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Iditarod 2002 News
Von Jlona-Maria Richey und Ragnar Rademacher
© Copyright Jlona-Maria Richey und Ragnar Rademacher

I D I T A R O D   N E W S

13. Maerz: Die Top 20 in Nome

38 Musher sind noch auf dem Trail. Die ersten 20 Musher haben bereits Nome erreicht. Überraschend ist wohl das gute Abschneiden der beiden Iditarod-Neulinge aus Norwegen, Robert Sorlie und Kjetil Backen, die die Plaetze 9 und 10 belegten.
Dee Dee Jonrowe, die lange in der Spitzengruppe mitgefahren ist, musste sich schliesslich mit einem 16. Platz zufrieden geben. Sie hatte erhebliche Probleme mit ihren Hunden bekommen und brauchte 16 Stunden um von Elim nach Golovin zu kommen. Dort brachte sie einen ihrer Hunde im Schlitten mit, die Tieraerzte stellten Austrocknung, Unterkuehlung und wahrscheinlich einen Schock bei dem armen Tier fest. Nachdem der Zustand des Hundes stabilisiert wurde, hat man ihn nach Nome geflogen. Jonrowe selber soll waehrend des Rennes Antibotika eingenommen haben, da sie sich auch nicht wohl fuehlte. Wahrscheinlich hat sich die, in Deutschland geborene, Musherin auch selbst unter Druck gesetzt, da sie endlich das Iditarod auch einmal gewinnen wollte, bei 20 Teilnahmen hat sie es 12mal in die Top 10 geschafft, 1993 und 1998 wurde sie zweite.


12. Maerz: Es wird nochmal spannend

Sieben Minuten - das ist die Zeit die Martin Buser von seinem drei Stunden Vorsprung vor Ramy Brooks uebrig blieb. Buser, mit 10 Hunden, verliess den Checkpint Elim um 10.59 Uhr - Brooks, nur noch mit acht Hunden unterwegs, um 11.06 Uhr. Der Big Lake Musher hielt sich fast drei Stunden in Elim auf - Brooks hingegen nur zwei Minuten.
Den dritten Platz verteidigt weiterhin John Baker der in Elim noch Rast haelt, er kam zwei Stunden nach Brooks an. Dee Dee Jonrowe hat nur noch sieben Hunde und ist, ebenso wie Charlie Boulding, der zum ersten Mal unter den Top 5 ist, auf dem Weg nach Elim. Die schnellste Durchschnittsgeschwindigkeit hat im Moment der Deutsche Nils Hahn, der sich auf dem 32. Platz befindet und nun in Kaltag Rast macht.
Mittlerweile wurde bekannt, dass der erste Hunde ums Leben gekommen ist; Goro, ein fuenf Jahre alter Hund aus dem Team von Jim Oehlschlaeger starb auf dem Weg nach Ruby. An dem Hund wird obligatorisch eine Autopsie durchgefuehrt um die genaue Todesursache festzustellen. Der Race Marshall sah aber keinen Grund den Musher aus Ohio vom Rennen auszuschliessen.


11. Maerz: Buser wird gejagd

Ramy Brooks, der zweitplazierte faehrt zwar im Moment schnellere Zeiten als der fuehrende Martin Buser vor ihm, ist aber immer noch drei Stunden hinter ihm. Mittlerweile wird von den meisten erwartet, dass Buser, der nun schon in Elim ist, den Iditarod-Rekord von Swingley, dieses Jahr schlaegt.
Obwohl natuerlich viele Alaskaner auf ihre beiden Landsleute Brooks und Baker setzen und hoffen das einer der beiden vielleicht Buser doch noch einholen kann. Brooks und Baker sind beide Iditarod-Veteranen und haben sich schon unter den Top 10 plazieren koennen. Dee Dee Jonrowe die sich auf dem vierten Platz befindet, raeumt sich wenig Chancen ein noch an Baker vorbei zu kommen, Bakers Team haette mehr Erfahrung mit den Witterungsverhaeltnissen an der Kueste - John Baker stammt aus Kotzebue. Starke Winde (bis zu 70 mph) und Schneeverwehungen herrschen an der Beringkueste.

Der fuenfmalige Iditarod Gewinner, Rick Swenson, der bei seinen 24. Teilnahmen immer einen Platz in den Top 10 inne hatte (ausser 1998 - Platz 11), belegt zur Zeit 'nur' den 16. Platz. Grund dafuer duerfte sein, dass einige seiner wichtigsten Hunde laeufig sind. Sonny King, der letztes Jahr noch neunter wurde und sich jedes Jahr, seit seiner ersten Teilnahme 1997, immer besser plazierte, belegt den 31. Platz mit einem kranken Team. Und auch Bill Cotter, hat Schwierigkeiten mit seinem Team, da er seiner eigenen Meinung nach, die 24-Stundenrast zu spaet eingelegt haette. Der 54jaehrige meinte auch, dass dies sein letztes Iditarod-Rennen sein wird. Hans Gatt, der Gewinner des diesjaehrigen Copper Basin und Yukon Quest, sagt, dass seine Hunde wohl nicht zwei Tausend-Meilen-Rennen innerhalb von einem Monat rennen wollen - das Team waere einfach 'platt'.

Die drei Norweger, Kjetil Backen, Robert Sorlie und Harald Tunheim hingegen ueberraschen doch viele, besonders die beiden Iditarod-Neulinge Backen und Sorlie, die die Plaetze 10 und 11 belegen und wohl auch den Titel 'Rookie of the year' unter sich ausmachen werden. Der Veteran Tunheim ist zur Zeit auf dem 13. Platz. Insider meinten, dass die beiden Neulinge aus Norwegen, noch weiter vorne liegen koennten, wenn sie die Strecke besser kennen wuerden. Vielleicht dann naechstes Jahr...


09. Maerz: Fiedler musste aufgeben

Linwood Fiedler, der noch letztes Jahr zweiter wurde, musste alle seine Traeume und Hoffnungen begraben und gab am Freitag auf. Der Musher aus Willow, war nur noch mit acht Hunden unterwegs und das restliche Team wurde, wahrscheinlich durch eine Virusinfektion ausgeloest, durch Bauchkraempfe geplagt. Fiedler sah ein, dass es keinen Sinn mehr hatte weiter zu fahren und kehrte auf dem zugefrorenen Yukon River Richtung Ruby zurueck. Schon nach dem 24-Stundenaufenthalt in Cripple war zu bemwerken, dass im Gegensatz zu Buser, Brooks und Jonrowe, Fiedlers Team nicht mehr mithalten konnte; die vier vor ihm waren schneller unterwegs als er und auch nach der 8-Stunden Rast in Ruby wurde es nicht besser. Fiedlers Stimmung ist natuerlich schlecht, nicht nur weil er ausgeschieden ist, sondern weil er sich auch Sorgen um seine kranken Hunde macht.

