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   'Mile 101' Checkpoint
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   Autor  Beitrag: 'Mile 101' Checkpoint  (Gelesen: 7527 mal)
 Peter_Kamper
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Re: 'Mile 101' Checkpoint
(Antworten #15 Datum: August 6th, 2009 um 12:04:28am)
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..... und nochmal haben sich die auf der YQ Webseite aufgefuehrten Regeln geaendert.
Es bedurfte alles ein bischen Zeit, aber nun ist die Welt in Ordnung und die neuen, neuen, neuen... auf der Webseite stehenden Regeln besagen folgendes:
Two Rivers wird ein Checkpoint bleiben und nicht zum Dogdrop degradiert. (Seufzer der Erleichterung)
Musher koennen dort auch Proviant/Ausruestung aufnehmen. Mile 101 wird zu einem neuen Checkpoint und auch dort koennen Musher Proviant/Ausruestung aufnehmen. (Das war das einzige was uns wichtig war...).
Es wird in Mile 101 einen (zumindest) 2-stuendigen Zwangsaufenthalt mit einem Gesundheits-Check (Vet check) fuer die Musher geben.
Damit ist das Rennen nun nicht viel leichter, aber um einiges sicherer geworden.
Insgesamt haben wir als Crew genau das bekommen, was wir erreichen wollten. Hurrah !
Peter

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 Peter_Kamper
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Re: 'Mile 101' Checkpoint
(Antworten #16 Datum: Oktober 28th, 2009 um 1:07:00am)
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Bei uns in Fairbanks, Alaska bleibt der Schnee am 15. Oktober liegen. Es ist der Tag an dem gewoehnlich der Winter beginnt. Es mag auch der 8. oder 17. Oktober sein. Bis auf einen fatalen Schneesturm vor ueber einem Jahrzehnt, an dem am 23. September 70cm nassen Schnees aus dem Himmel fielen und die weniger schlauen Alaskaner - einschliesslich mir - nach dem Aufwachen verzweifelt ihre Axt im Neuschnee suchten um Holz zu spalten, stimmt die Rechnung:
Der Schnee bleibt am 15. Oktober liegen. Es ist eine der goettlichen Wahrheiten an denen man nicht ruettelt solange der Wetterbericht keine Sturmwarnung ausgibt.
Mit zugegebenermassen leichter Empoerung stand ich dieses Jahr am 20. Oktober vor meinem Haus und fand statt Schneeflocken nur leichten Frost im Moos der Baumwurzeln. Soweit zu goettlichen Wahrheiten....
All die Habe in meinem Hof war fuer den langen Winter gut unter ueberhaengende Daecher verfacht oder in die in Alaska ueblichen Plastikplanen verpackt worden.
Die Gartenschlaeuche lagen sorgsam von Wasser gelehrt fuer den Fall eines Hausbrandes bereit. Die Kuehlfluessigkeit der Autos war auf -50C eingestellt, das ofenrohr geputzt.
Am 24. Oktober strich ich wieder ums Haus waehrend mich die immer niedriger stehende Sonne aus einem klarem blauem Himmel blendete.
Keine Wolke stand am Himmel, kein Schnee war in Aussicht. Ich fand noch eine Schaufel und stellte sie an die Wand des Hauses.  Fuer Tage hatte ich nun mit zunehmender Langeweile versucht noch Dinge zu finden die es vor dem ersten Schnee zu erledigen gab.
Nachttemperaturen lagen schon seit 10 Tagen um -8 C und das Nordlicht, wenn auch schwach, war zur Gewohnheit geworden.
Es gab nichts mehr zu tuen. Alles war unter Dach und Fach.
Am 25. Oktober fuhr ich hoch nach Haystack. Die Uebersetzung fuer den Namen des grossen, steinigen noerdlich von Fairbanks gelegenen Huegels waere 'Heuhaufen'.
Genauso sieht er auch aus. Vor langer Zeit baute ein Freund dort nahe der Spitze des Huegels eine Huette.
Ich liebe den Platz dort oben. Waehrend sich im Tal um Fairbanks manchmal kein Lueftchen regt kann der Wind im Winter dort oben bis zu 130 km/h erreichen. Es ist ein recht romantischer Platz waehrend eines Wintersturms falls man Willens ist sein Auto und die Schotterstrasse morgens aus ein paar dutzend Schneewehen herauszuschaufeln.
Ich war lange nicht dort gewesen.
Die Luft roch frisch und ich genoss die Stille und den Blick ueber den Chatanika bis fast hin zur Alaska Range.
Ich kenne den Huegel der weit ueber der Ebene der Stadt Fairbanks liegt seit ueber 15 Jahren. Die Stille der Abendluft haette mich misstrauisch machen sollen, tat es aber nicht.
Der kleine Fluss weit unten im Tal war an breiten Stellen mit wenig Stroemung schon eingefrohren und schimmerte in weiss. Weit suedwestlich begannen Wolken die fernen Berge zu verdecken. Ich schenkte mir ein Glas Wein ein. Dies hatte ich verdient. Selbst diese alte Huette hatte ich nun auf ihre Wintersicherheit ueberprueft.
Ich schuehrte den Holzofen und las mein Buch. Keiner erzaehlt die Geschichte Afrikas besser als Wilbur Smith.
Im Sueden ging der Mond auf bevor ich einschlief.
Irgendwann waehrend der Nacht hoehte ich Geraeusche. Es war wahrscheinlich der Ofen. Ich zog die Bettdecke ueber die Ohren und gab mich meinen Traeumen hin.
Allerdings war es der Wind gewesen, der an den Baeumen und der Huette zerrte.

Als ich aufwachte, starrte mir durchs Fenster ein grauer Himmel ins Gesicht. Das Tal und der Rest der Welt waren weiss.
Der Talboden war kaum zu sehen und winzig kleine Flocken fielen um's Haus. Mehr als 6 cm Schnee waren gefallen. Mir war kalt und das Feuer war ueber Nacht ausgegangen. Ich schluepfte in ein paar Schuhe die mir weder passten noch gehoehrten und lief raus um Feuerholz zu hohlen. Als ich wieder in die Huette kam und die schneeverklebten Schuhe abwarf murmelte ich frierend: "Toller Tag fuer Musher".
Beim Feuer anzuendete ging mir ploetzlich auf, was ich gesagt hatte: Musher !
Ich hatte Mile 101 in den Wintervorbereitungen vergessen.
Vergessen, vergessen, ..... vergessen.
Draussen fiel der Schnee und die Welt versank tiefer in weiss.

