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   Collecting Yukon Stars - Sackgassen Kanada Nord
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   Autor  Beitrag: Collecting Yukon Stars - Sackgassen Kanada Nord  (Gelesen: 4430 mal)
 Kokanee
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Collecting Yukon Stars - Sackgassen Kanada Nord
( Datum: September 8th, 2012 um 10:53:21pm)
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Ich habe mich ein bisschen im Yukon rumkutschieren lassen, mit kleinen Abstechern in die NWTs und nach Alaska. Hier ein paar Episoden – ohne einen der zentralen Foren-Jünger hätte ich Whitehorse vermutlich erst gar nicht gebucht, danke, Erwin.

Die Fotos wurden oft während der Fahrt aus dem jeweiligen Fahrzeug gemacht – ich nenn es mal halbwegs realistische Dokumentation. Inkl. entsprechender Unschärfen. Der geniale Moment wurde dann eben nicht selten genau um eine Millisekunde verpasst. Tja – es ist lang geworden – man muss sicher nicht alles lesen Redundanzen bitte ich zu entschuldigen - die Auswahl fiel schwer. Leider muss ich das mehr stückeln, zu lange Beiträge sind wohl nicht erlaubt - bisschen umständlich - insofern ist es jetzt vielleicht doch etwas kürzer, mit weniger Bildern als geplant.

North Canol Road – Hunting Zone

BUMM macht es, das Zelt wackelt. War das eine Bärentatze? Bumm again, etwas weniger wacklig. Ich lausche nach draußen, aber da ist nichts zu hören. Kann doch auch nicht sein ... Bearspray wird ready gemacht und vorsichtig rausgelinst / weit und breit Stille. Eine helle Stelle leuchtet unten an der Ecke des Zelts. Ich ahne, was los ist, und gehe raus - großflächig gefetzt ist es, das Außenzelt. Nicht an der ungünstigsten Stelle, aber entlang des Gestänges zeigen sich ebenfalls kurze Risse. Das hat man davon, wenn man ein Zelt mal ausnahmsweise absolut katalogmäßig akkurat aufstellt und noch mal nachspannt, als der Regen stärker wurde und sich oben ein paar Tropfen am Innenzelt zeigten.



Ich campe am Dragon Lake, ungefähr half way auf der North Canol Road. Der Weg dorthin war einfacher als gedacht. Start ist Ross River, dort fährt eine Fähre über den Pelly River, und da stand ich, so gegen 13 Uhr. Fußgänger können eine Holzbrücke nehmen. Ein sonniger Tag, der wärmste seit Ankunft. Viel Verkehr ist nicht gerade, drei Pickups kommen die Straße runter, falsche Richtung. Ich beschließe, bisschen Fähre zu fahren, kostet ja nichts und Frank, der kleine Fährmann, hat nichts dagegen. Er erkundigt sich, was gegen Bären dabei? Ich zeige das Bearspray in der Tüte. Frank ist nicht unzufrieden, aber meint lachend, drei Dosen wären besser. Erst kürzlich hat er drei Grizzlies an den Hängen gesehen, die hier rundum doch auch öfters mal recht kahl sind. Entsprechend braun und sedimentreich ist der Pelly River. Lots of bears around.



Dann kommt Curtis vom Straßenbauamt, richtige Richtung. Eigentlich ist es ja nicht erlaubt, aber ... ich sage fix Dragon Lake als Ziel, das geht noch, sein Trupp ist wohl noch etwas weiter. Curtis interessiert sich für Stalingrad und Horrorfilme, er kennt jeden Baggerfahrer entlang der Road. Road construction, ganz großes Ding im Yukon.

Ab einem gewissen Punkt bin ich gewarnt, sollte einer kommen, wird sich geduckt Nichts passiert. Die Road ist anfangs so breit wie ein Highway und insgesamt gut zu fahren bis kurz vor dem Dragon Lake, da geht es dann mal steiler bergauf und bergab und es gibt etwas mehr Schlaglöcher. Sonst - trees, trees, trees. Mal ein Waldbrand – trees trees trees. Die South Canol Road fährt sich fast schlechter und hat an Aussicht mehr zu bieten.
Am Lake finde ich ein Plätzchen direkt am Ufer. Badetag? Der See ist groß, die Straße ganz am östlichen Ende, er ist megakalt.



