Y u k o n   Q u e s t ™ - R e p o r t a g e n


Informationen zum härtesten Hundeschlittenrennen der Welt:
Bilder, Videos, Audioberichte, Listen der Gewinner/Musher und Links.
Das nächste Yukon Quest™ Rennen startet im Februar 2001.

Yukon Quest
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Yukon Quest Reportagen
Mit freundlicher Genehmigung von Peter Kamper
© Copyright Peter Kamper

R E P O R T

Anekdoten

Vor langer Zeit fragte mich der damalige Racemanager des Yukon Quest, ob ich vielleicht als Freiwilliger Dogdrop 101 (Eine Art Checkpoint) des Yukon Quest uebernehmen koennte:
'Es ist kalt und zugig, ohne Strom und gleich unterhalb von Eagle Summit', sagte man mir. 'Alles, was du tun mußt ist den Holzofen in Gang halten und auf die Schlittenhunde warten.' Ich hatte damals natuerlich nicht die geringste Ahnung von Schlittenhunden, da aber ein Holzofen kein Problem erschien, sagte ich begeistert zu. Solch ein Angebot bekommt man ja nicht alle Tage.
Musher
Als ich in jenem Winter die 170 km von Fairbanks auf schneebedeckten Schotterstrassen noerdlich fuhr um 'meinen' Platz im Rennen einzunehmen hatte ich meine vierjaehrige Tochter dabei, es waren -30 C und ein Sturm war von Norden ueber das Innere Alaskas hereingebrochen. Ich fuhr einen kleinen Subaru und hatte keine Ahnung, was mich erwartete. Als die ersten Musher eintrafen war ich allerdings so aufgeregt, daß ich nicht wusste, was ich tun sollte. Dies entsprach allerdings auch der Wahrheit, denn ich hatte keinerlei Erfahrungen. Heute,6 Jahre spaeter, denke ich an das erste Jahr zurueck und alte Erinnerungen kommen auf:
Der Hamradio-Spezialist, der vom Yukon Quest Office geschickt wurde und unsere einzige Verbindung zur Aussenwelt war, verwechselte 'minus' mit 'plus' an seinem Sendegeraet und schmorte es durch - Funkstille....
Rick Mackey saß am Ofen um seine durchgeweichten Socken zu lueften und erklaerte einem anderen Musher (Schlittenhundefuehrer): 'Erst faehrst du Eagle Summit hoch, danach geht es ploetzlich steil runter.'
Als ich die Strecke zum ersten Male fuhr, verschwanden ploetzlich in der Dunkelheit alle meine Hunde vor mir und dann hing ich in der Luft und rutschte danach mit allen Hunden 800 Meter in Tal. Lass mich dir einen guten Rat geben: 'Wenn deine Hunde verschwinden, schmeiss den Schlitten um und setz dich auf deinen Schneeanker. Das wird die Talfahrt vielleicht verlangsamen...'
Der Neuling sah etwas bedrueckt aus.... Als draussen der Sturm heulte, wollte damals keiner den Trail zum Gipfel brechen. Sie saßen in der Huette, kratzten ihre unrasierten Kinne und starrten sich gegenseitig an.
Wozu zuerst aufbrechen, den Trail raeumen und seine Hunde ermueden ? Da das Rennen damals in Fairbanks begann, lagen noch ueber 1000 km an Trail vor den Hunden. Viel Zeit fuer Heldentum.... 'Und...', fragte ein Musher den anderen, 'wann brichst du auf ?' 'Hmmm, bin mir nicht sicher..., und du ?' 'Hmmm, weiss noch nicht. Mal sehen....'
Schandelmeier
Es war Schandelmeier, ein grosser, schlanker Trapper, der endlich wortlos aufstand und seinen Overall von einem der Deckenhaken um den grossen Holzofen nahm um hinaus ins Schneegestoeber zu gehen. Unruhe entstand.
'Er faehrt....!' 'Faehrt er wirklich ?' Zwei Musher gingen hinaus um nachzugucken. 'Er hat seine Hunde angespannt.' Keiner wollte zu weit hinter Schandelmeier zurueckbleiben und die Suche nach Handschuhen, Thermosflaschen und Jacken begann in aufkommender Hektik.
Schandelmeier ging soweit, daß er hinten auf seinem Schlitten stand und seine Hand zum Schneeanker senkte. Dann liess er ihn wieder los, trat ihn mit einer kraeftigen Bewegung tiefer in den Schnee, legte sich in seinen Schlitten und schloss seine Augen.
Seine Hunde waren etwas verdutzt aber legten sich wieder. Die anderen Schlittenhundefuehrer ,damit beschaeftigt ihre eigenen Hunde anzuspannen, guckten verdutzt und etwas aergerlich. Zwei Stunden spaeter verliess Butteri als erster 101, und John Schandelmeier schwang sich aus seinem Schlitten als haette er nie geschlafen. Er zog den Schneeanker, schnalzte einmal mit der Zunge und rief: 'Mush!', seine Hunde zogen an und er verliess 45 Sekunden hinter Butteri Dogdrop 101. Butteri musste den Trail 'brechen' und ermuedete mit dieser Entscheidung seine Hunde.
Psychlogische Kampftechniken wie diese sind normal in der Quest. Dies passierte vor 6 Jahren, und wir haben weit mehr Taktiken gesehen die Sieger von Verlieren unterschieden haben und neben den Hunden den wichtigste Teil des Rennens bilden als einfaches Warten.

