppe seit 5 Jahren.
'The Hamster', wie wir ihn nennen (von 'Ham-Radio' = Kurzwelle) ist
normaler Weise an der Universitaet von Fairbanks beschaeftigt und
Spezialist fuer Computerprogramme. Etwas das man ihm nicht ansieht und
was er nur zeigt, wenn es noetig ist.
Andere Freiwillige werden kommen.
Dwight Furr, der den Junior Yukon Quest zwischen Angel Creek und
Fairbanks organisiert. Ein 58 jaehriger Mann der, bevor er in
Rente ging eine riesige Firma leitete und inzwischen von uns schon
auserkoren wurde um den Filmcrews als Leiter von 101 vorgestellt zu
werden. Ich bin sicher, daß er Interviews zweifelsohne weit besser
handhaben kann als ich...
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Musher
In wenigen Tagen ist es wieder soweit.
Fast 400 Hunde und 34 Musher (Schlittenhundefuehrer) werden den 1700 km
langen Trek von den Yukon Territories bis nach Alaska zuruecklegen und
dies innerhalb von 11 schlaflosen Tagen.
Windgeschwindigkeiten von bis zu 80 km/h, Temperaturen die bis auf -50 C
sinken und Schlaflosigkeit werden die Begleiter der Teams sein und manch
einer wundert sich, wieso Maenner und Frauen sich diesen Bedingungen
aussetzen.
Frank Turner hat als einziger alle Yukon Quest-Rennen seit 1984 gefahren
und antwortete auf die Frage des 'Warum' lachend: 'Ich bin noch in
Therapie. Fragen sie mich naechstes Jahr !'
Er ist ein unscheinbarer Mann mit dunklem Bart, ein klein bischen
uebergewichtig und ruhig. Sein freundliches Laecheln und seine bedachten
Bewegungen wenn er seine Hunde fuettert, seine Witze und selbst sein
Gesicht wuerden einen seine Kraft und Strategiefaehigkeiten nie erahnen
lassen.
Er ist weit ueber 40 Jahre alt, wie viele der wirklich erfahrenen
Musher und haelt den Rekord der Quest indem er das Rennen 1995 in 10
Tagen 16 Stunden und 20 Minuten gewann, oder wie er immer
betont, nicht er, sondern seine Hunde. Diese Zeit wurde nie geschlagen.
Schandelmeier, der alte Fuchs, wird auch wieder dabei sein.
Waehrend viele Neulinge in modischen Winterkleidungen von dieser oder
jener Firma auftauchen traegt er immer seinen alten Overall und
erscheint unberuehrt von allem um sich herum.
Ich bezweifele, daß er das Rennen faehrt um zu gewinnen, aber er wird
definitiv vorne dabei sein und wenn er als einer der ersten ueber Eagle
Summit kommt wird es schwierig sein ihn zu stoppen.
Connie Frerichs auch ueber 40, tritt das Rennen nun zum elften Male an.
Ihre Kraft ist erstaunlich und jedes Jahr hat das Feuer in ihren
Augen, ihr Wille uns etwas gegeben, wenn sie bei uns am Tisch sass um 6
Ruehreier oder drei Tassen Gulasch zu verputzen.
Jerry Louden ist was wir ein 'dark horse' nennen. Ein dunkles Pferd.
Keiner weiß, was er machen wird und alle guten Musher werden ihn im Auge
behalten.
Noch weniger wissen die Leute, wieso er mit Aily Zirkle brach, die letztes
Jahr den Quest als erste Frau gewann.
Wir kannten Aily in '101' seit mehreren Jahren in denen sie fuer Jerry
alle Rennen organisierte und an jedem Checkpoint auf ihn wartete um zu
helfen soweit es die Gesetze zuliessen. Auch benutzte sie zum grossen
Teil die gleichen Hunde wie Louden, da sie einen gemeinsamen Zwinger
besassen.
Jerry ist ein leicht zu irritierender Mensch, und viele Leute
vermuten, daß Aily das Rennen letztes Jahr gewann weil die Hunde ihr
mehr trauten als Louden.
