Alaska-Info Forum
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           Thema von: BeateR am 04/30/18 um 17:39:14

Titel: Herbstreise in den Hohen Norden, Sept. 2016
Beitrag von: BeateR am 04/01/18 um 18:36:20
Hallo,

unsere Reise war jetzt nicht speziell in Alaska und Yukon. Nachdem diese Reise aber durch den Hohen Norden, ab Yellowknife durch die Northwest Territories, ein kleiner Schlenker durch Alaska und Yukon,  bis Vancouver ging, glaube ich doch, dass ich hier interessierte Mitleser finde.

Beate


Titel: Re: Herbstreise in den Hohen Norden, Sept. 2016
Beitrag von: BeateR am 04/01/18 um 18:38:30
Hallo,

nachdem ich im TV schon einige Sendungen über Yellowknife, den Great Slave Lake und Northwest Territories gesehen habe, wollte ich immer schon mal dort hin. Irgendwie klang das alles immer so "exotisch".
Und dann las ich, dass Fraserway eine Filiale in Yellowknife eröffnet hat. Das war der Startschuss.

Nach langem Planen gings am 2.September 2016 los. Flug von München nach Calgary. Dort hatten wir für eine Nacht ein Hotel gebucht, weil an diesem Tag kein Flug mehr nach Yellowknife möglich war. Also sahen wir uns wenigstens ganz kurz in Calgary um:






Am nachsten Vormittag gings dann mit einer kleinen Probeller-Maschine weiter in den Norden, nach Yellowknife. Leider war das Wetter so schlecht, dass man gar nichts gesehen hat.

Wir kamen um 13.30 h in Yellowknife an und sollten vom Airport abgeholt werden. Aber da war niemand der so aussah, als ob er uns suchen würde. Mein Mann ging nach draussen um dort nachzuschauen. Und dann fiel mir ein Typ auf, der zwar auch so aussah, als ob er jemand suchte, aber immer durch mich hindurchsah. Erst als mein Mann wieder bei mir war, kam er auf uns zu. Und das war wirklich unser Abholer. Er schickte uns nach draussen, wo unser Truck-Camper schon wartete und ein Schweizer, der extra an diesem Wochenende aus Vancouver eingeflogen war, weil diese Wochenende einige Übergaben an Deutsche/Österreicher/Schweizer geplant waren. Da macht es sich immer gut, wenn die Übergabe in Deutsch erfolgen kann.
Bei uns ging die Übergabe recht schnell. Wir kannten den Truck-Camper ja schon von früheren Anmietungen und hatten deshalb keine speziellen Fragen.
Schon eine Stunde nach der Landung konnten wir losfahren zum Einkaufen. Und dort im Supermarkt traf uns fast der Schlag, wie teuer alles ist. Teilweise zahlten wir für die Lebensmittel den doppelten Preis wie in Deutschland.

Beate


Titel: Re: Herbstreise in den Hohen Norden, Sept. 2016
Beitrag von: Husky_Heinz am 04/01/18 um 23:46:32
Hallo Beate,
Bericht ist super bis hierher.
Hoffe es kommt noch mehr...............bin sehr Neugierig und gespannt.
Gruß Husky_Heinz


Titel: Re: Herbstreise in den Hohen Norden, Sept. 2016
Beitrag von: BeateR am 04/02/18 um 10:10:17
Und dann ging endlich unsere Reise los. Wir fuhren erstmal den "Ingraham Trail" nach Nord-Osten. Dort gibt es zwar Campingplätze, aber es ist Wochenende und wir denken uns, dass diese alle voll sind. Also suchen wir uns lieber ein eigenes Plätzchen.
Da gibt es einen Vee-Lake, ein paar Kilometer vom Highway entfernt. Wir denken uns, dass wir dort an der Boat Lounch vielleicht über Nacht stehen können. Aber als wir ankommen, stehen dort jede Menge Pick-Up mit Bootsanhänger. Die Insassen sind wahrscheinlich auf dem See unterwegs. Und so können wir am Abend einen richtigen Tumult erwarten. Das ist nichts für uns. Wir fahren also diese Erdstrasse weiter. Nach 4 km finden wir ein schönes Plätzchen und haben dort den See für uns allein.