Eagle Summit

101 liegt am Rande einer einsamen Schotterstrasse 170 km nordoestlich von Fairbanks, die sich stolz 'Steese Highway' nennt. 'Highway' ist etwas uebertrieben aber dies besorgt keinen hier. Fuer deutsche Verhaeltnisse ist es etwas zwischen breitem Feldweg und ungeteerter Landstrasse. Da das Rennen abwechselnd in Fairbanks oder Whitehorse startet, ist 101 entweder ein hektischer Platz oder ein entscheidender Punkt fuer die Sieger des Rennens.
Letztes Jahr hatten wir 30 Teams zur gleichen Zeit, die bei uns campierten bevor sie den hoechsten Punkt des Rennens angingen, da das Rennen in Fairbanks begann. Dieses Jahr wird es anders aussehen,da das Rennen in Whitehorse beginnt.
Wer immer von Cental, einem kleinen Goldgraeberdorf westlich von uns Eagle Summit zuerst ueberquert, hat eine recht gute Chance das Rennen zu gewinnen. Von der Central-Seite aus ist der Berg so steil, daß ein Team fast den Berg wieder hinunter rutschen kann. Musher nehmen oft ihre Ausruestung und tragen sie jeweils 100 Meter vor indem sie Tritte in den verwehten Schnee treten um den dann leichteren Schlitten mit Hunden folgen zu lassen.
Husky
Im Jahr 1998, nachdem wir Dogdrop 101 fuer die kommenden Musher organisiert und ausgelegt hatten, fuhren wir nach Central, wo die ersten Teams eintreffen wuerden. Der Checkpoint in Central ist ein Restaurant/Bar namens Crabb's Corner. Das Dorf hat ca.200 Einwohner und liegt einsam am Rande der Yukon Ebene.
Bruce Lee und Andre Nadeau hatten sich bis zu diesem Punkt ein Rennen geliefert, das alle anderen Teilnehmer hinter sich gelassen hatte. Keiner hatte geglaubt, daß Nadeau, ein Neuling des Yukon Quest und ein Kanadier aus Ontario so weit vorne liegen wuerde. Er hatte immer noch einen 50 Minuten Vorsprung vor Bruce Lee. Als er sich die Bilder der Westseite des Eagle Summit anguckte, die in einer Ecke der Bar haengen, stand ich hinter ihm. Er betrachtete die Bilder fuer einen Augenblick, zuckte mit den Schultern und meinte zu seiner Frau: 'Nichts besonderes....., ich habe viele Berge von der Sorte ueberquert.'
Als er in 101 ankam, waren seine Hunde erschoepft und er selbst auch. Lee, der den Berg kannte, hatte sich an Nadeaus Team gehaengt, das den verwehten Trail brach und gewann das Rennen schlussendlich.
Auch in Jahren davor, speziell wenn das Rennen in Whitehorse begann, war es oft Eagle Summit, der den Gewinner und den Verlierer kuehrte.