Judy Merrit hat bereits am Donnerstag am Rainy Pass augeben muessen. Die Musherin aus Moose Pass, Alaska, war durch den Farewell Burn und der Dalzell Schlucht, ziemlich mitgenommen.

Und auch Lance Mackey, ein Bruder von Rick Mackey, hat heute in Ophir mit acht verbliebenen Hunden aufgeben muessen.

Der 'MILLENNIUM HOTEL ANCHORAGE FIRST MUSHER TO THE YUKON AWARD' ging an den Noch-Schweizer Martin Buser, der als erster Ruby erreichte. Er wurde mit einem 7-Gaenge Menue, zubereitet von einem Chefkoch des Millennium (Regal Alskan) Hotel Anchorage und 3.500$ belohnt. Buser hat, in dem 188 Einwohner grossen Dorf, auch die vorgeschriebene 8-Stunden-Rast verbracht und meinte, dass er noch nie mit so einem guten Team, wie dieses Jahr gefahren waere auch andere Musher bestaetigten, dass seine Hunde einen hervorragenden Eindruck machten. Buser ist bereits, mit zwoelf Hunden, auf dem Weg nach Kaltag.

Video von Martin Buser I
Video von Martin Buser II

Am Ende des Iditarod-Rennes wird es wahrscheinlich eine Doppelhochzeit geben, da neben Doug Swingley, der in Knik seiner Verlobten einen Heiratsantrag machte, auch Harmony Kanavle und Jason Barron in Nome sich das Ja-Wort geben wollen. Kanavle und Barron, die beide das diesjaehrige Iditarod bestreiten, hatten sich beim Knik 200 im Jahre 1995 kennengelernt. Beide Paare hingegen kennen sich seit dem Kanavle und Barron vor ein paar Jahren von Alaska nach Montana zogen. Swingley gab ihnen Hunde und trainierte auch mit ihnen - wurde ihr Mentor. Seine Verlobte wird wahrscheinlich naechstes Jahr mit seinem Team das Iditarod bestreiten. Barron ist sich sicher, dass er Swingley ueberreden kann doch noch einmal das Iditarod zu fahren - der Druck wird ohnehin sehr gross werden, Kanavle hingegen meint, dass mit Swingleys Ausscheiden ihre Chancen gestiegen waeren naechstes Jahr das Iditarod zu gewinnen. John Barron, Vater von Jason, belegt zur Zeit den 25 Platz, Jason Barron den 50, Harmony Kanavle den 51. Platz und Doug Swingley ist auf dem 48. Platz.

Video von John Barron


06. Maerz: Martin Buser vorne

Der dreimalige Iditarod-Champion Martin Buser hat den ersten Award des diesjaerigen Rennens gewonnen. Da er als erster in McGrath ankam wurde ihm der 'PenAir Spirit of Alaska Award'
Martin Buser auf dem Trail
von der Fluggesellschaft PenAir, einem der Hauptsponsoren des Iditarod, ueberreicht. Neben der spirituellen Maske, die von einem Kuenstler aus Bristol Bay entworfen wurde, erhielt er einen Gutschein im Wert von 500$m, fuer Freimeilen der Fluggesellschaft. Der Preis wird ihm nochmals in Nome am 17. Maerz, beim Iditarod Award Banquet, uebergeben.

Buser war auch der erste, der den Checkpoint in Ophir erreichte, obwohl nun Linwood Fidler fuehrt der durch Ophir durchfuhr. Martin Buser, wird nun, neben Linwood Fiedler und Dee Dee Jonrowe, von vielen als der neue Favorit gesehen, nachdem Swingley bekannt gab, er wuerde nicht mehr ins Rennen eingreifen. Ein Vorteil von ihm waere z. Bsp., dass er seine groesseren Hunde vom letzten Jahr gegen kleinere und schlankere ausgetauscht haette, die mit dem diesjaehrigen schnellen Trail viel besser zu Recht kommen koennen.

Unterdessen wurde bekannt, dass ein paar Hunde, eine Nahreungsmittelvergiftung haben, da viel Fleisch und Fisch getaut und wieder gefroren ist, wahrscheinlich auch der Grund, das Aliy Zirkle nur noch mit 11 Hunden unterwegs ist.

Perry Solmonson, der am Montag aufgeben musste, hatte sich an seiner Hand verletzt, was neben der Tatsache, dass einige seiner weiblichen Hunde laeufig wurden, wohl Ausschlag gab, das Rennen zu beenden.

Bill Borden, aus Georgia wollte seine Frau am Checkpoint Finger Lake treffen, hatte aber erhebliche Schwierigkeiten seine Hunde zu ueberzeugen, dass es von Skwentna noch weiter geht, da er beim Trainieren Skwentna oft als Umkehrpunkt benutzt hatte...

++23.00Uhr++
Hans Gatt und Lance Mackey (auf dem 34. bzw. 35. Platz liegend) haben ihre 24-Stunden Zwangsrast in Nikolai, bei warmen und sonnigem Wetter, begonnen. Waehrendessen sind Fiedler, Brooks, Baker, Jonrowe und Buser in Ophir angekommen und schon auf dem Weg nach Cripple, dem erstem Checkpoint auf der Nordroute. Die Top5 sind sehr schnell unterwegs; Durchschnittszeiten zwischen 15.20-16.52mpH.


05. Maerz: Erste Musher ausgeschieden

Die ersten beiden Musher sind beim diesjaehrigen Iditarod ausgeschieden; Perry Solmonson, der Musher aus Washington, ist zwischen Yenta und Skwentna mit 14 Hunden aus dem Rennen gegangen und nach Yenta zurueckgekehrt. Der 66jaehrige Alaskaner Burt Bomhoff ist mit 15 Hunden in Skwentna ausgeschieden, er faehrt sein Team selbst nach Willow zurueck, wo er wohnt. Mehr Infos folgen...