Ich bezweifele, daß er das Rennen gewinnen wird.
Als Aily letztes Jahr nach 101 kam und ihre Hunde fuetterte, sahen wir
ein Team mit 15 Partnern auf einem gemeinsamen Trail und nicht ein
Fuehrer mit mehr oder weniger gehorsamen Hunden.
Sie liebte die Hunde und die Hunde liebten sie. Nach tausenden von
Kilometern an Training ist dies der einzige Weg ein solches Rennen zu
gewinnen und das Team von 15 'Personen' schaffte es.....
Schandelmeier, Mackey und Lee, Sieger lang vergessener Rennen taten das
selbe.
Jim Hendricks sollte dieses Jahr in den ersten 10 auftauchen. Er kennt
die Strecke und hat sie oft gefahren.
Auch er ist etwas aufbrausend zu Zeiten. Musher mit solchen Gemuetern
gewinnen Kurzstrecken-Rennen, aber selten die wirklich grossen, langen
Strecken.
Hunde uebernehmen das Gemuet ihrer Herren,und so seltsam dies dem
Normalmenschen erscheint gewinnen Hunde wie gesagt oft aus Liebe, nicht
aus Respekt fuer ihre Besitzer. Aus Spass am Rennen...aus der
Verbindung zum 'Rudelfuehrer'.
Die Zusammenarbeit von Mensch und Hund in einem Rennen wie die Yukon
Quest hat mehr Details und unterschwellige Psychologie als der normale
Zuschauer wahrnehmen kann.
Die Dinge, die ein Rennen wie dem 'Quest' ausmachen, sind kaum zu
beschreiben, aber vielleicht laessen meine Worte ahnen, daß es mehr als
nur 1700 km sind, die den Sieg ausmachen.
Trail und Wetter
Rekorde werden dieses Jahr kaum gebrochen werden und die Teams sind
jetzt schon nervoes.
Der Yukon begann erst im Dezember zu gefrieren und tat dies langsam.
Eisschollen haben sich auf dem Fluss zusammengeschoben und der Trail, der
am Anfang auf dem Eis des Yukon gelegt wird ist in katastrophalem
Zustand.
Oft gefriert der Yukon auf 'sanfte' Art und baut einen
wunderbaren, schnellen Trail.
Dieses Jahr allerdings gleicht er mehr einer Felslandschaft als einer
Autobahn.
Schon jetzt ist beschlossen worden, daß die Schlitten Whitehorse mit
Sperrholz an den Seiten verlassen werden um mit ihren Hunden ueber das
Labyrinth der Eisschollen des Yukon zu klettern waehrend Freiwillige
versuchen, mit Motorsaegen den schlimmsten Teil des Trails auf dem Yukon
etwas zu ebnen.
Die diesjaehrigen Trailbreaker mit ihren Motorschlitten werden Tage vor
dem ersten Team Whitehorse verlassen muessen um sich ueber den Yukon zu
kaempfen und sicherlich selbst Motorsaegen mitnehmen.
Selbst Hundeschlitten sind leichter durch ein Eislabyrint zu bringen als
ein Motorschlitten.
Ich beneide sie nicht und selten wird deren Geschichte erzaehlt.
Im Gegensatz zum Iditarod, der in Anchorage beginnt, muß ein Teilnehmer
des Quests seinen Schlitten bis zum Ende des Rennens benutzen. Falls der
Schlitten bricht und nicht repariert werden kann ist das Rennen fuer den
Teilnehmer beendet.
Nun stelle man sich vor, daß der Schlitten umkippt, sich in einer
Eisscholle verhakt und 14 Hunde ziehen......
Es wuerde den Schlitten zerreissen.
Das Sperrholz an den Seiten, wie der Yukon Quest entschieden hat, soll
die Gefahr des "Einhakens" vermindern.
Denoch werden die Musher nach Alaska kommen.
Da wir einen warmen Winter mit wenig Schnee hatten (zumindest in Alaska)
wird sie auf den Bergkuppen nichts mehr als ein steiniger Weg
erwarten. Stuerme haben den meisten Schnee in die Taeler geblasen und
Kufen werden brechen.