MacMillan Pass ist das Ziel, noch mal 130 km, wie weiter? Am nächsten Tag völliger Wetterumschwung und eben das sich selbst zerlegende Zelt. Ich hatte schon beschlossen, diesen Regentag erstmal auszusitzen, und zähle die Autos / 6 runter, 4 rauf. Dem Motorengeräusch nach fast alle Straßenbauamt.

Gary hat 150 m weiter sein Camp aufgeschlagen. Mein Tape klebt nicht, ist ja auch alles nass. Gary hat eine elegante Tarpkonstruktion und wir beschließen, das Zelt erstmal an seinem Lagerfeuerchen zu trocknen, es ist klein und passt noch drunter. Hier wohne ich dann für die nächsten zwei Tage.


tent fixed - yukkon style

Gary sammelt Pilze und Beeren und blöderweise habe ich den 90jährigen Trapper verpasst, der gestern Karibuleber vorbeibrachte. Aber es gibt Bannock zum Frühstück – mit Peanut Butter und Honey on Top – die Kombi ist tatsächlich mehr als essbar, zumindest hier an der frischen Luft.











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Letzte Änderung: Kokanee - September 9th, 2012 um 12:02:52am
 Kokanee
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Re: Collecting Yukon Stars - Sackgassen Kanada Nor
(Antworten #1 Datum: September 8th, 2012 um 10:55:33pm)
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Gary ist nicht der erste, der meine eigentlichen Pläne crazy nennt. Aber - er meint, wir sollten einen Ausflug zum MacMillan-Pass machen. Und das machen wir dann auch am nächsten Morgen.












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Re: Collecting Yukon Stars - Sackgassen Kanada Nor
(Antworten #2 Datum: September 8th, 2012 um 11:05:58pm)
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Silver Trail – wo liegt das Silber?



Mike hupt. Der Schwarzbär tapst unentschlossen auf der linken Straßenseite, man weiß nicht, was er vorhat. Er läuft nach rechts, vor den Truck, aber wir sind nicht so schnell, Schwarzbär ist flink, er landet verwirrt im Straßengraben und wir rauschen durch. Schade. Der war fotogen, so ein glänzendes Fell. Aber wir fahren hier nicht zum Vergnügen, Mike kommt von Edmonton und muss nach Norden. Er beliefert die Minenkantinen, ich möchte Richtung Tombstone Park. Supplies, noch so ein Thema im Yukon.

Aufgesammelt hat er mich am Robert Campbell Highway. Ja, es ist nicht erlaubt, Versicherung und so. Mike hatte sonst seinen „boy“ dabei, das geht neuerdings nicht mehr, man muss 18 sein für’s Minencamp und er ist erst 11. Ansonsten fahren nordamerikanische Trucker nicht selten über mehrere Tage die immergleiche Tour und freuen sich daher über etwas Abwechslung. Mike schaut gerne in die Wolken und denkt sich Bilder aus. Am Boden hat er ja meist trees, trees, trees entlang der Strecke. Zwei Wochen später hält Tom aus Montana, ganz klassisch, Typ einsamer Wolf, Kriegsveteran, der liefert Reifen nach Anchorage.

So fest sind meine Ziele nicht, im Laufe der Fahrt haben wir Spaß und ich entscheide, hey, Mike, ich biege mal mit ab an der Kreuzung, wo ich eigentlich aussteigen müsste. Mike hat nichts dagegen, zuletzt hatte er zwei Mädels aufgesammelt, die ließ er dann am Minto Lake raus. Minto Lake? Ist sogar auf der kostenlosen Touristenkarte noch eingezeichnet, aber warum sollte ich mich hier in den Wald an einen der immer vorhandenen Seen verziehen, wenn man so bequem mit Übersicht und Unterhaltung fahren kann? Mit das beste an den Trucks: die Sitzhöhe – und die Geschwindigkeit. Alle Touristen, die einen nicht mitnehmen, werden überholt.