Ramy Brooks fuehrt im Moment das Feld, vor John Baker und Jerry Riley, an die bereits auf dem Weg nach Nikolai sind. Der Titelverteidiger Doug Swingley liegt auf einem ueberraschendem 45. Platz. Geruechte besagen, das er seine Freundin und Musherparterin, Melanie Shirilla, auf dem Weg von Wasilla nach Knik, gefragt haben soll, ob sie ihn heiratet. Wo und wann die Heirat stattfinden soll, ist noch unbekannt - vielleicht in Nome unter dem Iditarod-Banner.

++20.40Uhr++
Doug Swingley mit seiner Ehefrau in spe
Doug Swingleys (neue) Rennstrategie ist das Top-Thema; man koennte meinen, dass seine vielen Stopps und lange Rastzeiten darauf hinweisen, dass er nicht in der Lage ist 'mitzuhalten' einige glauben dies auch - andere meinen, dass er sein Team jetzt noch ausruhen laesst, um dann auf den 'letzten' Meilen die Ruhepausen zu verkuerzen und die Geschwindigkeit zu erhoehen. Eine Mitarbeiterin von Doug soll gesagt haben, dass er auf jeden Fall gewinnen will und 'uns' nicht enttaeuschen wird.
Weitere Stimmen besagen, dass er sich mit Absicht zurueckfallen laesst um allen zu Danken - eine Art Abschiedstour - da dies sein letztes Iditarod sein wird.
Nur die naechsten Tage werden Aufschluss geben was der viermalige Iditarod Gewinner wirklich vorhat...

Schnellster im Feld ist Martin Buser mit 14.92 mph, liegt aber noch auf dem 14. Rang. vor Aliy Zirkle die nur noch mit 12 Hunden unterwegs ist. Waherendessen sind Dee Dee Jonrowe und Linwood Fiedler als erste im Checkpoint Nikolai angekommen - von dort geht es dann 77 Kilometer nach McGrath.


02. Maerz: Start des 30. Iditarod

Das 30. Iditarod ist heute um 10.Uhr Ortszeit in der Innenstadt von Anchorage, auf der 4th Avenue, gestartet. Der erste Musher, der auf den 20 Meilen Trail nach Eagle geschickt wurde, war der 10malige Iditarod-Veteran Charlie Boulding aus Manley, ihm folgten weiter 63 Teams auf den Weg nach Nome, um eine Gesamtpreissumme von 550.000 US Dollar unter sich auszumachen.
Um den Start zu ermoeglichen, musste Schnee ueber Nacht mit grossen Lastwagen herangeschafft werden und auf der Hauptstrasse von Anchorage verteilt werden, da es seit Tagen in der groessten Stadt Alaskas nicht geschneit hatte und die Temperaturen bei 0 Grad lagen.
Der Start auf der 4th Avenue glich dann einer grossen Strassenparty mit Verkaufsteanden die Kaffee und Wuerstchen anboten. Fans draengelten sich, um ein Bild oder Autogramm von ihrem Favoriten zu ergattern. Besonders umringt war die, in Deutschland geborenen und sehr beliebte, Dee Dee Jonrowe, sie posierte fuer Photografen, gab TV-Interviews und schrieb Autogramme fuer Fans. Sie selbst sagte, dass sie das moege und meinte, dass man das den Fans schuldig sei - denn was waere das Rennen ohne die vielen Zuschauer.
Andere Iditarod-Veteranen sehen das etwas anders; der Start in Anchorage waere nur eine Formalitaet und fuer die Stadt selbst, Touristen und Fans wichtig - fuer das eigentliche Rennen waere die kurze und anspruchslose Strecke nach Eagle City fast unbedeutend.
Nachdem alle Musher in Eagle ankommen, haben sie vier Stunden Zeit ihre Teams wieder in die Trucks zu laden, um dann zum Re-Start nach Wasilla zu fahren, wo am Sonntag dann das eigentliche Rennen und auch die offizielle Zeit beginnt. Dort natuerlich auch ohne die Idatarider; in Anchorage hatten Fans, nach einer Auktion, die Moeglichkeit in einem der Schlitten Platz zu nehmen und von den Mushern aus der Stadt gefahren zu werden.


01. Maerz: Rettungsaktion auf dem Iditarodtrail

Jordan Lolleys (Jr-Iditarod Teilnehmer) Stief-Vater, Bill Borden (Iditarod-Rookie 2002), schreibt:
Meine Frau Brenda war heimgeflogen nach Georgia um dort unsere Aufgaben zu Hause zu erledigen, waherend wir hier unser Abenteuer erleben:
Also, waehrend sie fort war, entschlossen Jordan und ich eine 80 Meilen lange Strecke mit den Hundeschlitten zurueckzulegen und auch etwas Erfahrung im Wintercamping zu bekommen, so fing das Ganze als Zeltreise an. Nur lief dabei spaet Samstagnacht etwas schief.
Bob Morgan, der das Iditarod in 1994 meisterte und Besitzer der Hunde von Jordan's Team ist, war auf seiner Schneemaschine etwa 20 Meilen vor uns, er hatte Stroh und extra Futter mit dabei. Jordan war ungefaehr 1 Meile vor mir und ich war 10 Meilen vor David Armstrong, der Hundepfleger bei den Morgans ist. Er wollte auch mit seinem Welpenteam mit, damit die jungen Hunde auch das Uebernachten auf der Strecke lernen sollten. Ich hatte mein Handy mit dabei und das war fast ausser Reichweite, als Maureen Morgan, Bob's Frau mich noch erwischte. Sie erhielt einen Notanruf von der Polizei aus Palmer, dass David verletzt sei und es sich um einen Notfall handelte, ob wir nachschauen koennten?
Maureen hatte ein schwer verstaendliches Telefonat per Handy von David erhalten, dass er verletzt sei und bei Meile 7 war, eine Richtungsangabe, die Hundeschlittenfahrer kennen. Maureen hatte versucht ihren Mann auf der Schneemaschine zu erreichen, der war aber schon ausser Reichweite und die Polizeiaktion wuerde viel laenger dauern trotz all dem modernen Geraet und Gefaehrt als wir mit unseren Hundeteams. Wir drehten also um und auf einem Meter breiten Pfad, dem Iditarod Trail, war das auch nicht gerade einfach und wir wussten nur, dass David irgendwo hilflos lag, mit einem verletzten Bein und sehr verwirrt.