Und so, mit dem ersten Schnee, beginnt die wirkliche Geschichte des Checkpoints Mile 101:

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 bergsau
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Re: 'Mile 101' Checkpoint
(Antworten #17 Datum: Oktober 28th, 2009 um 1:44:25pm)
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Hallo Peter.
Das hoert sich aber nicht gut an. Was muß denn noch alles vorbereitet werden?

Du kannst ja den Spies umdrehen und zur Abwechlung mal das Headquarter schocken: "Mile101 wird 2010 nicht am YQ teilnehmen."  


Gruss
bergsau

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Letzte Änderung: bergsau - Oktober 28th, 2009 um 1:44:56pm
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Re: 'Mile 101' Checkpoint
(Antworten #18 Datum: Oktober 29th, 2009 um 6:31:54pm)
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am Oktober 28th, 2009 um 1:44:25pm schrieb bergsau :
Du kannst ja den Spies umdrehen und zur Abwechlung mal das Headquarter schocken: "Mile101 wird 2010 nicht am YQ teilnehmen."  


Gruss
bergsau
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ragnar

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Re: 'Mile 101' Checkpoint
(Antworten #19 Datum: Oktober 31st, 2009 um 9:40:11am)
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Gute Idee, bergsau
Ich lache mit dir waehrend ich tippe. Es waere eine interessante Idee als Crew abzusagen, aber:
Was wir tuen, tuen wir wirklich nur fuer die Hunde und Musher auf dem Trail. Solange die Hunde und Musher den Trail laufen, werden wir unser Bestes versuchen sie zu versorgen und uns auf sie vorzubereiten. Das ist der Grund wieso wir da sind. Das YQ ist wirklich zweitrangig in unseren Abenteuern. Einer der Gruende, wieso wir uns mit denen gerne streiten....
Ich kann in dieser Hinsicht uebriens mit absoluter Ueberzeugung fuer die gesamte 101-Crew reden.
Ansonsten schreibe ich eben gerne .... und lache ueber uns.
Die Idee, die das Yukon Quest ins Leben gerufen hat ist auf jeden Fall immer noch intakt.....  

Peter



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Dogdrop Mile 101: Die letzten Jahre
(Antworten #20 Datum: Oktober 31st, 2009 um 10:25:16am)
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Es bedarf vier wichtige Dinge um einen vernuenftigen Dogdrop zu organisieren:
Gutes Essen, Bier, Musher und Hunde.
Sobald diese perfekte Mixtur allerdings geschaffen war tauchten aus uns unerfindlichen Gruenden ueber die letzten 15 Jahre immer sofort auch Rennleiter, Journalisten und andere wichtig aussehende Gestalten auf. Sie waren daran erkennbar, dass sie Zettel, Mikrophone, Kameras, Notizbloecke oder Blaetter mit dem Wort 'REGELN" mit sich herumtrugen.
Es sollte bemerkt werden, dass wir uns gegenueber solch utopisch anmutenden Utensilien mit einer Blechbuechse voller Bier eher dumm fuehlten und diese verschwinden liessen.
Dann wurde uns in 2003 von einer Dame ohne Regelbuch aber dafuer mit einem recht schoenem Stethoskop erklaert, dass wir zu viel Essen servierten.
Es war das Jahr in dem Hans Gatt es mit einem 8stuendigem Vorsprung ueber Eagle Summit zu uns geschafft hatte und alle Mikrophone, Kameras, Regelbuecher und Stehtoskope samt Stirnlampen und deren Traegern auf der anderen Seite des Berges in einem Sturm steckengeblieben waren.
Es war ein herrlich erfrischendes Fruehstueck. "Ja", meinte Hans damals als er sich den Pulverschnee aus den Reissverschluessen kratzte: "Es ist ein bischen windig da oben."
"Ihr", so wurde uns spaeter von der erst gegen mittags eintreffenden Dame erklaert "seit nur ein Dogdrop." Mit leicht verstaendnislosen Augen warteten wir auf den Hoehepunkt der Rede, mussten uns allerings enttaeuschender Weise mit diesem einen Satz zufrieden geben. Anscheinend hatte sie den Aerger ueber eine verwehte Gipfelstrasse noch nicht verdaut.
Wir waren kleine Missverstaendnisse mit den Leuten die Geraete und Papiere mit sich trugen gewoehnt und hielten uns weiterhin an die vier wichtigen Dinge, die einen Dogdrop ausmachten. (siehe oben) Keiner von uns schenkte der Geschichte weitere Beachtung.
Im Sommer 2003 kam uns allerdings ein Geruecht zu Gehoer:
'Mile 101' war ein unwuerdiger Platz an dem Parties abgehalten wurden.
Wir fanden Parties eigendlich eine hervorragende Idee, allerdings konnte sich keiner von uns daran erinnern, dass wir jemals eine Party gehabt hatten. Zeugen sprachen nicht und alle Kameras die unsere Unschuld haetten beweisen muessen waren entweder nass oder verloren gegangen.
Daraufhin wurde erklaert, dass Mile 101 endlich wieder zu einem 'vernuenftigem' Dogdrop werden sollte. 'Vernuenftig', so hiess es 'ist eine Huette, zwei Tieraerzte und ein Ofen.'
Die erste Frage eines Crewmitglieds war: "Und wer fuettert die ?"
Die Antwort zu dieser recht intellektuellen Frage musste dank Einspruch einiger Musher nie geloest werden. Dogdrop Mile 101 blieb bestehen wie es war.
Nur unser Stroh wurde gekuerzt. Uns wurde mitgeteilt, dass wir ab nun nur noch einen halben Strohballen pro Team abgeben konnten.