Trailbreaker

Wie jedes Jahr besetzen auch dieses Jahr nur Freiwillige 101, jedoch sind wir bei weitem besser organisiert als ich es vor 6 Jahren war. Meine Tochter Zena ist nun fast 10 Jahre alt und (zumindest ihrer eigenen Meinung nach) ein alter Recke. Viele Musher, wie John Schandelmeier, Dave Dalton oder Frank Turner werden sie wiedererkennen. Monti (Montgomery Barnett), ein alter Freund von mir besitzt nicht nur einen Motorschlitten mit 150 PS, sondern weiß ihn auch zu benutzen. Vor 5 Jahren war er offizieller 'Trailbreaker' fuer den Yukon Quest und brach und markierte den gesamten Trail von Fairbanks bis nach Whitehorse in 11 Tagen.
Die Suche der Trailbreakers nach einem geeignetem Trail ist weit schwieriger als der Trail selbst. Motorschlitten brechen im Eis ein, oft muß man umkehren um eine bessere Strecke zu finden und die Leute, die dies ueber 1700 km Wildnis tun, sehen meist erschoepfter aus als die Musher selber. Nie wird ueber diese Leute geredet, die ihren Maschinen und sich selbst das aeußerste abverlangen um den Mushern einen Trail zu brechen und auch sie bekommen nur Benzin fuer ihre Muehe.
Dieses Jahr wird Monti wie schon seit einigen Jahren wieder mit 101 helfen und bei stuermischem Wetter den Trail bis zum baumlosen Gipfel fuer die Musher freihalten. Dies ist bei Wetterverhaeltnissen mit Temperaturen von bis zu -50 C und sturmartigen Winden nicht ganz einfach.
Und was passiert mitten in der Nacht, wenn der Motorschlitten 20 km von der naechsten Huette entfernt nicht mehr anspringt....? Monti ist der Einzige, von dem ich wirklich weiß, daß er den Motorschlitten reparieren kann oder ansonsten ueberlebt bis wir ihn holen oder er einen Musher findet.
Exkursionen dieser Art sind kein Scherz und gerade deshalb findet man sie nicht unter 'Touristenangeboten'. Selten denken wir daran, daß sie toedlich enden koennen und dies schon oft getan haben.
7 Leute sind diesen Winter schon mit Motorschlitten gestorben. Im Sommer gab es nur 2 Baerentote...

Freiwillige

Auch Kevin Abnett wird wieder dabei sein.Er ist unser Hamradio Mann und haelt Verbindung zur zivilisierten Welt. Ich muss hier fairer Weise erwaehnen, daß er nicht derjenige war, der vor sechs Jahren 'plus' mit 'minus' vertauschte und sein Geraet demolierte, aber er ist ein Teil der Truppe seit 5 Jahren.
Freiwillige
'The Hamster', wie wir ihn nennen (von 'Ham-Radio' = Kurzwelle) ist normaler Weise an der Universitaet von Fairbanks beschaeftigt und Spezialist fuer Computerprogramme. Etwas das man ihm nicht ansieht und was er nur zeigt, wenn es noetig ist. Andere Freiwillige werden kommen. Dwight Furr, der den Junior Yukon Quest zwischen Angel Creek und Fairbanks organisiert. Ein 58 jaehriger Mann der, bevor er in Rente ging eine riesige Firma leitete und inzwischen von uns schon auserkoren wurde um den Filmcrews als Leiter von 101 vorgestellt zu werden. Ich bin sicher, daß er Interviews zweifelsohne weit besser handhaben kann als ich...
R E P O R T