Jordan erinnterte sich an seine Scout Ausbildung und nahm vier Meilenpfosten aus Holz vom Pfad mit um das Bein zu schienen. Wir sahen die Hunde zuerst. Das Team war in einem verfranzten Knaeuel an einer kleinen Schlucht. Jordan begann sofort die Hunde auseinanderzukriegen und ich band sie an Baeume an um jedes Tier einzeln zu untersuchen. Wenn Hunde sich so verwickeln gibt es meistens Streit und sie beissen sich und einige der Hunde bluteten bereits von ziemlichen Bisswunden. Ein paar der Hunde sahen boese aus, aber als alle sich beruhigt hatten, war es doch nicht ganz so schlimm, wie auf ersten Blick. Ich leuchtete mit meiner Taschenlampe umher, aber da war keine Spur von David. Der blieb verschwunden...
Sobald die Hunde sicher waren, fuhren wir mit unseren Hundeschlitten weiter auf der Suche nach Spuren von David. Jordan hatte jetzt den Hund 'Nuts' von David's Team in seinem Schlitten. Vier Meilen speater erreichten wir dann endlich David, der versuchte aufzustehen. Wir untersuchten seine Verletzungen und stabilisierten den aelteren Mann bevor Jordan und ich seine volle 150 Kilo Gewicht in meinen Schlitten schafften, da ich 14 Hunde hatte und Jordan nur 12 und auch den Hund 'Nuts'. Ich rief Maureen an und bat sie eine Ambulanz fuer David an den Ausgangspunkt Aurora der Rennstrecke zu schicken.
Bob hatte drei Stunden lang auf uns am vereinbarten Campingplatz gewartet und kam jetzt langsam zurueck um zu sehen, wo wir waren. Als er wieder in Telefonreichweite war fand er 15 Nachrichten von seiner Frau, daher wusste er, dass es sich um einen Notfall daheim handeln musste. Bob hatte auch eine Nachricht von David, worauf nur ein schwaches" Hilfe! Hilfe! zu hoeren war.
Ich konnte auch noch durch verschiedene Telefonate den Praesidenten vom Hundeschilttenclub Aurora erreichen und der brachte die schwere Klubmaschine auf den Pfad und fand David's Team, aber die Anfuehrer wollten nicht anfuehren, daher kam er zu uns zurueck und erstattete Bericht gerade als die Ambulanz fuer David auftauchte. Es war mittlerweile 2 Uhr morgens und minus 30 Celsius als ich mit George und meinem Hundeschlitten angehaengt mit der Schneemaschine zurueckfuhr. Jordan durfte die Hunde fuettern, tranken und aufladen, er schmolz Schnee fuer Wasser, als ich losfuhr.
Wir aber mussten David's Team ganz langsam im fuenf Meilen Stundentempo die ganze lange Strecke zum Startpunkt beim Clubhaus fuehren, aber alle kamen gut Heim. Hund 'Nuts' ist auch wieder in Ordnung und seine Teamkollegen haben auch schon wieder einige Trailmeilen hinter sich. Alle unsere Hunde haben da etwas ausserordentliches geleistet und nicht nur als Vater, sondern auch als Hundeschlittenfahrerkamerad, bin ich extrem stolz auf meinen 14jaehrigen Sohn. Maureen meinte auch, dass dieses Abenteuer zeige, wie bedaechtig und zuverlaessig der junge Musher ist und diese Rettungsaktion unter sibirischen Temperaturen im tiefsten Alaska Winter im Januar hat den Jungen mehr Erfahrung gelehrt als der geplante Ausflug. Es gibt jeden Tag Helden und Heldentum - sie sind unter uns - tagtaeglich und diese Maenner halfen einem verletzten Menschen , retteten sein Leben, bei diesen Temperaturen und solche solide Leute sind die Engel, die uns alle beschuetzen, dazu kann ich nur sagen: Gut gemacht!!!

Bericht aus Meadow Lakes, geschrieben im Original von Musher Bill Borden und Maureen Morgan vom Chain Gang Kennel, uebertragen ins Deutsche von Anchorage Reporter und Fotograf Jlona-Maria Richey
Anchorage

24. Februar: King gewinnt Jr Iditarod 2002

Die 17jaehrige Cali King, Tochter des bekannten Musher Jeff King aus Denali Park, AK, hat das diesjaehrige Jr. Iditarod gewonnen. Hier das Endergebnis:
  1. Cali King
  2. Tyrell Seavey
  3. Max Kornueller
  4. Heather Hardy, Rookie of the year
  5. Elisabeth Habermann
  6. Hannah Moderow
  7. Dallas Seavey
  8. Ellie Claus
  9. Jordan Lolley
  10. Nicole Osmar
  11. Jessica Blackburn
  12. Adam Beebe
  13. Mari Troshynski
  14. Brittney Kajer
  15. Peter Jayne
  16. Morgan Lyons
  17. Luke Dawe
  18. Katrina Rix
  19. Maegan Mackey
Bilder vom Zieleinlauf



21. Februar: Buser wird Amerikaner

Martin Buser, der dreimalige Gewinner des Iditarod, aus der Schweiz wird amerikanischer Staatsbuerger. Er wird seinen Treueschwur auf Amerika in Nome unter dem 'Iditarod-Bogen' halten. Die Zeremonie ist fuer den 13. Maerz angesetzt.
I D I T A R O D   N E W S

12. Maerz: Buser gewinnt seinen 4. Titel

++20.00++ Martin Buser gewinnt seinen vierten Iditarod Titel mit einer sensationellen Zeit von 8 Tagen 22 Stunden und 46 Minuten !!! Er kam um 8.46 Uhr Ortszeit in Nome an.
Fast zwei Stunden nach Martin Buser kam Ramy Brooks in Nome ins Ziel.

++17.00++ Martin Buser steht kurz vor seinem vierten Titelgewinn beim Iditarod und das wahrscheinlich in neuer Rekordzeit. Der Noch-Schweizer ist durch den letzten Checkpoint Safety durchgefahren ohne anzuhalten und nun auf dem Weg nach Nome. Ramy Brooks hat nun White Mountain verlassen und ist auf dem Weg nach Safety. Dahinter folgen weiter John Baker, Vern Halter, John Little, Jeff King (der aufgeholt hat), Ramey Smyth, Charlie Boulding, Dee Dee Jonrowe (die zurueckgefallen ist) und Harald Tunheim.
In wenigen Stunden wurd Buser in Nome erwartet.