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Re: 'Mile 101' Checkpoint
(Antworten #21 Datum: Oktober 31st, 2009 um 10:53:57am)
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Waehrend wir darauf hin versuchten den Dogdrop auszubauen, konzentrierte ich mich auf Crew.
Unser einzig wirklich erfahrene Motorschlittenfahrer Monte Barnett hatte es geschafft nach seiner Rueckkehr vom 2002 Rennen in einer Nacht von der er wenig redet mit seiner Ehefrau Zwillinge zu produzieren. Beide waren mehr oder wenig uebergluecklich. Mit grossem Stolz seinerseits und viel Schulterklopfen unserer seits verlies er die 101 Crew.
"Eagle Summit ist eigendlich leicht. Es gibt viel zu viel Gerede um den Berg. Rosebud Summit ist weit schwieriger."
Diese und aehnliche Gerede waren vielleicht wahr, aber wir brauchten einen erfahrenen Motorschlittenfahrer in der Crew, der wusste wie er eine Rettungsaktion bei -40F in 80 km/h Winden machen kann.
Auf eine von uns veroeffentliche Suchanzeige fuer einen erfahrenen Motorschlittenfahrer der Eagle Summit in fast jedem Wetter angehen kann meldete sich ein Mann namens Eric Cosmutto.
Unser Misstrauen verwandelte sich in Begeisterung, als dieser mit 10 kg Scampi, einem Propankocher und Gewuerzen auftauchte. Am kommendem Morgen, schon wieder kauend, hoehrten wir uns mit etwas weniger Begeisterung seine lange Geschichte ueber PS, Hubraum, Drehzahlen und ueber die Geschwindigkeit seiner Maschine an. Wir waren alterfahrene Alaskaner und deshalb Motoren und allem was Motoren bei -30C eher pragmatisch eingestellt. Uns interessierte eigendlich nur ob der in rot glaenzende Motorschlitten auch tatsaechlich anspringen wuerde.
"Ich fahr mal auf den Berg da hoch", meinte Eric und schmiss mit einem Ruck die Maschiene an. Sie schnurrte nach dem zweiten Zug.
Er hatte auf einen Gipfel gedeutet, der weit vom Yukon Quest Trail lag und eigendlich wollte ich ihn gutmeinend darauf hinweisen, dass es 'da hoch' keinen Trail gab. Allerdings war er weg bevor ich meine Weisheit kundtuen konnte.
Eric Cosmutto, so wuerde ich erst spaeter herausfinden, war einer der besten cross country Motorschlittenfahrer die ich je kennengelernt habe.
Allerdings hatte er auch ein Paar aus der US Army mitgebracht. Der Ehemann war ein Notarzt. Fuer meine Begriffe ass er zu viele Scampis aber trank zumindest kein Bier.
Die Crew war damit also fast perfekt.

Wie es der immer ungerechte Zufall wollte, brach William Kleedehn sich in einem tragischem Unfall auf dem gefrohrenem Fluss kurz vor Mile 101 den Oberschenkelknochen.
Eric Cosmutto und der von ihm eingeladene Notarzt sorgten sich um den Musher, der das Rennen erst vor 200 km mit dem wahrscheinlich bestem Team seines Lebens begonnen hatte.
Der Unfall wuerde zu einer Trail-Verlegung fuehren. Es war traurig, dass dies nicht vorher geschehen war.
Die Rennrichter allerdings bedankten sich bei uns. Sie hatten nicht erwartet, dass wir einen voll ausgeruesteten Notarzt in unserer Crew hatten.
Unser Notarzt und seine Frau blieben bei uns fuer zwei Jahre bis sie von der Army versetzt wurden. Eric Cosmutto blieb allerdings und 10 kg Scampi wurden zur Tradition.
Trotzdem waren wir nur ein Dogdrop der eigendlich 'einen Ofen und zwei Tieraerzte' beinhalten sollte.

Mit eher kurz angebunden Worten wurde uns im Januar 2005 erklaert, dass unsere Gelder fuer Mahlzeiten auf 500 $ gekuerzt werden. Es war ungefaehr den Betrag, den wir damals persoenlich fuer Benzin ausgaben um den Dogdrop auszuruesten.
Ich fragte ob wir Batterien fuer Taschenlampen haben koennten. Nein. Freiwillige muessen ihre eigenen Batterien bringen.
Benzingeld fuer den Transport von Ausruestung und Crew ? Nein.
Wieder einmal sollte es seltsamer Weise Bier sein, das uns rettete:

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Re: 'Mile 101' Checkpoint
(Antworten #22 Datum: Oktober 31st, 2009 um 11:12:49am)
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Andere Leute ausser mir, speziell Leute die ich nicht kenne und mit denen ich in keinster Weise etwas zu tuen habe, sassen des oeffteren in einer Kneipe in einem Tal nahe der Stadt Fairbanks. Der Name der Kneipe war Ivory Jacks. Das ich im selben Tal wohne in dem die Kneipe steht ist reiner Zufall.    
Ivory Jacks wurde in 1999 zum Sponsor von Mile 101.  Wir erhielten immer etwas vom Wirt um Musher zu ernaehren. Als der Wirt hoehrte, dass unsere Essensration vom YQ verkuerzt worden war gab er uns ein Stueck Papier und meinte: "Schreibt auf was ihr braucht."
Damit blieb die lang aufrecht erhaltene Tradion des guten und kostenlosen Essens in 101 nochmals erhalten.