Musher

In wenigen Tagen ist es wieder soweit. Fast 400 Hunde und 34 Musher (Schlittenhundefuehrer) werden den 1700 km langen Trek von den Yukon Territories bis nach Alaska zuruecklegen und dies innerhalb von 11 schlaflosen Tagen. Windgeschwindigkeiten von bis zu 80 km/h, Temperaturen die bis auf -50 C sinken und Schlaflosigkeit werden die Begleiter der Teams sein und manch einer wundert sich, wieso Maenner und Frauen sich diesen Bedingungen aussetzen.
Turner
Frank Turner hat als einziger alle Yukon Quest-Rennen seit 1984 gefahren und antwortete auf die Frage des 'Warum' lachend: 'Ich bin noch in Therapie. Fragen sie mich naechstes Jahr !' Er ist ein unscheinbarer Mann mit dunklem Bart, ein klein bischen uebergewichtig und ruhig. Sein freundliches Laecheln und seine bedachten Bewegungen wenn er seine Hunde fuettert, seine Witze und selbst sein Gesicht wuerden einen seine Kraft und Strategiefaehigkeiten nie erahnen lassen.
Er ist weit ueber 40 Jahre alt, wie viele der wirklich erfahrenen Musher und haelt den Rekord der Quest indem er das Rennen 1995 in 10 Tagen 16 Stunden und 20 Minuten gewann, oder wie er immer betont, nicht er, sondern seine Hunde. Diese Zeit wurde nie geschlagen.
Schandelmeier, der alte Fuchs, wird auch wieder dabei sein. Waehrend viele Neulinge in modischen Winterkleidungen von dieser oder jener Firma auftauchen traegt er immer seinen alten Overall und erscheint unberuehrt von allem um sich herum. Ich bezweifele, daß er das Rennen faehrt um zu gewinnen, aber er wird definitiv vorne dabei sein und wenn er als einer der ersten ueber Eagle Summit kommt wird es schwierig sein ihn zu stoppen.
Connie Frerichs auch ueber 40, tritt das Rennen nun zum elften Male an. Ihre Kraft ist erstaunlich und jedes Jahr hat das Feuer in ihren Augen, ihr Wille uns etwas gegeben, wenn sie bei uns am Tisch sass um 6 Ruehreier oder drei Tassen Gulasch zu verputzen.
Jerry Louden ist was wir ein 'dark horse' nennen. Ein dunkles Pferd. Keiner weiß, was er machen wird und alle guten Musher werden ihn im Auge behalten. Noch weniger wissen die Leute, wieso er mit Aily Zirkle brach, die letztes Jahr den Quest als erste Frau gewann. Wir kannten Aily in '101' seit mehreren Jahren in denen sie fuer Jerry alle Rennen organisierte und an jedem Checkpoint auf ihn wartete um zu helfen soweit es die Gesetze zuliessen. Auch benutzte sie zum grossen Teil die gleichen Hunde wie Louden, da sie einen gemeinsamen Zwinger besassen. Jerry ist ein leicht zu irritierender Mensch, und viele Leute vermuten, daß Aily das Rennen letztes Jahr gewann weil die Hunde ihr mehr trauten als Louden. Ich bezweifele, daß er das Rennen gewinnen wird. Als Aily letztes Jahr nach 101 kam und ihre Hunde fuetterte, sahen wir ein Team mit 15 Partnern auf einem gemeinsamen Trail und nicht ein Fuehrer mit mehr oder weniger gehorsamen Hunden. Sie liebte die Hunde und die Hunde liebten sie. Nach tausenden von Kilometern an Training ist dies der einzige Weg ein solches Rennen zu gewinnen und das Team von 15 'Personen' schaffte es.....
Schandelmeier, Mackey und Lee, Sieger lang vergessener Rennen taten das selbe.
Jim Hendricks sollte dieses Jahr in den ersten 10 auftauchen. Er kennt die Strecke und hat sie oft gefahren. Auch er ist etwas aufbrausend zu Zeiten. Musher mit solchen Gemuetern gewinnen Kurzstrecken-Rennen, aber selten die wirklich grossen, langen Strecken.
Hundeliebe
Hunde uebernehmen das Gemuet ihrer Herren,und so seltsam dies dem Normalmenschen erscheint gewinnen Hunde wie gesagt oft aus Liebe, nicht aus Respekt fuer ihre Besitzer. Aus Spass am Rennen...aus der Verbindung zum 'Rudelfuehrer'.
Die Zusammenarbeit von Mensch und Hund in einem Rennen wie die Yukon Quest hat mehr Details und unterschwellige Psychologie als der normale Zuschauer wahrnehmen kann.
Die Dinge, die ein Rennen wie dem 'Quest' ausmachen, sind kaum zu beschreiben, aber vielleicht laessen meine Worte ahnen, daß es mehr als nur 1700 km sind, die den Sieg ausmachen.

