A l a s k a - I d i t a r o d - R e p o r t a g e n


Informationen zum Last Great Race On Earth :
Bilder, Videos, Audioberichte, Listen der Gewinner/Musher und Links.
-- Iditarod


Menue

Home Aktuell Musher Bilder Geschichte

Checkpoints Reportagen Resultate Forum ToA


I D I T A R O D   R E P O R T A G E N

Susan Butchers Ansprache
an die Lehrer auf dem Iditarod-Trail 2002


Susan Butcher war unsere Gastrednerin fuer die Leherversammlung am 1. Maerz 2002 in Anchorage - im Iditarod Hauptquartier, dass fuer die Laufzeit des Rennens im Millenium Hotel In Anchorage, Alaska seinen Sitz hat. Die Frau ist einmalig und gar nicht eingebildet, eine sehr natuerliche, liebenswerte Person! Ihr Hauptinteresse ist das Wohlergehen und Pflege der Hunde.

Ihr Rat fuer jemanden, der am Iditarod oder Hundeschlittenrennen ueberhaupt teilnehmen will, ist die richtigen Hunde auszuwaehlen und nicht etwa Tiere von denen jemand anderes denkt, dass sie ausgezeichnet sind. Jeder Hund hat seine eigene Identitaet und Persoenlichkeit und wenn der beste Hund der Welt einen nicht leiden mag, dann gibt man sein Geld umsonst aus.
Trainingsmethoden; die richtige Mischung von Kraftfutter und Training, dass die Hunde fuer das brutale Kuestenklima an der Beringsee im Winter vorbereitet - das alles haengt damit zusammen, wie man die Tiere fuer das Rennen vorbereitet. Wenn Butcher eine Sechststundenfahrt mit ihrem Team macht, dann rechnet sie zwar Pausen fuer kleine Happen von Futter ein, aber bleibt meistens doch in Bewegung, denn die 'Happenfuetterung' gibt ihr die Gelegenheit Probleme zu isolieren und die Hunde anzufeuern und zu loben. Da viele Leute das Iditarod-Rennen jetzt ueber das Internet verfolgen, soll man sehen wie lange die Hunde ausruhen, es ist nicht leicht von Anfang an auszuknobeln was am Besten ist, aber wenn man z. Bsp. die Zeiten zwischen McGrath und Takotna vergleicht, wo die meisten Teams keine Pause einlegen und die Strecke laenger als zwei Stunden dauert, dann koennen Teams spaeter Schwierigkeiten bekommen. Auch auf der Strecke zwischen Golovin und White Mountain halten nur ganz wenige Teams an.

Susan vermisst die alten Zeiten, als ein Musher noch sich bei einer einheimischen Familie einquartieren konnte, manchmal blieb sie bei der gleichen Familie fast fuenfzehn Jahre lang und kannte sie, wie ihre eigene und natuerlich auch die Haustiere dazu. Sie fand es einmalig in diese Doerfer zu kommen und die Eingeborenen und ihre Kultur wirklich zu erleben, sie hofft dass wir, als Lehrer, dieses wichtige Stueck des Rennens im Klassenzimmer nicht vergessen.

Sie betonte sehr, wie es den Hunden Spass macht zu rennen. Sie hatte einmal fuer ihre Hunde 'Rye' und 'Susan' einen Plan ausgetueftelt fuenf Rennen insgesamt zu laufen und alle fuenf natuerlich zu gewinnen. Sie dachte, es waere am besten die Hunde zu rotieren, so dass kein einziger Hund alle fuenf Rennen laufen wuerde. 'Rye' aber machte ihr einen Strich durch die Rechnung und es endete damit er in allen fuenf Rennen dabei war. Im letzten Rennen, dem Coldfoot Classic war Butcher schon 250 Meilen weit und dachte es waere Zeit auszuruhen, aber die Hunde wollten nicht halten, sie rissen immer wieder den Schneehaken heraus. Endlich kamen sie in eine Gegend, wo sie die Hunde an einer Fichte verankern konnte. Gute Idee, nicht wahr? Falsch gedacht! Sie rissen den Baum samt Wurzel aus und Susan musste ihre Nahrungsmittelkiste stehenlassen, um den Schlitten zu halten und sie brachte die Hunde erst sechzig Meilen weiter zum Stehen. Aber auch nur, weil einige liebenswuerdige Einwohner eines Inuitdorfes halfen die 'Biester' anzuhalten! Diese rennverrueckten 'Viecher' gewannen aber das Rennen.
'Rye' wurde durch diese Geschichte ziemlich beruehmt und wurde auch zusammen mit Susan nach New York eingeladen, wo Susan ein Hotel in der Naehe vom Cetral Park haben wollte. Da sie dachte, dort waere es am Besten mit dem Hund Gassi zu gehen. Der Schlittenhund liebte den Park zuerst, bis er auf etwas stiess woran Susan gar nicht gedacht hatte; Schosshuendchen! Und da war dann 'Rye', der schon oefters furchtlos einem Elch oder Grizzlybaeren gegenuebergestanden hatte und fuerchtete sich vor einem Pudel! Gottseidank hatten die Leute, die sich sehr darueber amuesierten keine Ahnung wer 'Rye' oder Susan eigentlich waren...! Das zweite New York Erlebnis haette mit einem Unglueck enden koennen; auf dem Weg zu einer Fernsehstation fuer ein Interview gabs da eine Drehtuer und 'Rye' war das nicht gewoehnt, er riss sich los und war uber alle Berge bevor Susan nur durch die Tuer kam und in ihrer Panik rief sie instinktiv in Fistelstimme: Puppy Puppy Puppy - einen Ruf den die Hunde von klein auf gewohnt sind, 'Rye' machte auch tatsaechlich kehrt und kam unversehrt zu ihr gerannt.
I D I T A R O D   R E P O R T A G E N