Die Strasse geht anscheinend noch zu einer kleinen Siedlung irgendwo im Nowhere. Aber am Abend kommen gerade noch 2 Autos vorbei, dann haben wir eine herrliche Ruhe.


Dieser Ingraham Trail ist kein trail, sondern eine ganz normale Strasse. Sie geht von Yellowknife ca. 70 km nach Nordosten und endet dann in der Wildnis.
Von dort geht nur im Winter für ein paar Wochen eine Eis-Strasse nach Norden zu Goldminen.




Wir sind diesen Ingraham Trail bis zum Ende gefahren und haben dann wieder umgekehrt. Unterwegs gab es einige schöne Seen und mit kurzen trails auch einige Wasserfälle zum anschauen. Aber da Wochenende war, war es überall voll. Wir haben uns dann kurz vor Yellowknife wieder ein schönes einsames Plätzchen zum Übernachten gesucht, auf einem "informal Campground". Wir konnten so wieder sehr einsam direkt an einem Fluss stehen und die Ruhe geniessen.












Hier darf ich Euch auch gleich mal unseren "Super-Mini-Grill" vorstellen. Dieser Grill ist ca. 20 x 20 cm gross, lässt sich zusammenfalten auf 2 cm Höhe. Wir haben vor einigen Jahren mal gleich 20 Stück je 2 Euro in einem Billig-Markt erstanden. Ein solcher Grill hält genau 4 -5 Wochen aus, dann ist er so verzogen, dass man ihn nicht mehr zusammenlegen kann.
Es passen genau 2 Steaks und 2 Kartoffelpuffer drauf. Oder wie hier ein grosses Steak und 3 Kartoffelpuffer:





Beate


Titel: Re: Herbstreise in den Hohen Norden, Sept. 2016
Beitrag von: Husky_Heinz am 04/02/18 um 11:34:10
Hallo Beate,
super schöne Bilder und Beschreibung der Tour.
Hoffe es kommen noch mehr Bilder.
Ganz toll.
Gruß Husky_Heinz


Titel: Re: Herbstreise in den Hohen Norden, Sept. 2016
Beitrag von: Bootie am 04/02/18 um 18:41:40
Hallo Beate,

klar, der Bericht passt auch hierhin! ;-)

Suuuper - vielen Dank für den Bericht und die tollen Bilder!
Super schöne Gegend. Das Fernweh ruft...
Das schmeckt doch nach mehr!!   ;D

Mit gespanntem Ostergruß
Bootie


Titel: Re: Herbstreise in den Hohen Norden, Sept. 2016
Beitrag von: BeateR am 04/02/18 um 19:32:09
Am Montag gings dann wieder zurück nach Yellowknife, einkaufen und tanken. Und dann machten wir uns auf den Weg, den Great Slave Lake zu umrunden.

Dieser "Grosse Sklavensee" ist ca. 40 mal so gross wie der Bodensee. Aber rundum wohnen keine 50.000 Menschen. Es gibt am gesamten Ufer nur 2 Orte, die man als Stadt bezeichnen könnte: Yellowknife mit ca. 20.000 Einwohner und Hay River mit ca. 5.000 Einwohner.

Wir konnten am Strassenrand die ersten Wood Buffalos sehen. Diese Büffel sind etwas grösser, aber schmaler, als die bekannten Prärie-Buffalo. Aber ein Laie wird diesen Unterschied nicht sehen.










Am späten Nachmittag fanden wir dann eine keine Halbinsel im See, die uns ganz allein gehörte und so entschlossen wir uns, dort zu übernachten. In dieser Nacht sahen wir unser erstes Nordlicht auf dieser Reise.