2006 wurde zu einem der besten und schlimmsten Augenblicke des Quest.
Alle Paesse um Mile 101 waren von Stuermen mit ueber 160 km/h Windgeschwindigkeit geschlossen worden. Ueber 100 Hunde und 6 Musher mussten mit Black Hawk Helikoptern der US Airforce von Eagle Summit gerettet werden. Die vorher von Rennleitern geforderte Passlinie zwischen Dogdrop und Handler war schon lange nicht mehr wirksam.
Wir, die wir immer genug Proviant fuer jeden hatten, hatten kaum mehr etwas zu essen um Musher und uns zu ernaehren bis Handler in die Kuechenhuette kamen und ihre eigenen Vorraete teilten.
Zugegebener Massen sind fast alle von uns mit gutem Bauchspeck unter der eigenen Haut gesegnet, aber auch Wasser war en Problem. Die umliegenden Bergpaesse waren immer noch nicht geraeumt und weder Hilfe noch Reporter konnten uns erreichen.
Die Musher hatten ihre Schlitten und damit ihre Kocher am Berg lassen muessen. Ueber 60 Hunde brauchten Wasser und unsere letzte Flasche Propan gab ihre Flamme auf. Wir heizten damals noch mit Oeloefen, die Stunden brauchen um einen Liter Wasser zu erzeugen. Seitdem haben wir aber wieder auf weit verlaesslichere Holzoefen umgestellt.
Eric Cosmutto war der einzige Motorschlittenfahrer gewesen, der es im Sturm bis ueber den Gipfel geschafft hatte und einige der Teams fand um mit deren Koordinaten zurueck zu kommen. Die Crew des Black Hawk Helikopters hohlte die Teams dann vom Berg.

Schlussendlich traf gegen Mittag der Schneepflug aus Central ein. Mit ihm kamen die gewohnten Notizbloecke, Kameras, Mikrophone und was sonst man mit sich tragen koennte um mehr zu fragen als zu helfen.
Jemand der der YQ Organisation angehoehrte trat auf mich zu und meinte: " Ich vermute ihr wohl jetzt ein Checkpoint werden, hm ?"
Wir hatten eine lange und schlaflose Nacht verbracht. Ich guckte die Person verstaendnislos an: "Ich sehe, dass ihr in Central schlussendlich aufgehoehrt habt euch gegenseitig fuer die Rettung der Musher auf die Schulter zu klopfen. Wie waer's wenn ihr mal Leute bringt um die Schlitten der Musher vom Berg zu hohlen ?" Meine Antwort war grimmig und kurz.
"Die Rettung der Schlitten ist Sache der Musher." - "Echt...., sie meinen das ernst ?"  Die Person nickte mit der ehrlichen Ueberzeugung eines Staatsbeamten.
Der Rest, als ich meinen Geist gesammelt hatte, sollte nicht wiederhohlt werden. Ich kehrte danach meinen Ruecken.
Eric Cosmutto fuhr seinen Motorschlitten wieder in Richtung der Taeler des Eagle Summit und brachte saemtliche am Berg von Mushern verlassenen Schlitten vom Berg zurueck.
Ich guckte zu wie ihm Musher dankten.

Dann kam 2007.....


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Re: 'Mile 101' Checkpoint
(Antworten #23 Datum: Oktober 31st, 2009 um 11:52:20am)
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Als ich ueber Mile 101 kuerzlich schrieb: " Vergessen, ... vergessen, vergessen...", fuhr ich am kommendem Tag mit schlechtem Gewissen dort hoch.
Ein recht einfaches aber vielleicht doch interessantes Video des ersten Winterbesuchs in 101 in englisch laesst sich auf You-Tube finden. Ich habe es eigendlich hochgeladen um Zeitungsgeruechte zu baendigen in denen Mile 101 nur aus 'Bruchbuden' besteht und 'eine Masse an Arbeit' benoetigt.
Nur so zum Spass:
http://www.youtube.com/watch?v=w-BpOed7-Tc

Peter



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Re: 'Mile 101' Checkpoint
(Antworten #24 Datum: Oktober 31st, 2009 um 1:27:53pm)
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Hallo Peter,

vielen Dank für deine unermüdlichen und informativen Berichte, die ich über den Sommer so vermisse.

Ich kann mir wirklich gut vorstellen mal ein Buch mit dem Titel: *Mile 101, der Dogdrop mit Herz!* (Autor: Peter Kamper) in Händen zu halten

Dein Video ist wirklich sehr "aufklärend", sieht man doch sonst wirklich immer nur 2 Hütten im Schneegestöber  Es hat mich ein wenig überrascht wie modern und gemütlich ihr teilweise ausgestattet seid.
Beim betrachten drängten sich mir da noch 2 Fragen auf:
1) Wird 101 auch noch für andere Zwecke genutzt und wenn, dann wie?
2) Wer war der/ die Kameramann/frau? (neugierig)

Viele, liebe Grüße aus dem noch sonnigen, herbstlichen Münsterland (10°C)
und viel Glück bei allen deinen Bemühungen für 101 und das YQ
Renate

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Liebe Grüße
Renate


Was uns mit Hunden verbindet, ist die Tatsache, dass sie nichts an uns auszusetzen haben.
 Paul
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Re: 'Mile 101' Checkpoint
(Antworten #25 Datum: November 5th, 2009 um 6:27:54pm)
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Danke für die tollen Stories!
Da wir in vielen Teilen Österreichs schon mehr Schnee haben, als Sab im Yukon, denke ich schon an das YQ (auch, wenn Sab nicht dabei sein wird)

Was wäre, Peter, wenn Du hier eine Kontonummer (mit IBAN, BIC) anführen könntest, wo man für 101 spenden kann.... damit ihr endlich "volle Parties" schmeissen könnt?  

Ich kann mir vorstellen, dass dann Geld für ein paar Kisten Bier zusätzlich reinkommen könnte...

Alles Gute
Paul

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Re: 'Mile 101' Checkpoint
(Antworten #26 Datum: November 17th, 2009 um 11:58:00am)
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Paul,
wir sollten nur Geld von Sponsoren annehmen, .... oder von Leuten die dann auch wirklich mitessen. Ist lieb von dir gemeint, aber 101 ist nun ein Checkpoint. Was man uns an Regeln auflegt ist mir bis jetzt unklar.
Scroggie Creek ist nun ganz klar der 'haerteste' Dogdrop des Rennens.
Falls irgend jemand Geld fuer Mile 101 spenden will sollte dies vielleicht fuer Bauarbeiten tuen. Der Goldgraeber dem die Huetten gehoehren will 3 der 4 Huetten in spaetestens 2-3 Jahren zu einem anderem Gold-Claim in die Gegend um das Dorf Central abtransportieren. Das habe ich vor einer Woche herausgefunden.
Dazu schreibe ich mehr nachdem ich die eher unvollstaendige Chronologie unsers Dogdrops beendet habe.
Viele Gruesse nach Oesterreich,
Peter