12. Maerz: Die letzten Meilen nach Nome

++10.45++
Buser hat die vorgeschriebene 'Zwangs-Rast' von acht Stunden in White Mountain hinter sich gebracht und ist auf dem Weg nach Safety. In Nome wird Buser zwischen 7. und 8. Uhr Ortszeit erwartet, jede Ankunft vor 10.58 Uhr bedeutet, dass er den Rekord von 9 Tagen und 58 Minuten einstellt.

Da Buser in Elim drei Stunden Rast hielt, hat er auf dem Weg nach White Mountain, mit einem ausgeruhten Team, wieder einen Vorsprung von 81 Minuten vor Brooks herausgeholt. Er unterstuetzte sein Team wieder mit Skistoecken, die er auf dem Schlitten stehend abwechselnd benutzte. In White Mountain verbrachte Buser eine Stunde zur Fuetterung seiner Hunde, zum Kontrollieren ihrer Pfoten und zum Wasser holen.
Ramy Brooks kam um 17.10 Uhr und John Baker um 21.36 in White Mountain an und verbringen noch dort ihre 8-Stunden Rast.

Guido Gavoni, Ehemann von Lynda Plettner berichtet:
"Lynda Plettner ist an der Kueste, nachdem sie ihre Plaene etwas aenderte, sie blieb naemlich in Nulato anstelle von Kaltag, denn dort war nur freies Feld und bei dem Wind nicht sehr einladend. Also hielt sie dreimal anstatt zweimal, aber das macht ja nichts weiter und so eilte sie durch Kaltag, wo 58 Meilen weiter die zwei beruehmten Huetten sind, 'Old Womans Cabin' (Huette der alten Frau) und die Huette der sehr alten Frau, die schon etwas baufaellig ist und nicht modern eingerichtet ist, wie 'Old Woman Cabin', die Heizung und Kochvorrichtung hat. Sie liegen aber genau auf halber Strecke zwischen Nulato und Unalakleet. In Unalakleet bleibt sie hoechstens 4 Stunden, bevor sie sich auf den Weg nach Shaktoolik aufmacht, wo der Wind mit 50 Stundenmeilen weht. Es wird haesslich bei solchem Wind, aber Lynda hat ausgezeichnete Sturmleithunde, denen macht das nichts aus und das ist vorteilhaft. Kann sein, dass da die drei Norweger Schwierigkeiten bekommen, denn ihre Setter sind solche Verhaeltnisse gar nicht gewoehnt. Auch die Musher mit kleinen Teams werden da wohl ein bisschen Probleme haben...

Die 10 Meilen am Strand entlang nach Shaktoolik liegen direkt in einem Windloch und da kann der Wind einem vom Schlitten blasen, der Wind kommt auch von seitwaerts und verursacht Schneewehen - es ist also von Vorteil sich auf diesem Abschnitt zu eilen. Wenn Lynda es schafft ihre Position beizubehalten, kann sie unter den ersten zwanzig nach Nome gelangen und einen schoenen Zahltag bekommen und vielleicht sogar den 'Leonhard Seppala Preis fuer Hundepflege', eine Art Nobelpreis fuer Musher, erhalten der ihren Ruhm vergroessern wird. Ich habe schon Naegel gekauft um ihr Luft aus dem Kopf zu lassen wenn sie zu hochnaesig wird....!"

Bill Borden, der zweitletzte im Rennen scheint weiter vom Pech verfolgt zu sein;
Er hatte ein feuchtvergnuegliches Abenteuer, das haette toedlich enden koennen!
Sein Leithund, Fisher machte eine falsche Wendung und Borden brachte ihn wieder auf den richtigen Pfad zurueck, dabei trat er auf etwas, dass wie Schnee aussah, war aber ein Sinkloch voller Eiswasser! Er sank auch prompt bis an die Achselhoehlen in das kalte Nass, hatte furchtbare Muehe aus dem Eiswasser herauszukommen, obwohl die Hunde zogen. Schaffte es auch endlich und kam dann nach Ruby, wo er acht Stunden blieb. Die meisten sind jetzt sieben bis acht Stunden voraus und fahren vom Checkpoint los wenn er ankommt...


10. Maerz: Eindruecke vom Rennen

Die Hundeschlitten erreichten Ruby in Rekordzeiten und die Teams an der Spitze; Buser, Brooks, Baker und Jonrowe sind eindrucksvoll. Das wird jetzt ein Rennen an der gefaehrlichen Kueste entlang geben, wo alles noch moeglich ist, noch ist nichts gelaufen es kann noch einiges passieren! Busers Team ist atemberaubend, die Hunde haben eine Art Magie und gingen im Langstreckentrott los und waren bald in der grossen Weite der Yukonlandschaft verschwunden, , nur noch ein Tupfen in weiter Ferne.
Ramy Brooks ist auch in ausgezeichneter Verfassung, Musher wissen das es da einen Punkt gibt, wo alles zusammenlaueft und 16 Huskies auf einen hoeheren Nenner kommen, und dann wie ein Traum zusammen funktionieren, so ein Team muss man bewundern und auskosten! Wenn das allen Mushers gelingen wuerde, die Magenviren zu vermeiden und Verletzungen usw., dann haetten wir 20 teams Nase an Nase in Nome. Dee Dee Jonrowes Team sieht ebenfalls sehr gut aus, aber man muss sich wundern ob sie noch genug Energie hat, die zwei an der Spitze einzuholen. Wie gesagt, das Rennen ist erst zur Haelfte vorueber und was Buser und Baker an die Spitze brachte, kann sich schnell aendern hier oben.

Die drei Norweger reisen zwar zusammen, sind aber selten beieinander zu sehen. Sie alle machten ihre 8 Stunden in Ruby und fuhren Richtung Galena weiter, es koennte eine Top Ten Chance fuer sie drin sein, Robert Sorlie hat das schnellste europaeische Team.
Der Zufall will es, dass Jeff Kings beide Toechter ausgerechnet in Galena ein Korbballspiel haben und sie kamen mit Chartermaschine aus McKinley Village an den Yukon nach Galena, das ist ein normales Schulereignis hier in einem der langgestrecktesten Schuldistrikten der USA. 'Ich hoffe, dass ich sie heute nacht sehe,' dann meinte er weiter: 'Ich fahre den Hundeschlitten 700 Meilen um ein Korbballspiel zu sehen!'