Ich vertage die Entscheidung, wo aussteigen. Wir biegen ab am Stewart River. Man hat hier so eine Art Elchschutzgebiet eingerichtet, no Hunting, calving grounds für moose. Das haben die Elche wohl mitbekommen. In der Ferne stehen dann auch zwei im Wasser. Ebenfalls sehr fotogen – aber, wir sind nicht zum Vergnügen hier, wir rauschen durch. Der Truck hat wie wohl alle hier einen „moose-bumper“.



Nützlich im Winter, wenn die Elche vor einem herrennen und am Ende ausgleiten … Tom hat schon einen auf dem Gewissen, weiß aber jetzt, der Bumper funktioniert, Elch tot, Truck nicht kaputt. Beim Deer irgendwann später hielt er gar nicht mehr an.

Der „Trail“ ist nicht so wahnsinnig interessant, trees, trees, trees, Schotterpiste, deren „Straßenrand“ ungefähr 50 m breit rechts und links ist, alles für die Minentrucks, mehr Übersicht, vermutlich nicht zuletzt wegen der Elche. Silber glänzt nirgends, Mike wüsste auch nicht, dass jemals ein Truck was verloren hätte.

Von Mayo, der ersten „town“, sehe ich nicht viel, wir biegen an der Kreuzung ab und diese towns im yukon sind meist so angelegt, dass man downtown in die andere Richtung muss, noch mal für mindestens 3 km. Downtown ist dann eine Tankstelle mit mehr oder weniger großem shop. Keno City lautet mein neues Ziel, aber es stellt sich heraus, vor Keno City kommt Keno Mining Camp. Keno City ist noch 14 km weiter. Mike ist am Ziel. Ich bin etwas ratlos, es ist abends gegen 21 Uhr, aber alle Türen stehen offen. Ich folge Mike einfach in die Kantine, bitte Schuhe ausziehen.



Man grüßt freundlich und niemand wundert sich, wer ich eigentlich bin und was ich hier treibe. Ich gehe duschen, eine Handvoll Frauen scheint es zu geben, allerdings eher in der Küche.



Dusche nach – ca. einer Woche oder so. Ein ganzes Badezimmer für sich, ich plätschere ausgiebig rum. Das Zelt – steht neben der Schotterpiste auf dem Schotterplatz. Damit mich keiner wegbaggert, parkt Mike den Truck strategisch günstig. Die Plätscherei dauert, es ist tatsächlich schon fast dunkel – eine der angenehmsten Seiten, die langen helle Tage. Vereinfacht Vieles für Leute wie mich. Ich habe sehr gut geschlafen.



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 Kokanee
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Re: Collecting Yukon Stars - Sackgassen Kanada Nor
(Antworten #3 Datum: September 8th, 2012 um 11:06:30pm)
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Keno City also ist 14 km weg. There is a bar – das ist alles, was man hier von Keno City zu berichten weiß. Auf einem Faltblatt habe ich ein Holzhaus gesehen, 25 Leute sollen da wohnen. Nunja, ich lade mich wieder bei Mike ein, ob er mich evtl vielleicht nicht gleich doch wieder mitnehmen könne. Vermutlich bin ich mal wieder zu pessimistisch, es kommen 2-3 Autos dann bald vorbei, aber das Minencamp war spannend genug. Ein paar Dinge kann man überspringen und sich aufheben. No problem. Der Truck wird entladen, ich hole mir derweil einen Kaffee aus der Kantine, ein paar Orangenstücke und probiere das Krabbensandwich (geschmacklos), Salmon hatte ich gestern schon. Selbstbedienung, kostenfrei. Naja, auf Kosten einer Silbermine zu frühstücken verursacht mir keine Bauchschmerzen. Die Mine ist seit über 100 Jahren mehr oder weniger in Betrieb, eine der ältesten im Yukon wohl, wie ich später in Whitehorse lese, wo es von Monumenten wimmelt, die irgendwelche Mining-Companies gestiftet haben und man ist ihnen so dankbar. Weiter zur Minenbesichtigung wage ich nicht zu fragen, ist letztendlich auch nicht so wichtig und wohl kaum vorgesehen.
Insgesamt, ohne Keno City besucht zu haben, würde ich sagen: die Straße an sich ist kein „must“. Vielleicht auf den ersten km, wegen der Elche. Oder um ausgiebig zu frühstücken.