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Letzte Änderung: Peter_Kamper - November 17th, 2009 um 5:57:38pm
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Re: 'Mile 101' Checkpoint
(Antworten #27 Datum: November 17th, 2009 um 12:32:08pm)
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Das Jahr 2007 war eigendlich ein gutes Jahr fuer Mile 101. Es war einzig und alleine der Berg an sich, der die Geschichte des Rennens schreiben wuerde.
Wieder einmal kamen die Musher von Whitehorse aus dem Yukon Territory. Wieder einmal musste der Steilhang des Eagle Summit von der Ostseite angegangen werden.
Fuer die Crew des Dogdrops war es ein eher leichtes Jahr obwohl wir mit kalten aber erwarteten Temperaturen kaempften.
Ein unerwartet guter Musher namens Sebastian Schnuelle fuehrte damals sein Team ueber den gewohnten Steilhang des Eagle Summit zum Gipfel und gab seinen Hunden eine Rast. Er lief danach wieder den Steilhang hinunter um zuerst Aaron Burmeister, danach Hugh Neff und danach mit Hilfe der anderen Musher auch Michelle Phillips' Team bis ueber den Gipfel zu ziehen. Deren Hunde hatten vor dem steilen Anstieg nach ueber 1200 km den Dienst versagt.
Als Sebastian Schuelle koerperlich erschoepft in Mile 101 sass um seine voellig verschwitzte Kleidung nach zumindest drei steilen Aufstiegen zum Gipfel des damals recht windstillen Eagle Summit am Ofen zu trocknen kam einer der Musher die er den Berg hochgezogen hatte herein und meinte: " Wir fahren jetzt weiter."
Der verschwitzter und erschoepfter Musher meinte damals nur: "Oh, ... ok."
Der fragende Blick in seinen Augen entging uns nicht.
Herr Schnuelle erhielt fuer seine Muehe am Eagle Summit damals den Sportsmanship Award des Yukon Quest und beendete das Rennen nach Burmeister und Phillips - beides Musher denen er am Steilang geholfen hatte - auf dem 7.Platz. Allerdings erhielt er auch den Tierarzt-Pokal, eine der hoechstangesehnen Pokale des Rennens. Dieser Pokal wird von Tieraerzten fuer das Team ausgegeben, das nach Meinung der Aerzte die beste Pflege und Fuersorge vom jeweiligen Musher auf dem 1600 km Trail erhalten hatte.
Das 'deja vue' wuerde fuer Sebastan Schnuelle in 2009 erfolgen, als er wieder einmal versuchte das Team eines Mushers den steilen Osthang des Eagle Summit hochzuziehen aber schlussendlich aufgab um die fuehrenden Teams einzuhohlen.
In einem kurzem Interview in Mile 101 meinte er damals: "Ich habe wirklich versucht dem Team den Berg hoch zu helfen. Nachdem sich das Team nicht bewegen wollte habe ich gesagt: "Ich muss abhauen. Tut mir Leid. Der Musher hat mir viel Glueck gewuenscht."
Ob die Entscheidung aus den Erfahrungen des 2007 Rennens entstanden sind oder er einfach einen Sieg witterte, kann Sebastian Schnuelle nur selbst beantworten.
Seine Hunde gewannen das 2009 Yukon Quest mit einem Vorsprung von 4 Minuten nach ueber 10 Tagen und 1600 km.
==========
Viele der Geschichten des Rennens werden nie erzaehlt werden und jeder der Musher koennte weit mehr erzaehlen als ich als ich, einer der knapp tausend freiwilligen Helfer des Rennens.

Jedes Jahr hatte allerdings wie immer Eagle Summit seine eigene Geschichte geschrieben. Um ehrlich zu sein sind wir in Mile 101 auf Geschichten nicht mehr besonders stolz. Uns waere es lieber allen Teams einen guten, windgeschuetzten Rastplatz zu bieten, den Mushern gutes Essen zu kochen und einfach Spass zu haben.
Zu oft, ... eigendlich immer..., kommt es anders.

Musher kommen auf mich zu und sagen:" Das ganze Gerede um Eagle Summit ist kompletter Bloedsinn. Man sollte mal ueber Rosebud und Boulder Summit reden wenn man ans YQ denkt. Dieser Teil des Trails ist weit schwieriger ! All das Gerede ueber Eagle Summit ist reine Angstmacherei."
Ich kann nur zustimmen. Auch will ich sicherlich nicht mit Mushern argumentieren, die das Rennen bis zu ueber 20 Mal gefahren sind.
Trotzdem sass ich auch in 2009 wieder einmal neben unserem Funker. 3 Musher, die eigendlich nur 4-5 Stunden bis nach Mile 101 haetten brauchen sollen waren 8 Stunden spaeter immer noch nicht bei uns eingetroffen. Wo waren sie abgeblieben ?
Spaet in der Nacht rief Kevin (Funker) schlussendlich den Checkpoint Central an: " Central, do you copy? - "Central, copy." - "Have any of the mushers you have listed as 'leaving' returned ?" - "Mile 101, that's a negative. No mushers have returned. They should all be at 101 right now."