Trail und Wetter

Rekorde werden dieses Jahr kaum gebrochen werden und die Teams sind jetzt schon nervoes. Der Yukon begann erst im Dezember zu gefrieren und tat dies langsam. Eisschollen haben sich auf dem Fluss zusammengeschoben und der Trail, der am Anfang auf dem Eis des Yukon gelegt wird ist in katastrophalem Zustand.
Oft gefriert der Yukon auf 'sanfte' Art und baut einen wunderbaren, schnellen Trail. Dieses Jahr allerdings gleicht er mehr einer Felslandschaft als einer Autobahn.
Schon jetzt ist beschlossen worden, daß die Schlitten Whitehorse mit Sperrholz an den Seiten verlassen werden um mit ihren Hunden ueber das Labyrinth der Eisschollen des Yukon zu klettern waehrend Freiwillige versuchen, mit Motorsaegen den schlimmsten Teil des Trails auf dem Yukon etwas zu ebnen.
Die diesjaehrigen Trailbreaker mit ihren Motorschlitten werden Tage vor dem ersten Team Whitehorse verlassen muessen um sich ueber den Yukon zu kaempfen und sicherlich selbst Motorsaegen mitnehmen. Selbst Hundeschlitten sind leichter durch ein Eislabyrint zu bringen als ein Motorschlitten. Ich beneide sie nicht und selten wird deren Geschichte erzaehlt. Im Gegensatz zum Iditarod, der in Anchorage beginnt, muß ein Teilnehmer des Quests seinen Schlitten bis zum Ende des Rennens benutzen. Falls der Schlitten bricht und nicht repariert werden kann ist das Rennen fuer den Teilnehmer beendet. Nun stelle man sich vor, daß der Schlitten umkippt, sich in einer Eisscholle verhakt und 14 Hunde ziehen...... Es wuerde den Schlitten zerreissen. Das Sperrholz an den Seiten, wie der Yukon Quest entschieden hat, soll die Gefahr des "Einhakens" vermindern. Denoch werden die Musher nach Alaska kommen.
Da wir einen warmen Winter mit wenig Schnee hatten (zumindest in Alaska) wird sie auf den Bergkuppen nichts mehr als ein steiniger Weg erwarten. Stuerme haben den meisten Schnee in die Taeler geblasen und Kufen werden brechen.
Ein Hochdruckgebiet in Sibirien mit Temperaturen um -55 C wartet darauf nach Alaska zu wandern waehrend ich dies schreibe. Traditionsgemaess kommt unser Wetter oft aus dieser Gegend. In 16 Tagen beginnt das Rennen... Im Augenblick haben wir Temperaturen um -5 C. Beides kann verheerende Auswirkungen haben. Bei Temperaturen ueber -20 C ueberhitzen die Schlittenhunde in Rennen recht leicht, da sie ein dickes Fell tragen. Bei -50 C wird die Kaelte fuer die Fuehrer und Hunde zu einem 'Kalorienfest',was selten gluecklich endet. Um Koerperwaerme zu halten verbrennen Hunde Unmengen an Kalorien, sind aber nach den langen Laeufen zu erschoepft um viel zu essen. Strategie, Durchhaltevermoegen und Liebe zu den Hunden spielen auch hier eine Rolle, die fuer viele kaum zu verstehen ist.
Hundecheck
Auf der anderen Seite muß ich hier klarstellen, daß Hunde im Yukon Quest weit besser versorgt sind als im Iditarod. Jeder Checkpoint hat einen (freiwillig/unbezahlten) Tierarzt. Dieser untersucht die Hunde, redet mit den Mushers und nimmt eventuell auch Hunde aus dem Rennen.
Auch wir haben jedes Jahr einen Tierarzt und nach dem Gesetz des Quest gilt, daß jeder Hund der von einem Tierarzt als ungesund empfunden wird sofort aus dem Rennen genommen werden muß.