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Re: Collecting Yukon Stars - Sackgassen Kanada Nor
(Antworten #4 Datum: September 8th, 2012 um 11:14:12pm)
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Dempster Highway / The Big Empty




“There is a bear up on the hill. He is entertaining us all day.“ Die gestrenge Lady mit dem Stop-Slow-Sign in der Hand hält uns erneut an der Baustelle an. Auf der Hinfahrt wies sie uns zurecht, zu schnell durch die Baustelle gefahren! Sie erinnert sich noch. Jake ist auch relativ einprägsam, ein Easy-Rider-Typ mit Vollbart und Lederweste, der seinen Freund in Inuvik abholen möchte. Der ist den Mackenzie-River mit dem motorisierten Kanadier runtergeschippert.
Hoffnungsfroh fahren wir auf den Hügel, da stehen schon zwei Wohnmobile. Wo ist der Grizzly? Over there! Ein Fahrer zeigt nach links in die Hügel. Nichts rührt sich, wir sehen nichts. Ich krame mein Monokular raus – nichts zu sehen. Wo ist er? „Over there. A huge Grizzly!“ – mit jeder Nachfrage scheint der Bär zu wachsen. „He is sleeping on the caribou he was eating.“ Nichts rührt sich im Gestrüpp, aber man ahnt, wie gut getarnt so ein Bär ist hier in der Tundra. Wir stehen noch kurz ein bisschen rum, aber wir haben was vor, wir fahren weiter.

Ich habe Jake im visitor centre aufgegabelt. Der übliche Hike im Tombstone Park war ausgebucht an dem Tag, ich stand so rum und wollte noch fragen, wie das mit dem Reservieren ist, hatte sowieso keine rechte Lust auf diesen Hike, hin und zurück zum See. Er stand neben mir und nuschelte was. Ich hörte „Inuvik“. Ein kurzer Seitenblick, und 15 Minuten später sitze ich in seinem Pick-up, fix verabschiedet von Moni und Chris, die mich am Tag zuvor die ersten 70 km bis zum Park mitgenommen hatten. Es wäre auch schön gewesen, mit den beiden zu hiken, aber kein Platz mehr für mich und eigentlich – war der Dempster weiter rauf sowieso auch ein Ziel. Flexibel muss man bleiben. Ich will nicht sagen, diese Fahrt war das absolute Highlight der Reise, aber sie war nahe dran. Einfach – weil der Dempster Hwy umwerfend ist mit der wechselnden Landschaft, den Ausblicken, der Weite, den Licht- und Schattenspielen, der Leere – . Nur die Farben, die sind doch noch nicht da, andeutungsweise. Es ist etwas früh. Ich muss im September mal wiederkommen. Und dann ist da Jake, äußerst liebenswert. Ah Ja, Ja, Ja – er hat irgendwie dt. Wurzeln oder so, ist aber lange her, Urgroßvater oder war es doch der UrUrgroßvater. Er wohnt in Alberta. Es muss eine Riesencity sein, denn Jake hat keinen Hund, Hund in der city findet er unangebracht. Ansonsten wimmelt es im Yukon von herzigen Hunden auf Pick-up-Ladeflächen. Wir haben einen Anhänger für das Kanu hinten dran. Pick-ups und was alles in sie hinein passt, Camper und was man so alles an sie dranhängen kann, auch ein Thema im Yukon.