Drei weitere Stunden spaeter war immer noch keiner der fuehrenden Musher bei uns eingetroffen. Bei uns herrschte Schweigen. Drei der erfahrensten Musher des Rennens waren am Berg verschollen. Ich guckte unseren Funker Kevin an der seit 15 Jahren saemtliche Kommunikation in Mile 101 leitet und meinte: "Eagle Summit... "
Er guckte mich an, hob die Augenbrauen und schuettelte wortlos den Kopf. Wir arbeiten seit 14 Jahren zusammen und wussten in dem Augenblick, dass auch dieses Jahr Eagle Summit seine eigene Geschichte schreiben wuerde.
Wie sich nach der langen Nacht herausstellte, hatten die Teams am Berg den Trail verloren.
Kein Jahr ist vorbei gegangen ohne das der Berg dem Rennen seine Marke aufgedrueckt hat. Meist waren es Neulinge, aber oft auch erfahrene Veteranen denen der Berg auf die eine oder andere Weise zum Verhaengnis wurden.
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Re: 'Mile 101' Checkpoint
(Antworten #28 Datum: November 17th, 2009 um 3:32:01pm)
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2009 war erstaunlicher Weise das erste Jahr in dem wir vom Yukon Quest anerkannt wurden.
Zuerst wurden wir als Dogdrop wie immer missachtet, aber eine neue 'Race Coordinatorin' namens Josea Busby war fuer das Rennen gewaehlt worden und wollte mit mir ueber den Dogdrop reden. Na, das konnte ja spannend werden....
Da wir eh ein 101-Treffen geplant hatten wurde sie von der Crew zu einem Treffen in 'Ivory Jacks' eingeladen. 'Ivory Jacks' ist eine Bar/Restaurant im Gloldstream Valley nahe Fairbanks. Die Besitzer haben Mile 101 jaehrlich seit ueber einem Jahrzehnt mit Proviant versorgt.
Josea war die erste 'offizielle' Person des YQ die anscheinend dachte, dass Mile 101 wirklich etwas Hilfe brauchen koennte. Es war fuer uns recht ungewohnt, gefragt zu werden was wir in 101 brauchen. Mit wachsender Begeisterung bot sie uns Generatoren, Oefen, Ofenrohre und aehnliches an. Eigendlich hatten wir zu ihrem Erstaunen fast alles was wir brauchten.
Als sie schlussendlich anbot eine Gruppe Freiwilliger zusammenzustellen die uns abloesen koennte falls wir muede werden wurde es uns fast ungemuetlich. Eine Abloesung brauchten wir nicht. Einige von uns waren dem Angebot gegenueber sogar etwas misstrauisch. Abloesung ? In Mile 101 ... ? Wie bitte Wir waehlen unsere eigene Crew.
Wir brauchten Benzin, Holzoefen um die alten Oeloefen auszuwechseln, Markierungsstoecke um den Trail zu markieren und mehr Proviant.
"Werde mal sehen was ich tuen kann", meinte die erstaunlich junge Dame, die in einem alaskanischem Goldgraeberdorf namens Chicken aufgewachsen war. Wir waren beeindruckt, ... und eigendlich gab es wenig was uns beeindrucken konnte.
Am Schluss bekamen wir fast alles wonach wir gefragt hatten, ausser natuerlich dem gefragten Proviant. Dies allerdings lag nicht an der Dame die ihr bestes getan hatte um uns zu versorgen. Wir hatten ja auch immer noch 'Iory Jacks'.
Am Abend in Ivory Jacks brachte Mike Bowman schlussendlich eine unschuldige Frage auf, die uns spaeter retten wuerde: "Wir haben Generatoren, aber eine grosse elektrische Kaffee-Maschiene, .... so was wie Restaurants haben, das waere toll." Er zuckte mit den Schultern und fuegte unschuldig hinzu:" Hey, ... keiner von uns wird viel schlafen und fast alle Musher trinken Kaffee."
Josea Busby notierte den Gedanken der uns schlussendlich waehrend des 2009 Rennens ueber eine lange sorgenvolle Nacht wachhalten wuerde.
Wieder einmal war es dann Eric Cosmutto, der mit seinem Motorschlitten auf Eagle Summit fuhr um die 'verlorenen' Musher des 2009 Rennens vor Tagesanbruch zu finden. Zum ersten Mal hatte uns das YQ allerdings Benzin fuer Motorschlitten und Generatoren geliefert.
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Ich habe 14 Jahre als 'Dogdrop-Manager in Mile 101 verbracht.
Viele Jungs der alten Crew sind fast vergessen. Nur Kevin und ich sind uebrig.
Monte war frueher mal unser erster Motorschlittenfahrer. Keiner erwartete 1999 von uns, dass wir einen erfahrenen Motorschlittenfahrer parat zu haben. Monte war Schritt fuer Schritt genauso verlaesslich wie es heutzutage Eric Cosmutto ist, hatte allerdings damals noch nicht die extrem teuren Motorschlitten zur Hand, die uns heute zur Verfuegung stehen. Er war der erste professionelle 'Mile 101 Trailbreaker'.
Heutzutage hat Monte drei junge Soehne und ist 'Trucker' auf dem Dalton Highway..., der Schotterstrasse die zu den noerdlich der Brooks Range liegenden Oelfeldern fuehrt. Es ist ein gefaehrlicher Job der viel Geld einbringt. Geld, das ein grosse Familie braucht. Eric uebernahm damals Monte's job in 101.
Dann sollte noch Woody erwaehnt werden, der uns frueher immer zum Lachen bringen konnte und die Parkplaetze fuer Teams ausgelegt hat. Er ist heutzutage Lehrer in einem kleinem Indianerdorf am unterem Yukon und fuehlt sich dort wohl. Mike uebernahm seinen Job.
101 wurde durch viele gute Leute zu dem was es geworden ist. Die Tradition des 'Chief of Trail' oder des 'Dog Lot Manager' wurde vor ueber einem Jahrzehnt erfunden.
Nicht von mir...., sondern von Leuten die mit mir nach 101 fuhren um Mushern und ihren Hunden zu helfen.