Ein Hochdruckgebiet in Sibirien mit Temperaturen um -55 C wartet darauf
nach Alaska zu wandern waehrend ich dies schreibe.
Traditionsgemaess kommt unser Wetter oft aus dieser Gegend.
In 16 Tagen beginnt das Rennen...
Im Augenblick haben wir Temperaturen um -5 C.
Beides kann verheerende Auswirkungen haben.
Bei Temperaturen ueber -20 C ueberhitzen die Schlittenhunde in Rennen
recht leicht, da sie ein dickes Fell tragen.
Bei -50 C wird die Kaelte fuer die Fuehrer und Hunde zu einem
'Kalorienfest',was selten gluecklich endet.
Um Koerperwaerme zu halten verbrennen Hunde Unmengen an Kalorien,
sind aber nach den langen Laeufen zu erschoepft um viel zu essen.
Strategie, Durchhaltevermoegen und Liebe zu den Hunden spielen auch hier
eine Rolle, die fuer viele kaum zu verstehen ist.
Auf der anderen Seite muß ich hier klarstellen, daß Hunde im Yukon
Quest weit besser versorgt sind als im Iditarod.
Jeder Checkpoint hat einen (freiwillig/unbezahlten) Tierarzt. Dieser
untersucht die Hunde, redet mit den Mushers und nimmt eventuell auch Hunde
aus dem Rennen.
Auch wir haben jedes Jahr einen Tierarzt und nach dem Gesetz des Quest
gilt, daß jeder Hund der von einem Tierarzt als ungesund empfunden wird
sofort aus dem Rennen genommen werden muß.
Gewinner?
Mit dem verheerendem Zustand der Trails wird dieses Jahr ohne Zweifel
kein Rekord gebrochen werden.
Und wer gewinnt ?
Auch dies ist zweifelhaft wie jedes Jahr.
Man muss nur an Aily Zirkle denken, die letztes Jahr gewann. Keiner hatte
sie als Sieger gewaehlt aber mit den Quest-erfahrenen Hunden von Jerry
Louden und ihren eigenen Favoriten einschliesslich viel Liebe und
Hartnaeckigkeit schlug sie das gesamte Feld.
Schandelmeier und Turner werden im Vorfeld sein. Dave Dalton, ein weiterer
Altmeister des Quest wird sicherlich unter den Top 10 auftauchen.
Dann gibt es eben die 'Dark horses'..., die dunklen Pferde, von denen
keiner genau weiß,; wie sie sich verhalten.
Hugh Neff, ein junger Musher aus meiner eigenen Nachbarschaft mit
Kraft, Uebermut (Dinge die sich nach 7-8 Tagen im Rennen
erfahrungsgemaess legen...) und guten Hunden, die er liebt.
Sonny Lindner, einer der aeltesten Fuechse im Rennen und gleichzeitig der
Mann, der das erste Rennen in 1984 gewann.
Carrie Farr, ebenfalls ein alter Recke der Quest.
Das erstaunlichste am 'haertesten Schlittenhunderennen der Welt' ist
fuer mich immer noch, daß kaum jemand unter 40 Jahren das Rennen gewonnen hat.
Aily Zirkle war ohne Zweifel, abgesehen von der Tatsache, daß sie eine
Frau war, eine der juengsten Sieger(innen) des Rennens.
Stoisches Durchhaltevermoegen, Wissen und Strategie sowie Liebe zum Team
entscheiden dieses Rennen und Alter ist nur eine Frage der Gesundheit.
Erfahrungsgemaess verlieren Leute unter 30 das Rennen einfach 'gegen
sich selbst' ,wie Frank Turner einmal sagte.
'Die jungen Musher sind zu hektisch und machen sich selber und ihre
Hunde muede.'
Die 'alten Fuechse' schlafen, sitzen auf Platz 5-10 und warten, bis den
unerfahrenen Teams die Puste ausgeht.....
In den naechsten Wochen werde ich mehr ueber das Rennen schreiben,und
hoffe den Fans der Yukon Quest weitere Informationen zu geben.
Happy Trails,
Peter
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