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Drei auf einem Weg - Berichte von Ellie Claus

Van Zyle
Der Maler Jon van Zyle, seine Frau Jona und Ellie Claus, die Siegerin des Junior Yukon Quest sind dabei, den historischen Serumpfad von Nenana nach Nome zu bereisen. Jon war schon seit 1979 nicht mehr im Iditarod aktiv, da er sich 1983 sein Knie bei den 'All Alaskan Sweepstakes' verletzte und sich danach ganz der Kunst zuwandte. Jona selbst hat auch viel Kunsterfahrung und liebt die Schlittenhunde. Ellie trainiert mit den Beiden in Eagle River, als sie erwaehnte, dass sie vorhat beim 2004 Iditarod dabeizusein wurden Plaene geschmiedet; Jon kann nochmal den Schlittenhundeweg erleben und alte Freunde besuchen, Jona kann sich 'aus erster Hand' den Serumweg anschauen und Ellie darf schon mal einen Einblick auf die Rennstrecke fuer 2004 gewinnen. Also, am 5. Maerz zogen sie los und hier ist das Tagebuch von Elli Claus:

Ellie Claus
Ich wohne hundert Meilen von allen Strassen weg, sagt Ellie Claus. Ihre Eltern haben eine Pension im Wrangell St. Elias Park und sie selber hat ihren eigenen Hundeschlittenbetrieb mit 28 Hunden, die ueberall zu den Rennen hingeflogen werden muessen, an denen sie teilnimmt. Sie hatte ihren ersten Hund als sie neun Jahre alt war und liebt das Mushing und ihre Hunde ueber alles. Ellie siegte im Junior Yukon Quest in 2001 und in 2002 und erhielt die Auszeichnung fuer beste Behandlung der Tiere. Sie war auch beim Junior Iditarod 2000 und 2001 dabei und wurde 5. und 8. Ihre Plaene sind am Iditarod 2004 und am Yukon Quest 2005 teilzunehmen. Ellie wird zu Hause unterrichtet und ist gerade in der elften Klasse. Sie schwimmt gerne, faehrt Ski und wandert auch. Sie wird vor dem Iditarod 2004 gerade 18. werden und wird bis dahin dem Mushing treu bleiben - sie hat es im Blut.

Bild von Van Zyle
Bericht vom 7. Maerz, 2002
Manley Hot Springs

Als ich heute morgen aufstand um die Hunde aus dem Anhaenger zu lassen, begruesste mich noch ein Sternenhimmel und ein lauer Wind wehte. Ich hatte mich darauf vorbereitet meine arktische Winterausruestung zu tragen, aber dafuer war es zu warm. Man kann ja sagen, Hunde zu fahren ist wunderbar, wenn man erst einmal unterwegs ist! Kaum zu glauben wir sind da und bald gehts los in Richtung Nome! Die Hunde sind in ausgezeichneter Verfassung, das Wetter ist Spitze und alles wird grossartig werden! In ein paar Stunden werden die Hunde angeschirrt und wir legen etwa 35 Meilen nach Fish Lake zurueck, wo wir uebernachten, denn wir haben unerfahrene Hunde dabei und es soll erst einmal langsam losgehen. Die Leute in Manley waren alle nett und die Klasse von Sue Clifton hiess uns willkommen. Jona erzaehlte die Geschichte von Balto, der beruehmte Hund, der in 1925 Nome auf dem Endspurt der Staffel erreichte und das lebensrettende Serum brachte, dass die Diphterie dort bekaempfte.
Jon unterschrieb viele Buecher und Skizzen und ich erzaehlte von meinem eigenen Erlebnissen mit den Hunden. Vielleicht werden einige der Kinder hellhoerig und wollen auch Hundeschlittenfahrer werden, nur so haelt man den Sport am Leben; beim Erzaehlen und Interesse gewinnen!

Wir schliefen fuers letzte Mal in vielen Tagen in einem richtigen Bett, draussen auf dem Pfad wird im Schlitten uebernachtet, worauf ich mich eigentlich schon freue. Mit all dem Aufwand, den Jons 'Stundenplan' mit Ausstellungen und Buecher unterschreiben und meinem Junior Yukon Quest und Junior Iditarod, nachsichzieht, freue ich mich auf den Pfad nach Nome. Gestern kam ein alter Freund von Jon, Joee Redington, ein Sohn vom Iditarod Gruender, Joe Redington vorbei und er und Jon unterhielten sich ueber alte Zeiten auf dem Iditarod Pfad, es machte Spass den Beiden zuzuhoeren, vieles hat sich geaendert, aber die Liebe zu den Hunden ist geblieben und wird lebendig bleiben!
Jetzt geht's los! Hurra!
I D I T A R O D   R E P O R T A G E N