Lynda Plettner beeindruckt auch , sie ist ein Unikum, und ihre 14 Hunde sehen grossartig aus, sie meinte, dass sie unbedingt den Rekord von Musher Mann Guido Govoni brechen muss, sonst nimmt er ihr das Team ab, und wenn ich die Top Twenty erreiche, darf er mir wieder Kleider kaufen, er hat solch guten Geschmack! Sie spielt damit auf ihren Bikeranzug an, den sie auf dem Musherbanquet getragen hattte. Die Hunde sind phaenomenal, verspielt, neugierig und auf Leckerbissen erpicht, die sie unter ihnen verteilt. Lynda koennte an die Spitze kommen und es wird noch interessant zu sehen, wie viele sie noch auf der Fahrt nach Nome ueberholt!

Martin Buser erreichte als Erster Unalakleet und gewann den naechsten Award; die 'Fargo Bank Alaska Gold Coast Trophy'. Auf dem Weg von Kaltag nach Unalakleet hat Buser sich eine CD von B.B.King in seinen portablen CD-Player eingelegt und sich auf den 144 Kilometer langen Weg gemacht. Die Verfolger sind mittlerweile der Ansicht, dass der Musher aus Big Lake, Alaska, nur noch von sich selber geschlagen werden kann; entweder macht er einen kapitalen Fehler oder das Wetter koennte eine entscheidene Rolle spielen.

Ellen Halverson, Psychologin aus Wasilla, stelle eine entscheidene Diagnose ueber ihr Team aus; neurotisch! Die Musherin verbrachte 22 Stunden mit ihrem Team auf dem Kuskokwim Fluss, um die 22 Meilen, eher anspruchslosen, Trail zu absolvieren. Doch ihre Hunde weigerten sich weiter zu marschieren und legten einen 'Sitzstreik' ein. Auch nachdem sie dann Takontna erreichten und dort den 24-Stunden Rast einlegeten, aenderte sich die Einstellung der Hunde nicht - Halverson gab auf.


08. Maerz: Wenn man letzter ist...

Am Ende des Feldes befindet sich Bill Borden aus Kennesaw, Georgia, der eine lange Zeit letzter war. Er hat sich am Happy River ziemlich verletzt, als er in einen Baum fuhr. Die Ganglines rissen genau hinter dem Schwinghund und das Team ging floeten. Borden hatte also nur noch zwei Hunde die mit ihm den hochbepackten Schlitten den Berg raufzogen. Anfaenger haben meistens zuviel Sachen mit. Das Team wurde aber gesehen, eingefangen und wieder angebunden un nahm dann erstmal seine 24-Stundenrast vor. Aber die Schwierigkeiten gingen weiter;
Um aus Rohn loszukommen dauerte es eine ganze Weile, weil jemand seine Hundefuttersaecke, die mit dem Flugzeug dort abgeladen wurden, fortgeworfen hatte. Die Checkpointvoluntaere meinten alle Musher waeren durch und schmissen das uebrige Zeug ins Flussbett. Obwohl der Rennrichter Mark Nordmann die Voluntaere beauftragte das Futter zurueckzubringen, war alles voller Steine... Borden musste selbst mit ach und Krach das Essbare vom Ungeniessbaren aussortieren, das nahm natuerlich Zeit in Anspruch! Dann fehlten am Post River Gletscher die Pfadmarkierungen und Leithund Fisher ging gerade hoch, wobei dann noch eine Schlittenkufe brach, die andere Kufe wurde schon im Farewell Burn beschaedigt. Borden gelang es aber die Kufe mit Draht zu flicken und schaffte es mit einer Kufe bis Nikolai. Der Pfad ist schwer beschaedigt und voller tiefer Rillen, wo alle vorher schon auf den Bremsen standen. Borden benutzt jetzt einen Leihschlitten bis er seinen zweiten Schlitten in McGrath erreicht. Die Ersatzkufen warten auch dort, waren aber fuer den ersten Schlitten hergestellt, hoffentlich passen sie...


07.Maerz : Halbzeit beim Iditarod: Gold, Bueffel und halberfrorene Fuesse

Die meisten Teams nehmen zur Zeit ihre vorgeschriebene 24-Stunden Rast vor, so auch die Top 5 Buser, Fiedler, Jonrowe, Brooks und Riley im Checkpint Cripple. Jerry Riley ist mit nur noch acht Hunden unterwegs und vielleicht ein Beispiel dafuer, dass wenn man das Rennen im ersten Teil zu schnell angeht auch mehr Hunde abgeben und dann im letzten Stueck des Rennens das dezimierte Team die doppelte Arbeit leisten muss.
Das Gegenbeispiel ist natuerlich Buser, der mit den schnelleren Durchschnittszeiten, an erster Stelle liegt und das mit einem vor Kraft strotzendem 13 koepfigen Team. Martin Buser soll, wie Hans Gatt beim Yukon Quest, mit einem Skistock ausgeruestet sein und mit einer Hand am Schlitten, das Team mit Abstossbewegungen unterstuetzen. Hans Gatt hat mit dieser (neuen?) Technik das diesjaehrige Yukon Quest gewonnen. Vielleicht ist Buser auf dem besten Weg zu seinem vierten Sieg, er erhielt jedenfalls in Cripple den Halbzeit-Award; Nuggets im Wert von 3.000$, gesponsert vom GCI, den Award hat er das letzte mal im Jahr 1996 bekommen.

Der diesjaehrige Trail ist in einem so guten Zustand, dass einige meinen der, von Doug Swingley aufgestellte, Rekord von 9 Tagen und 58 Minuten, koenne in Gefahr sein. Auch die Hunde profitieren von den guten Rennbedingungen, so sagten Tieraerzte, dass es weit weniger Verletzungen gab und bisher nur 45 Hunde ausgeschieden und nach Anchorage zurueckgeflogen wurden - weit weniger als in den Rennen zuvor.

Aber Unfaelle und Verletzungen gibt es dennoch;
Ken Anderson kam mit schwereren Erfrierungen am Fuss in Ophir an. Diese hatte er sich beim Durchqueren eines Overflows auf dem Kuskokwim Fluss zugezogen. Rennoffizelle hatten zwar Anderson abgeraten weiterzufahren, doch der Iditarod-Veteran und ehemalige Handler von Jeff King, zog es vor erst seine 24-Stundenzwangsrast einzulegen.