Inzwischen haben sich ueber die Jahre ungefaehr 7 Race Marshals, 5 Haupttieraerzte und eine Menge anderer Tieraerzte und Rennrichter an '101' gewoehnt.
Es gab fuer mich in den letzten Jahren ausser ein paar ehrlichen Handschlaegen nicht viel zu tuen. Mike Bowman hat schon seit 5 Jahren den 'Parkplatz' fuer die Teams unter Kontrolle der einstmals Woody's Stolz war.
Eric kuemmert sich um den Trail den frueher einmal Monte auf sich nahm.
Kevin ist wie immer unser 'Computer-Geek'. Es ist eine Bezeichnung auf die der Physiker und Programmierer von der Uni in Fairbanks stolz ist. Jegliche offizielle Kommunikation mit dem Rest der Welt geht ueber ihn.
Die von mir zusammengestellte Crew imponierte mir mit dem Gefuehl meiner eigenen Ueberfluessigkeit.
Viel wichtiger ist allerdings, dass die Rennrichter und Tieraerzter mit uns vertraut sind und uns vertrauen.
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Re: 'Mile 101' Checkpoint
(Antworten #29 Datum: Dezember 24th, 2009 um 10:59:04pm)
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Noch 43 Tage bis zum Rennen, .... und vielleicht Zeit mal wieder ein 'Update' zu schreiben:
Unsere Crew sieht inzwischen wirklich gut aus. Eric Cosmutto, unser Trailexperte wird genauso wie Mike Bowman, unser Spezialist fuer den Rastplatz sowie Kevin Abbnet unser Funker und Elektroniker werden wieder kommen. Russ Busby, ein erfahrener Musher und mehrmaliger YQ-Veterane wird mit grosser Sicherheit auch kommen. Er hatte es sich gewuenscht, das Rennen mal aus anderer Sicht zu sehen. Auch seine Erfahrung wird uns sicherlich zu Gute kommen.
Dann erhielt ich einen lang erhofften kurzen Brief von Rainer Fischer, der schon mehrere Male als 'Marathon Koch' in Mile 101 mitgeholfen hat und unter anderem auch bei der Helikopter-Rettungsaktion in 2006 Musher versorgte bis uns ganz am Schluss das Futter ausging. "Wann soll ich denn auftauchen", fragte er. Rainer war ueber die Jahre der beste und unermuedlichste Koch mit dem wir je gearbeitet hatten. Wenn das Rennen in Fairbanks beginnt, wird bei uns normaler Weise fuer ca. 36 Stunden durchgehend gekocht. Eine lokale Musherin namens Goerganne Hamphton wird Rainer beisseite stehen, aber ihn zurueck zu haben ist beruhigend.
Vor drei Tagen rief mich dann auch ploetzlich noch Carsten Thies an ( http://www.carstenthies.com ), der einigen Yukon Quest fans wahrscheinlich als langjaehriger Yukon Quest Photograph und als Producer der letztjaehrig vom NDR produzierten YQ-Dokumentation 'Im Banne des Yukon' bekannt sein sollte. Er ist ein hervorragender Motorschlittenfahrer und hat langjaehrige Erfahrung mit dem YQ, dem Trail und auch Eagle Summit: "Wenn du Lust hast, helfe ich mit. Vielleicht kann ich Eric Cosmutto ja dabei helfen den Trail in Stand zu halten." Ein besseres Angebot haette ich mir nicht vorstellen koennen. Damit hat Eric nicht nur einen Partner falls Dinge brenzlich werden, was wir nicht hoffen, sondern wir koennen im Notfall auch den Trail in zwei Richtungen abdecken.
Ansonsten wird auch Jesse Holmes zurueckkehren, der schon in 2009 mit uns zusammenarbeitete. Mike Bowman hatte ihn rekrutiert.
Wer das Yukon Quest Rennen jaehrlich verfolgt wird sich an 2008 erinnern koennen als der Yukon River zweimal frohr und zu einem Schlachtfeld aus Eisschollen wurde. Lance Mackey ueberholte nachts aus Versehen die Trailbreaker und folgte auf dem Eis einer Schlittenspur fuer 10 Meilen, die er fuer den YQ-Trail hielt. Als ihn die Trailbreaker einhohlten und ihm sagten, dass sie keine Ahnung hatten welchem Schlittengespann er gefolgt war, meine der Musher damals: "Wer immer das auch ist. Der Musher ist verrueckt. So einen Trail will ich nicht fahren." Wie sich spaeter herausstellte war der Musher Jesse Holmes gewesen, der zwei Tage vor Mackey privat mit seinen Hunden den Yukon von Fairbanks aus nach Eagle nahe der Grenze zum Yukon Territory hochgemusht war um dort Freunde zu besuchen. Als wir dies aus reinem Zufall waehrend einer Plauderei in Mile 101 in 2009 erfuhren und ihm Lance's Geschichte erzaehlten, guckte er uns verdutzt an: "Na, so schlimm war das Flusseis doch wirklich nicht."
Jesse's Team besteht allerdings aus gut trainierten Arbeitshunden und er musste kein Rennen fahren. "Du warst das ?" Wir haben damals schallend gelacht als wir ploetzlich die Aufloesung des 'Raetsels um die misterioese Spur auf dem Yukon Eis' erfuhren. Jesse guckte eher schuldig als stolz drein.
Er ist allerdings einer der Menschen hier in Alaska, die sich auch im letzten Jahrhundert in diesem Land ohne Probleme zurecht gefunden haetten. Um so besser ist es, ihn in wieder in unserer Crew zu haben.

Wenn das Rennen in Fairbanks beginnt brauchen wir immer mehr Freiwillige als wenn das Rennen in Whitehorse startet.
Da wir nun ein Checkpoint mit einer vorgeschriebenen Zwangsrast von 2 Stunden fuer Musher sind, werden wir zu Zeiten bis zu 20 Teams im Checkpoint haben.
Damit wurden dieses Jahr zum groessten Teils alt-erfahrene Musher als Freiwillige eingeladen um den Rastplatz unter Kontrolle zu halten. Unser Team rundet sich mit Jan DeNapoli, einer langjaehrigen 47-jaehrigen Musherin aus Two Rivers und Mindy Juliana ab. Jan hat mehrere Male als Handler fuer YQ-Teams entlang des Trails gearbeitet und kennt fast alle Musher des Rennens.
Mindy, die schon einmal bei uns mitgeholfen hat und ein gutes Auge fuer Logistik hat wird eine kleine Landkarte an der Wand der 'Kommunikations-Zentrale' (einer kleinen Huette, die nur fuer offizielle Rennrichter und Tieraerzte zugaenglich ist) up-to-date halten in der alle rastenden Teams in 101 mit Standort verzeichnet sein werden.
Dies soll den Tieraerzten und Rennrichtern dabei helfen Musher schneller zu finden um alle noetigen Untersuchungen durchfuehren zu koennen.