Gewinner?

Mit dem verheerendem Zustand der Trails wird dieses Jahr ohne Zweifel kein Rekord gebrochen werden.
Und wer gewinnt ?
Auch dies ist zweifelhaft wie jedes Jahr. Man muss nur an Aily Zirkle denken, die letztes Jahr gewann. Keiner hatte sie als Sieger gewaehlt aber mit den Quest-erfahrenen Hunden von Jerry Louden und ihren eigenen Favoriten einschliesslich viel Liebe und Hartnaeckigkeit schlug sie das gesamte Feld. Schandelmeier und Turner werden im Vorfeld sein. Dave Dalton, ein weiterer Altmeister des Quest wird sicherlich unter den Top 10 auftauchen. Dann gibt es eben die 'Dark horses'..., die dunklen Pferde, von denen keiner genau weiß,; wie sie sich verhalten. Hugh Neff, ein junger Musher aus meiner eigenen Nachbarschaft mit Kraft, Uebermut (Dinge die sich nach 7-8 Tagen im Rennen erfahrungsgemaess legen...) und guten Hunden, die er liebt. Sonny Lindner, einer der aeltesten Fuechse im Rennen und gleichzeitig der Mann, der das erste Rennen in 1984 gewann. Carrie Farr, ebenfalls ein alter Recke der Quest.

Aily Zirkle
Das erstaunlichste am 'haertesten Schlittenhunderennen der Welt' ist fuer mich immer noch, daß kaum jemand unter 40 Jahren das Rennen gewonnen hat. Aily Zirkle war ohne Zweifel, abgesehen von der Tatsache, daß sie eine Frau war, eine der juengsten Sieger(innen) des Rennens. Stoisches Durchhaltevermoegen, Wissen und Strategie sowie Liebe zum Team entscheiden dieses Rennen und Alter ist nur eine Frage der Gesundheit. Erfahrungsgemaess verlieren Leute unter 30 das Rennen einfach 'gegen sich selbst' ,wie Frank Turner einmal sagte. 'Die jungen Musher sind zu hektisch und machen sich selber und ihre Hunde muede.' Die 'alten Fuechse' schlafen, sitzen auf Platz 5-10 und warten, bis den unerfahrenen Teams die Puste ausgeht.....

In den naechsten Wochen werde ich mehr ueber das Rennen schreiben,und hoffe den Fans der Yukon Quest weitere Informationen zu geben.

Happy Trails,
Peter


Text © Copyright Peter Kamper / Photos Courtesy of KUAC, John McWhorter + Daily News Miner


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