Unser erster Tag auf dem Pfad begann mit grossartigem Wetter und wir legten etwa 35 Meilen zurueck. Unser Campingplatz befand sich kurz vor dem See Fish Lake und wir richteten unser Lager im trockenen Schnee ein, wo die Baeume den Wind abhielten, nur in den Baumkronen saeuselte der Wind noch ein bisschen. Es war wie ein Schlummerfest fuer Hunde, denn das war fuer fast alle doch etwas Neues, man begutachtete die anderen eingehend.
Unser Anfuehrer, Freddy Jordan, der uns nach Ruby bringt, traf uns mit seinen sehr manierlichen Hunden unterwegs. Sobald wir an Ort und Stelle waren, suchten sie sich etwas trockenen Schnee und rollten sich zusammen. Freddy machte ein Lagerfeuer um Wasser zu kochen und erklaerte uns dann, was wir auf der naechsten Etappe nach Tanana zu erwarten haetten. Wir schliefen in unseren Schlittensaecken unter einem Himmel, dessen Sterne wie Diamanten glitzerten und der Morgen versprach wieder ein wunderschoener Tag zu werden. Aber selbst das paradiesische Wetter fuer Hundeschlittenfahrer war wenig Genugtuung fuer den Wind und das Eis, das vor uns lag, Freddy hatte gesagt, da waere ein bisschen Eis zu erwarten... Aber das war kein Ausdruck dafuer, denn sein 'bisschen Eis' entpuppte sich als schluepfrig, glaeserndes, windzerfetztes Eis, das sich von Ufer zu Ufer streckte. Unsere Leithunde sind gut und man kann auch Ansprueche an sie stellen, aber Eiskunstlauf lag nicht in der Vereinbarung...bis jetzt! Die VanZyles Leithunde konnten ohne Schwierigkeiten, durch dass tiefblaue und windzerfegte Eis navigieren. Aber das klar durchsichtige Eis, wo man den Boden sehen kann, erforderte doch fast Eistanzkunststuecke! Aber mit Leithund Jona vorne und Jon hinten Kommandos bruellend, brachten es alle unversehrt ueber das Eis hinweg.
Gottseidank hatte keiner Zeit die Kamera auszugraben, also gibt es davon keine Bilder und somit auch keine Erpressungen spaeter. Es war keine leichte Aufgabe, aber trotzdem man hat es bewaeltigt und es machte sogar etwas Spass. Diese Wind und Eiskombination dauerte etwa sechs Meilen lang bis wir offenes Wasser antrafen und grosse Splitter im Eis waren. Ich konnte mehr hoeren als sehen, wie Jon so vorwaerts kam, denn da toente es 'Aua'- und 'Oh'-Rufe, unterbrochen von lautem Plumpsen. Er versuchte sich so klein wie moeglich zu machen hinter dem Schlitten.
Van Zyle Bild
Dieses natuerliche Tunnel waren manchmal noch niedriger als der Handgriff am Schlitten und daher haben wir alle Kratzer und Bluterguesse an den Fingerknoecheln. Wer konnte da sagen, was es sonst noch so geben wuerde?
Wir ueberquerten den Tanana Fluss und erlebten noch ein Eisabenteuer;
der Wind heulte immer noch, aber dieses Eis war zusammengedraengt und formte Quader mit scharfen Enden , zusaetzlich gab es mehr Glatteis und auch Erde, das war vielleicht eine Ueberraschung! Nun ging es also vom schnellsten Schlingern zum urploetzlichen Stop! Aber wir ueberlebten auch dies und machten sogar keinen der Schlitten kaputt. Wir kamen in Tanana gut an und hielten am Ufer, wo Freddy sein Haus und die Hundezucht hat, bevor es weiter ins Dorf ging, denn Jon wollte halten und etwas Kaltes zu trinken kaufen. Dnanach ging es weiter zur Schule. Dort trafen wir Mary Edwin, die Lehrerin die uns zeigte, wo wir die Hunde im Windschatten unterbringen konnten. Heisses Wasser, ein Computer und ein warmer Schlafplatz warteten auf mich. Die alten Herrschaften zogen es vor, draussen bei den Hunden zu schlafen.

Ich muss mich sehr bei Freddy Jordan bedanken, denn er brachte uns sicher durch die schwierigen Stellen und musste immer wieder auf uns warten, sein Team hatte dort keine Probleme. Jon van Zyle gelang es auch sich von Blanche Edwin ein Messer zu leihen, das ist gefaehrlich, denn Jon sollte doch lieber seine Pinsel benutzten als scharfes Werkzeug, denn sonst verletzt er sich wieder!
Danke auch an Dr. Sue Clifton, Cori, Joee Redington und alle neuen Bekannten in Manley - Danke, dass ihr uns Heim und Herz geoeffnet habt, es war eine schoene Zeit dort! Und dann die Hunde....
Die Hunde ruhen sich vom Stress gestern aus und freuen sich ueber den Sonnenschein. 'Vanilla' ueberrascht mich immer wieder mit neuen Leithundfaehigkeiten, aber die jungen Kerlchen hielten sich auch ganz tapfer und sie sind soooo goldig! Nein, richtige Probleme gab es keine und sie freuen sich schon weiterzulaufen. Jonas junge Leithunde waren in Ordnung, bis wir ans Glatteis kamen, wo Chris und Wayne Curtiss Hund Sputnik forwaertskam und meinte, das koennte sie schon ganz gut (Danke, du hast uns da wirklich gut geholfen). Kann sein, dass Jona sich auf dem Pfad einen Virus eingefangfen hat und wir hoffen, dass der sich nicht ausbreitet. Jons Team schnitt gut ab, dank meines Leithundes Snowball, er und Hund Hither liefen wie Schlittschuhlauefer und wir ueberlebten alles.
Heute doktern wir nur noch den Kratzer und Wehwehchen und lassen die Schulkinder Fragen stellen, denn morgen gehts schon weiter Richtung Ruby, das ist eine Strecke von 125 Meilen und wir wollen sicher sein, dass alle das auch schaffen, so weiss ich leider nicht wann ich die naechsten paar Zeilen schreiben kann - so bald wie moeglich!

Ellie Claus und der Rest der Gruppe!

Aus Anchorage, Alaska / Berichte von Ellie Claus
Jlona Richey / Tracks of Alaska



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