Wir fahren also innerhalb eines Tages nach Inuvik. Stopp nur an neuralgischen Punkten – Eagle Plains for Lunch, irgendein bombastischer Aussichtspunkt, Polarkreis, NWT-Grenze. Und immer kurz dort, wo Jake seinen Dempster-Pass stempeln lassen kann, Supertrick der Tourismusbehörde. Am Ende haben wir die Chance auf einen Diamond aus den NWTs. Jake schenkt mir den zweiten Pass. Ich hoffe auf Platz 2, einen Goldnugget aus dem Yukon. Finale ist Ende September.
















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Re: Collecting Yukon Stars - Sackgassen Kanada Nor
(Antworten #5 Datum: September 8th, 2012 um 11:19:53pm)
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Über den Peel River und über den Mackenzie gibt es mal wieder eine kostenlose Fähre.



Der Peel River ist nicht so breit, das ist schnell gemacht, Kabelferry. Am MacKenzie ist die Schlange länger, wir sind ca. Platz 5 und alle sind relativ groß und lang. Ganz vorne ein beladener Truck. Die Fähre tuckert vom gegenüberliegenden Ufer heran und ist mit dem Truck offensichtlich beladen, fährt wieder ab. Nicht direkt rüber, es gibt noch einen Zwischenstopp beim Native Village, den Namen tippe ich mal nicht, aussprechen kann ich ihn auch nicht, es hieß einst Arctic Red River, selbiger River fließt hier nämlich in den MacKenzie. Es dauert, bis die Fähre einmal rum ist.



Aber wir kommen beim nächsten Mal noch mit drauf. In Gedanken rechne ich die Ankunftszeit – erst so 19 Uhr, inzwischen eher 21 Uhr. Runter von der Fähre, langsam. Es klopft an der Scheibe – Gerry ist da, der friend. Seit Mittag sitzt er am Ufer, zu viel Gegenwind, er hat hier gestoppt. Die Freude ist – verhalten. Jake: oh, let’s drive back! Aber Gerry weiß ihn zu stoppen – jetzt sind wir schon so weit, jetzt können wir auch noch den Rest nach Inuvik fahren. Jake ist mechanic, hat eine Harley Davidson, die wartet in Dawson, er spult eben stoisch Meile für Meile runter. Tja, da ist nun das Canoe. Auf dieser Flussseite schlecht aufzuladen. Die beste Stelle ist am Native Village. Wieso hat Gerry eigentlich nicht auf der anderen Seite gewartet? Egal, ich komme in den Genuss einer kurzen Canoefahrt, während Jake – wieder auf die Fähre wartet. Kann sich nur um eine Stunde handeln. Ich besichtige derweil das Dorf mit Friedhof.









Die beiden sind aber geübt im Canoe-Aufladen – und gut, dass die Fähre nicht so schnell ist – bis sie erneut kommt, ist alles verzurrt. Der Chief kam noch vorbei und ich lerne, es kann nie schaden, Tabak dabei zu haben hier in der Gegend, den überreicht man dann. Inuvik Ankunft irgendwann nach 24 Uhr. Toll, dass es hier so lange hell ist. Bzw. gar nicht so recht dunkel wird. Es gibt mal wieder eine Dusche. Der Dempster hat so eingestaubt, dass ich in Inuvik Wäsche wasche, fortan ein Fixpunkt meiner Reiseerlebnisse. Wer kann schon von sich behaupten, nach Inuvik gefahren zu sein, um Wäsche zu waschen.


Inuvik hat auch eine Moschee

Die Rückfahrt war genauso umwerfend, sonniger, Abendlicht, auch wenn ich zusammengefaltet hinten auf dem Notsitzchen saß.








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Letzte Änderung: Kokanee - September 10th, 2012 um 12:33:30pm
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Re: Collecting Yukon Stars - Sackgassen Kanada Nor
(Antworten #6 Datum: September 8th, 2012 um 11:23:53pm)
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Top of the World Hwy – Alternativroute, mehr nicht?