Aliy Zirkle wurde von einem Bueffel auf dem Trail ueberrascht, das Tier stand ploetzlich auf dem Trail und rannte auf ihr Team los, stoppte vor den Leithunden sank den Kopf und fing an zu schnauben. Zum Glueck wurde diese Szenerie von einem Piloten zufaellig beobachtet, der sein Flugzeug runter brachte und mehrmals um die 'Kontrahenten' kreiste. Der Krach der Maschine verscheuchte den Bueffel, der den Trail verliess und hinter einem Huegel das Weite suchte. Zirkle befestigte den Anker des Schlittens nahm ihre Axt und kletterte auf den Huegel um nachzuschauen ob der Bueffel wirklich verschwunden war. Er war es. Aliy meinte spaeter, dass es wohl ein schlechtes Omen war unter einem ausgestopften Bueffel in der Rainy Pass Lodge zu schlafen.

Waerendessen geniesst Doug Swingley seine Abschiedstour vom Iditraod, alle Spekulationen er haette nur geblufft und eine neue Strategie entwickelt sind verstummt. Obwohl Stimmen laut wurden, er haette kein gutes Team dieses Jahr und koenne deswegen nicht mithalten - doch Swingley verneint dies ausdruecklich, sein Team waere in einem hervorragenden Zustand. Dieses Team wird wahrscheinlich seine (noch) Verlobte Melanie Shirilla naechstes Jahr beim Iditarod bekommen und er koenne sich vorstellen das Yukon Quest 2003 zu bestreiten. Die alaskanische Presse, die oft negativ ueber den Mann aus Montana berichtete und auch die Ablehnung von vielen einheimischen Mushern muessen Swingley auch zugesetzt haben - das Leben ohne das Iditarod sei jedenfalls fuer ihn einfacher und er koenne sein Leben mehr geniesen. Jetzt wolle er aber erstmal mit all seinen 16 Hunden in Nome ankommen und dort seine Verlobte heiraten.


05.Maerz : Swingley auf Abschiedstour

Also doch; Doug Swingley ist auf seiner Abschiedstour beim diesjaehrigen Iditarod. Im Moment liegt er auf dem 51. Platz. Er soll gesagt haben, dass er nicht mehr ins Rennen um den ersten Platz eingreifen wuerde, sondern er wuerde seine Abschiedstour von den Menschen, Orten und den Erinnerungen machen. Seine Entscheidung soll er schon im Dezember gemacht haben, haette aber mit Absicht nichts davon gesagt. Im Gegenteil noch vor dem Rennen war von ihm zu hoeren, dass ein Musher etwas besonderes tun muss um ihn zu schlagen. Nach 10 Jahren Iditarod wird er vielleicht naechstes Jahr beim Yukon Quest auftauchen.
Jeff King kann Swingleys Entscheidung nachvollziehen, ist aber trotzdem etwas enttaeuscht, er glaube nicht, dass Swingley eine neue Rennstrategie ausprobiere und jetzt nachdem alle wissen er wuerde nicht mehr richtig mitfahren, nochmals angreifen.

Wie auch immer, nun fuehrt der zweite vom Vorjahr, Linwood Fiedler, der als erster Takotna erreichte. Einen groesseren Sprung nach vorne machte Martin Buser, der sich auf den fuenften Platz vorkaempfte. Der einzige Deutsche im Feld, Nils Hahn, befindet sich zur Zeit auf dem 45. Platz.


04.Maerz : Re-Start in Wasilla

Bei wunderschoenem Wetter und relativ warmen Temperaturen sind gestern am Sonntag, die 64 Teams, erneut in der selben Reihenfolge wie in Anchorage, von Wasilla aus in Richtung Nome aufgebrochen. Vom Bumpus Ball Field Gebiet am Ende von Wasilla sind die Musher nach Knik gefahren, wo auch alle Teams angekommen sind, ohne einen Hund 'zurueckzulassen'.

Die ersten Fahrer im Feld habe einige Vorteile, da sie bei kuehleren Temperaturen aufbrechen und der Trail fuer die Hunde noch stabiler ist - ausserdem muessen potentiell schnellere Musher, die im hinteren Feld starten mehr Teams vor sich ueberholen, was natuerlich auch Zeit kostet.

Linwood Fiedler, der letztes Jahr zweiter wurde, ist als erster im Checkpoint Finger Lake, mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 12.78 mph, angekommen, danach folgen Charlie Boulding, Lance Mackey und John Baker. Am Ende des Feldes liegen die Neulinge Judy Merrit, David Straub und Perry Solmonson, die Knik gerade verlassen haben.
Die englische Musherin Leslie Monk ist als einzige mit nur noch 14 Hunden unterwegs.


03.Maerz : Patriotismus beim Start

Der Himmel war blau, der Schnee auf den Strassen weiss und viele der Musher und Hundeschlitten waren in rot, weiss und blau gekleidet. Patriotismus wurde beim 30. Start des Iditarod in Anchorage gestern gross geschrieben; in Erinnerung an das Terror-Attentat auf das World Trade Center letztes Jahr, durfte ein Ueberlebender in einem Hundeschlitten mitfahren, ihm wurde eine amerikanische Flagge von einem Passanten ueberreicht, die er dann schwenkte als er aus der Stadt fuhr. Viele Musher hatten auch Flaggen an ihre Schlitten befestigt - einige hatten sogar ihr ganzen Team in den Farben weiss, rot und blau gekleidet.

Martin Buser, der Schweizer Iditarod-Veteran, der seit 1979 in Alaska lebt, hat vor dem Start den ersten Teil seiner Schwur-Zeremonie vor Immigrations-Beamten abgelegt. Ihm wurde ein Dokument uebereicht, das besagt, dass er sich fuer die amerikanische Staatsbuergerschaft qualifiziert habe, dieses Dokument will Buser bis nach Nome in seinem Schlitten transportieren, um dann die restliche Zermonie zu vollziehen, die wahrscheinlich laengste jemals, wie er selbst anfuegte. Buser hatte sich, nach den Terrorattentaten, zu diesem Schritt entschlossen.