Schon bevor sie ihren Mann kennenlernte, wohnte Susan allein in den Wrangell Bergen und wusste wie wichtig es ist auf sich selbst und die Hunde achtzugeben. Ihr Leithund war damals Tekla. Sie fuhren ein Flussufer entlang und Susan wurde etwas aergerlich, weil Tekla nicht hoerte und immer wieder das Team vom Pfad herunterlenkte und als sie endlich sah was vor ihr lag, wusste sie auch gleich warum das Tier nicht gehorcht hatte, ein Stueck des Flussufers stuerzte genau da weg, wo sie gewesen waeren, wenn Tekla gehorcht haette. Es war eine gute Lehre, auf die Hunde zu achten und ihnen auch zu vertrauen, man muss wissen, wann man selber anfuehrt und wann man die Hunde anfuehren laesst. Dieses in den Griff zu bekommen kann Jahre dauern.
Jemand wollte wissen was mit Granite los war. Sie sagte, dass sie drei Jahre lang mit Granite gearbeitet hatte und sogar versucht hatte ihn einigemale zu verkaufen, aber niemand wollte den Hund und seine Probleme. Denn obwohl er als Leithund in Rennen immer grossartig war und die Iditarods 1986 und 1987 gewonnen hat, im Training weigerte er sich das Team anzufuehren.

Susan Butcher
Dann wurde Granite krank und Susan flog ihn nach Anchorage zum Tierarzt Bob Sept. Susan fand heraus, dass der Hund wohl niemals wieder an Rennen teilnehmen koenne, aber das war ihr egal, denn so lange er noch lebte um ihre zukuenftigen Kinder kennezulernen war alles gut. Granite wurde ganz wild, wenn man ohne ihn rannte und der Tierarzt gab auch nach, nur beim Iditarod durfte er nicht mehr dabei sein. Granite hatte aber andere Ideen und letzten Endes war er der Hund, der Susan und ihr Team durch einen furchtbaren Schneesturm zum Ziel in Nome brachte. Bald aber musste er dann doch in den Ruhestand und das bedeutete fuer ihn, das Welpenteam zu unterrichten, aber Granite wollte davon nichts wissen, er wurde zum Haushund und wurde noch 17 1/2 Jahre alt und lernte noch Susans Tochter kennen.

Eine andere Gechichte, die Susan mit uns teilte war der Zeitpunkt, wo sie noch mit und gegen Joe Runyan wetteiferte, und sie erklaerte uns, dass man zwar gegeneinander faehrt aber doch da draussen in der Wildnis aufeinander angewiesen sein kann. In diesem Rennen verirrten sich beide und wanderten fast drei Stunden lang umher. Sie hatten vermutet, dass der naechste Checkpoint etwa eine halbe Stunde weit weg waere - jedoch kamen sie komischer Weise nicht dort an. Sie war gerne bereit hinter Joe herzutrollen, als ploetzlich Granite 'Jetzt' zu denken schien und das Team an Joe vorbeifuehrte und sie den Checkpoint Iditarod zuerst erreichten. Wobei sie den Halbstreckenaward einkassierte. Sie selbst war sich nicht sicher wo sie war, aber Granite wusste es auch wann der Zeitpunkt reif war, zu ueberholen und Endspurt zu machen. Tekla, Susans aelteste Tochter ist jetzt 6 Jahre alt, die juengere ist fast zwei. Tekla ist schon ein guter Musherin und hat auch schon ihr eigenes Team, aber sie macht auch beim Ballett mit und spielt Geige. Mushing als Beruf wird sie wohl nicht ausueben, obwohl es ihr Spass macht fuer die Hunde zu sorgen. Es ist immer schwierig als Kind in den Sport der Eltern hineinzuwachsen, darum hat Butcher auch nie darauf gedraengt, dass Tekla eigenen Hunde haelt, bis sie selbst um welche bat. Susan glaubt nicht, dass sie Mushing als Karriere waehlen wird, wenn aber doch, dann wird es schwierig, denn alle werden sie an den Erfolgen ihrer Mutter messen. Das Trainieren faellt einem schwerer je aelter man wird, sagte sie, Sie ist jetzt 47 und Schlaf zu verpassen ist nicht mehr so einfach wie frueher. Die meisten erfolgreichen Hundeschlittenfahrer sind im mittleren Alter, weil die Jungen meistens nicht die Finanzen haben um auf Anhieb Erfolg zu haben, meistens arbeiten sie ganztaetig und trainieren nur abends und an den Wochenenden. Das ist nicht einfach und besonders auch dann nicht, wenn man noch eine Familie aufzieht. Der Sport ist nicht billig und wenn man nicht gleich Erfolg vorweisen kann bleiben die Sponsoren weg.

Zweiter Teil



H O M E
__________________HOME__________________
all rights reserved /  copyright 1996-2002 © RnR-Projects / http://www.alaska-info.de / kontakt : webmaster@alaska-info.de