Dawson City ist absolut charming, aber doch in einem Tag besichtigt. Ein Blick auf die Karte verrät: es gibt eine Alternative zum selben Rückweg entlang der trees trees trees – den Top of the World Highway und dann eine Minirunde über Alaska. Jakes Freund hatte mich sogar in die nächste Sackgasse eingeladen, er wollte nach Eagle. Allerdings einen Tag später und ich beschließe, genug von Dawson gesehen zu haben, mal sehen, ob einer anhält. Und Eagle – vielleicht paddel ich ja doch irgendwann mal noch da vorbei, läuft nicht weg.
Wenn nicht schnell einer hält, kommt Gerry ja evtl. morgen vorbei und auch Moni und Chris wollten wieder nach Dawson, ihren Kanadier verkaufen und dann nach Alaska.
Ich stehe mal wieder an einem Fährübergang, diesmal am Yukon River. Praktischerweise habe ich bei drei deutschen Jungs, die auch auf die Fähre warteten, 6 Dollar in US-Version getauscht, Einreisegebühr. Es sind Discovery Days in Dawson, Bank geschlossen und der Goldnuggetladen, in dem ich hoffentlich was tauschen könnte, hatte gestern 12 Minuten zu früh geschlossen. Die Fähre dümpelte länger am gegenüberliegenden Ufer, aus den Gesprächen entnahm ich, die Jungs könnten vielleicht …. Sie können, sehr gut.

Sonderlich viele Fahrzeuge passen nicht auf so eine Fähre, aber schon bei der dritten Überfahrt habe ich Glück, Mr. X ist seit sechs Jahren auf Reisen und auf dem Weg nach Fairbanks. Wir quatschen und irgendwie interessiert die Aussicht gar nicht so. Da hinten, das sind wohl die Ogilvie-Mountains – habe ich vor ein paar Tagen schon näher gesehen. Alles zu weit weg hier, on „Top“. Vielleicht sollte man es umgekehrt machen, erst den Top-Hwy, dann denn Dempster. Die Grenzer sind erstaunlich umgänglich, ist ja auch nicht gerade die zentralste Station. Zwar streng und fragend, aber sie sind realistisch und meinen auch zu meinem „lift“ – schön, dass mal einer sagt, wie es ist. Sonst – steigen Hitchhiker vor der Grenze aus, gehen rüber und steigen dann wieder ein. Unnötig. Da sie mit mir beschäftigt sind, fragen sie ihn auch gar nicht, wo er sein Fleisch versteckt hat. Das Marihuana wurde zuvor noch zu Ende geraucht. Ich bekomme einen hübschen Karibu-Stempel in den Reisepass, jetzt kann ich bis Mitte Nov. bleiben. Hier wäre die Sackgasse also zu Ende.

Es ist ein yukon-Trip, ich steige vor Tok wieder aus, Richtung Süden, obwohl sich mit Mr. X natürlich vielfältige Möglichkeiten eröffnen, letztendlich will er auf die Aleuten. Auf Alaska-Seite kann man mal wieder Waldbrandflächen bewundern, ab und an Mountains im Hintergrund, das werden die Wrangells sein. Wenn man vorher auf dem Dempster war, würde ich sagen: relativ unspektakulär. Diese Scherze mit „Chicken“ verursachen eher ein müdes Lächeln. Wir halten dort, aber es gibt nur Ramsch, einen traurigen RV-Campground, immerhin halbwegs ordentlichen Kaffee.





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Letzte Änderung: Kokanee - September 8th, 2012 um 11:33:29pm
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Re: Collecting Yukon Stars - Sackgassen Kanada Nor
(Antworten #7 Datum: September 8th, 2012 um 11:32:12pm)
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Haines Road – alpin, sehr schön



Crow or Wolf? Diese Frage ist noch heute wichtig, wenn sich zwei Natives begegnen. Die Lady im 4-wheel-Truck ist wolf, kommt gerade von einem potlatch und ist unterwegs zum nächsten bzw. organisiert dazu noch diverse Familientreffen und Jagdsaison ist auch, sie packt das Gewehr nach hinten. „You Germans are crazy“, lacht sie mich an. Es ist eine der interessantesten Fahrten, aber leider auch mit die kürzeste. Sie hat mich am Rande des Kluane an der Straße aufgesammelt, ich muss erst mal zurück, Bärenkanister abgeben. Zurück nach Haines Junction, we call it little Berlin, wie mich die Lady grinsend aufklärt. Der eingewanderte Engländer am nächsten Tag meint, man nenne es little Germany … Sie lässt mich am Kathleen Campground raus, die Fahrt ist zu kurz, als dass sie mich in eine ihrer Cabins einladen könnte, die sie in der Gegend verteilt hat. I was working for the government for 33 years – government, DAS allergrößte Thema im Yukon, spätestens im dritten Satz kommt “government”.