Die Buser-Zeromonie wurde nur noch durch das Auftreten von David Lim, einem Uerbelebenden der Attentate des 09.11.2001, uerbertroffen, dieser wurde von Cabelas eingeladen um einen neuen Alaska-Polizeihund nach Lims ehemaligen Hundepartner 'Sirius' zu taufen. Waehrend der Polizeioffizier damals aus dem brennendem sechsten Stock des World Trade Center fliehen konnte starb sein Hund in einem Zwinger, in den unteren Stockwerken, als das Hochhaus in sich zusammenstuerzte. Lim durfte dann noch in dem Schlitten von der diesjaehrigen Gewinnerin des Jr. Iditarod Cali King - Tocher von Jeff King - Platz nehmen und sich aus der Stadt fahren lassen.

Ehrenmusher war diese Jahr Earl Norris, der das Sprintrennen in Anchorage entwickelte und sich sehr fuehr die Bewahrung der Sibirischen Huskies einsetzte, Nikolai Etynne ist der einzige Musher dieses Jahr, der ein Vollblut Sibirienteam benutzt. Der andere Ehrenmusher ist Isak Okleasik.

Kurzes Portrait der beiden Ehrenmusher

Earl Norris und Isaac Oleasik

Issac Oleasik ist ein Inuit aus dem Inuitdorf Teller an der Seward Halbinsel, noerdlich von Nome. Vor einer Generation war er noch im Hinterland gut bekannt, aber sonst nirgendwo. Das aenderte sich schlagartig, als er in 1967 am Iditarod Centennial Race, einem 2-Tagesrennen im Susitnatal teilnahm und gewann, denn seine schweren Frachthunde, die das arktische Klima gewohnt waren, besiegten die Alaskaner sowohl als die anderen 2 Teilnehmer vom Staat Massachussetts. 'Es war eine gute Strecke!', meinte er nach dem Rennen, als er seine 7.000 Dollar kassierte. Das Gesamtgewinngeld belief sich auf 25.000 Dollar, eine schoene Summe schon damals.
In 1973 beendete er das allererste Iditarodrennen nach Nome an sechster Stelle, er nahm auch 1974 und 1979 teil, schied aber beide Male aus.
Isaac starb im Alter von 77 Jahren am 14. November, 2000.

Earl Norris war auch ein 'Aussenseiter'.
Man kannte ihn als jemanden, der sehr seinen Sibirischen Huskies zugetan war und er machte mit dieser Rasse auch Geschichte, als er in den Jahren 1947 und 1948 die Fur Rendezcous Weltmeisterschaftsrennen in Anchorage gewann. Earl war nie eingebildet, er war immer willens dem Nachwuchs an Mushern zu helfen und sein bekanntester Schueler ist Martin Buser gewesen, der alles was er von Hunden weiss von Earl gelernt hat, er hat das Iditarod drei mal schon gewonnen. Letztes Jahr fuhr ein Nachbar von Earl mit seinem Sibirischen Team nach Nome los, Bob Chlupach, ein Nachbar in Willow.
Der grosse Lehrer und Sibirienhusky-Liebhaber ging auf den ewigen Schlittenhundepfad am 31. Oktober 2001 - er war 81.


28. Februar: Iditarod-Banquet

Am Donnerstagabend hat wieder das Pre-Race-Banquet stattgefunden, hier wurden auch die Startnummern der Musher, fuer das am Samstag startende 30. Iditarod Rennen, gezogen: Der zweifache Yukon Quest Gewinner und Iditarod-Veteran Charlie Boulding wird das Rennen als erster auf der 4th Avenue in Anchorage beginnen, danach folgen Rookie Peter Bartlett, der 15. des letzten Jahres Jon Little und Iditarod-Gewinner Jerry Riley - letzte Starter ist Rookie Karen Land.
Video vom 30. Iditarod-Banquet

23. Februar: Start des Junior Iditarod

Das diesjaehrige Junior Iditarod ist heute in Settlers Bay, Wasilla bei ca. -12 Grad Celsius, gestartet. 19 Teilnehmer, die zwischen 14 und 18 Jahre alt sein muessen, haben sich auf den Weg nach Yenta Station gemacht - unter ihnen so bekannte Namen wie Nicole Osmar, Tocher von Iditarod- und Yukon Quest Veteran Tim Osmar, Cali King, Tochter vom dreimaligen Iditarod Gewinner Jeff King oder Hannah Moderow die Schwester von Iditarod-Veteran Andy Moderow.
Hier das Starterfeld:
Nr: Musher Name: Status:
1 Rachel Runyan (H) Honorary
2 Ellie Claus V
3 Jessica Blackburn R
4 Morgan Lyons R
5 Heather Hardy R
6 Elisabeth Habermann V
7 Nicole Osmar R
8 Max Kornmuller V
9 Adam Beebe V
10 Mari Troshynski V
11 Tyrell Seavey V
12 Maegan Mackey R
13 Hanna Moderow V
14 Dallas Seavey R
15 Cali King V
16 Jordan Lolley R
17 Brittney Kajer R
18 Luke Dawe R
19 Peter Jayne R

Bilder vom 1. Renntag

19. Februar: Open World Championship 2002

Der Schwede Egil Ellis hat die Weltmeisterschaft im Sprint Hundeschlittenrennen in Anchorage, Alaska gestern gewonnen. Das Rennen besteht aus drei Rennen von 25 Meilen - Heat genannt - und faengt Freitags an, geht Samstag weiter und endet Sonntag.

Joe Redington und Buddy Streeper waren zwar enttaeuscht, aber trotzdem froh noch gut geendet zu haben. Hier ist das Endresultat:

  1. Egil Ellis, Willow (stammt aber aus Schweden) Alaska
  2. Buddy Streeper,Fort Nelson, BritischKolumbien, Kanada
  3. Neal Johnson, Fergus Falls, Minnesota
  4. Bill Kornmueller, Willow, Alaska
  5. Thomas Warner, Nord Torpa, Norwegen
  6. Joe RedingtonJR,Manley, Alaska
  7. Eric Lanser,Salcha, Alaska
  8. Arleigh Reynolds,Salcha, Alaska
  9. Don Cousin,Valleyview, Alberta, Kanada
  10. Michael Tetzner,Schleswig Holstein, Deutschland
  11. Luke Sampson,Kotzebue, Alaska
  12. John Gallahorn,Kotzebue, Alaska
  13. James Wheeler, Kasilof, Alaska
Ausgeschieden: Michi Konno, Willow (eigentlich Japaner, trainiert nur in Alaska)


Text © Copyright Jlona-Maria Richey und Ragnar Rademacher / Photos Courtesy of adn/ci
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