Da ich aus Regelgruenden einen 'Assistant Checkpoint Manager' nennen musste, habe ich Mike Bowman dafuer ausgewaehlt, was ihn ziemlich empoerte:
"Ich will keinen Titel." - "Mike, .... ich musste jemanden waehlen. Die Regeln verlangen dies. Tut mir Leid." - "Falls was schief geht und jemand interviewed wird, machst du das aber, richtig ?" - "Ja, Mike, ... keine Sorge."
Nach 14 Jahren Erfahrung als Dog Drop Manager in Mile 101 und 6 Jahren entlang des Trails ist dies eigendlich auch meine Aufgabe.
Wie schon oft erwaehnt gibt es bei uns eigendlich keinen Checkpoint Manager obwohl mir der Titel zufaellt. Dieser Titel ist zwar fuer viele Checkpoints noetig, macht allerdings bei uns wenig Sinn. Die Leute die ich um Mile 101 versammelt habe sind in jeder der von ihnen gewaehlten Aufgabe weit besser als ich. Mich als 'Manager' aufzuspielen und zu versuchen ihnen zu erklaeren was sie alles tuen muessen, waere laecherlich.
Ich habe auch selbst einiges gelernt.
Es ist nicht leicht Mile 101 zu bemannen, aber indem ich mich nicht aufspielte und damit nicht jedem Mitglied der Crew in den Weg kam um erfahrenen Leuten als 'Manager' genau zu erzaehlen was sie meiner Ansicht nach zu tuen hatten, haben sich hervorragende Menschen in 101 zu einem Team verbunden.
Mehr als einer der 'alten Garde' von 101 hat mir ueber die Jahre gesagt: "Peter, wenn du das hier nicht leiten wuerdest, dann waere ich nicht zurueckgekommen."
Ohne Uebertreibung 'leite' ich allerdings mit grosser Sicherheit die erfahrenste und am besten ausgeruesteste Checkpoint Crew des YQ.
Eines muss nochmals aufgeklaert werden:
Ich bin anscheinend vom Dogdrop Manager zum Checkpoint Manager aufgestiegen. Es ist ein Titel fuer den mir schon oft gratuliert wurde.
Ich trage wie schon oft erwaehnt diesen Titel aus einem einzigem Grund:
Musher sollten vor dem Rennen Drop Bags in Mile 101 hinterlegen koennen. Falls wir nicht zum Checkpoint geworden waeren, waere dies den Regeln nach nicht moeglich gewesen.
So hoehre ich jetzt: "Du bist doch jetzt Checkpoint Manager. Toll... Gratuliere... !!"  Ich laechele dann ohne grosse Begeisterung. Die Bezeichnung ist mir eher peinlich. Mein Titel macht wirklich keinen Unterschied.
Es ist die Crew die 101 ausmacht. Ich bin es sicherlich nicht.
Wir sind einfach alle froh Drop Bags fuer Musher bereithalten zu koennen.

Im Rueckblick haben wir etwas geschaffen was der Philosophie des ersten Yukon Quest in 1984 und der Idee des eigendlichen Trails der Schlittenhunde-Brieftraeger des fruehen 20ten Jahrhunderts entlang des Yukon sehr nahe kommt: Jeder hilft entlang der Strecke. Keiner ist der Boss. Was zaehlt ist die Gastfreundschaft entlang des Trails.
Einer fuer alle, alle fuer einen, und der Erfahrungswert der Mile 101 Crew sollte jegliches Problem loesen koennen.
Auch sollte nicht vergessen werden, dass ein alterfahrener Musher nahmens John Schandelmeier, der das YQ zweimal gewann... auch zum zweiten Mal den Yukon Quest Trail auf der alaskanischen Seite legen wird.
Selbst bei schlechtem Wetter sind inzwischen die schlimmsten moeglicher Weise auftauchenden Probleme abgedeckt worden.
Es sollte also keinerlei Probleme geben obwohl diese Worte an #3 meiner persoenlichen Liste von beruehmten letzen Worten steht.



Mile 101 ist von Natur aus ein etwas unuebersichtlicher Rastplatz. Damit hatte ich Hans Oettli, den Race Marshal fuer 2010 angeschrieben und gebeten uns Rennrichter zu schicken die schon Erfahrung mit Mile 101 haben. Netter Weise antwortete er uns: "Ich werde selber kommen und als Rennrichter Thomas Tetz mitbringen."
Herr Tetz, ein erfolgreicher YQ-Veteran und deutscher Auswanderer hat schon mehrere lange Naechte in Mile 101 als Musher und auch als Rennrichter verbracht. Hans Oettli kennt Mile 101 ebenfalls recht gut. Die Ruhe und Erfahrung die er ausstrahlt wird dem Rennen zu Gute kommen. Wir sind alle gluecklich ueber diese Wahl.
Jetzt muessen wir nur noch unsere Proviant-Liste fuer Mile 101 zusammenstellen.

Obwohl neusten Meldungen nach nur 27 Musher am YQ teilnehmen werden (man weiss ja nie), sieht die um den Sieg kaempfende Gruppe des YQ recht interessant aus.
Allerdings wird auch das YQ 300 einige Stunden nach dem eigendlichem Rennen in Fairbanks beginnen.
Das YQ 300 ist ein Qualifikatons-Rennen fuer den Iditarod und das YQ. Das 450 km Rennen, das in 2010 ueber Rosebud, Boulder und Eagle Summit fuehrt ist abgesehen vom CD300 ohne Zweifel eines der haertesten Qualifikations-Rennen fuer den ID und YQ. Dies gilt zumindest fuer die graden Jahre (2008/2010) in denen es in Alaska stattfindet.

Wir als Crew freuen uns drauf.
Junge Musher die versuchen in einem solchem Qualifikationsrennen herauszufinden was sie und ihre Hunde - das Team - handhaben koennen, sind fuer uns oft weit interessanter als Leute wie Mackey und Gatt.
Die Crew freut sich wirklich auf's YQ 300 und die Teams des Rennens.
Dazu werde ich allerdings erst spaeter mehr schreiben.
Bis dann,
Peter

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Letzte Änderung: Peter_Kamper - Dezember 25th, 2009 um 2:56:41am
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