Es hat den ganzen Tag geregnet, erst jetzt am späten Nachmittag zeigte sich etwas die Sonne und ich hatte entschieden, dass der Campground für die vierte Nacht doch komfortabler ist als irgendwo am Fluss im Kluane. Der Weg raus war länger, aber recht langweilig in weiten Teilen über eine Piste, also gehe ich die letzten 7 km noch gleich. Dem Regentag folgt ein absolut schöner Herbstmorgen mit Nebel über den Seen und sich durchsetzender Sonne. Es ist die erste Frostnacht, die Tasse schlittert auf dem picnictable.

Ich stehe recht früh auf und begebe mich zur Road. Die Sonne lacht, ich bin gerade dabei, die Schuhe strategisch zum Trocknen hinzustellen, da biegt vom Campground schon ein Pkw ein und hält – das war ja meine insgeheime Hoffnung, denn sonstiger Verkehr ist hier derzeit nicht in Sicht. Matt lacht mich an, for sure we have to give you a ride. Sie haben mich schon gestern gesehen.

Matt und Silvie sind ein kultiviertes Ehepaar aus Ottawa, auch sie haben beschlossen, in diesen Ferien Canadas North zu erkunden, die anderen Provinzen kennen sie schon. Die Fahrt ist kurz, ich werde bis vor den Eingang des visitor centres gebracht, vielen Dank. Nachdem alle Formalitäten erledigt sind und ich diverse Sachen wieder eingepackt habe, stehe ich erneut in Haines Junction Richtung Süden. Alle biegen falsch ab. Dann kommt der Engländer mit seinen beiden Jagdhunden. Hund 1, 10 Jahre, schleckt einen von oben bis unten ab. He wants to know how you taste. – must be salty.




Er fährt so 140 km ins Nirgendwo, hunting. Die Hundchen sind auf ptarmigan spezialisiert und können sich nichts Schöneres vorstellen. He is – working for the government, finance. Da ist hunting doch ein netter Ausgleich.



Middle of Nowhere. Es ist ein herrlicher Tag, fast bin ich versucht, die 2 km zurück zu gehen, da hat er mir eine Cabin gezeigt, die man zur Not nutzen könnte, bisschen rumstrollen. Aber gut, es regnet nicht.
Dann kommen die beiden Jungs, Namen vergessen leider, es riecht natürlich nach Marihuana, sie machen von Whitehorse einen Ausflug nach Haines, der Kumpel ist aus Toronto zu Besuch. Ich sitze hinten, kaum Fotomöglichkeit, die Szenerie ist toll.



An der Straße bauen zwei ihr Picnictable am Standstreifen auf. Nunja, es ist zwar wenig Verkehr und die Aussicht ist schön, aber man könnte vielleicht doch ein stilleres Plätzchen abseitiger finden. Auch hier ist der Grenzer höchst umgänglich. Inzwischen habe ich ja alle Stempel und weiter nichts dabei, was er interessant finden könnte. Die beiden vorn essen die Atomerdbeeren aus dem Superstore in Whitehorse, Superangebot, halber Preis, lagen gleich am Eingang und sind groß wie Tomaten. Halten sie wohl für eine clevere Strategie, diverse Gerüche zu eliminieren. Naja, wie gesagt, der Grenzer ist höchst umgänglich und realistisch.



Die Straße endet in Haines am Fjord.


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Letzte Änderung: Kokanee - September 8th, 2012 um 11:34:44pm
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