Beate


Titel: Re: Herbstreise in den Hohen Norden, Sept. 2016
Beitrag von: BeateR am 04/03/18 um 19:00:54
Wir fahren weiter nach Osten und dann Süden um den See herum. Ein kleiner Abstecher nach Fort Providence: 750 Einwohner, aber zwei Kirchen: eine für den Sommer und eine für den Winter! Weshalb? Keine Ahnung.

Winterkirche:




Sommerkirche:




Kurz danach überqueren wir eine neue Brücke über den Mackenzie River. Diese Brücke wurde erst 2012 eröffnet. Vorher wurde der gesamte Verkehr mit einer kostenlosen Fähre abgewickelt. Am anderen Ufer sieht man die Fähre noch liegen.








Jetzt sind wir auf der Südseite des Great Slave Lake und fahren wieder nach Osten. Die weitere Strecke wird auch die "Waterfall Route" genannt. Und wir schauen uns brav alle Wasserfälle an, die meistens nur mit einer kleinen Wanderung erreichbar sind. Natürlich haben die jetzt im Herbst nicht mehr allzuviel Wasser. Aber schön sind sie doch:

Lady Evelyn Falls:





McNallie Falls:




Alexandra Falls:




Louise Falls:





Und dann geniessen wir wiedermal einen schönen Campingpatz im Twin Falls Territorial Park:







Man at work  ;D ;D ;D




Beate


Titel: Re: Herbstreise in den Hohen Norden, Sept. 2016
Beitrag von: North am 04/04/18 um 13:18:06
Der Bericht ist eine Super-Idee.  ;D
Vielen Dank dafür.
Habe mir auch vor einiger Zeit mal Infos zu den Northwest Territories angesehen, scheint schon eine interessante Region zu sein.

Zu den 2 Kirchen: Vielleicht ist die eine beheizt und die andere klimatisiert?  :D

Freue mich auf die Fortsetzung.  ;D


Titel: Re: Herbstreise in den Hohen Norden, Sept. 2016
Beitrag von: Bootie am 04/04/18 um 17:35:57

[quote author=North link=board=19&num=1522600580&start=0#8 date=04/04/18 um 13:18:06]
Der Bericht ist eine Super-Idee.  ;D
Vielen Dank dafür.
Habe mir auch vor einiger Zeit mal Infos zu den Northwest Territories angesehen, scheint schon eine interessante Region zu sein.

Zu den 2 Kirchen: Vielleicht ist die eine beheizt und die andere klimatisiert?  :D

Freue mich auf die Fortsetzung.  ;D
[/quote]

Haha, die Idee mit den Kirchen ist ja gut!  ;D
Aber eine Möglichkeit, die man nicht ausschließen sollte...  ;D ;D ;D

Jo, gegen eine Vorsetzung hätte ich auch nix!

Da haben es sich zwei aber richtig gut gehen lassen... Richtig so! Und wieder ist das Fernweh geweckt...  ;)

Bootie


Titel: Re: Herbstreise in den Hohen Norden, Sept. 2016
Beitrag von: BeateR am 04/04/18 um 18:43:06

[quote author=Bootie link=board=19&num=1522600580&start=0#9 date=04/04/18 um 17:35:57]

Vorsetzung
[/quote]

????? Jetzt musste ich aber lange überlegen, was Du meinst  ;D ;D ;D

Beate


Titel: Re: Herbstreise in den Hohen Norden, Sept. 2016
Beitrag von: BeateR am 04/04/18 um 18:45:32
Hallo,
also das mit den Kirchen scheint wirklich mit der Heizmöglichkeit zusammen zu hängen.
Die Sommerkirche ist ja viel höher und deshalb evtl. im Winter nicht richtig gut zu heissen. Aber weshalb man sich dann nicht mit einer Kirche, nämlich der Winterkirche, begnügt, ist mir schleierhaft.
Vielleicht hat auch nur irgendwann ein reicher Mensch sein Gewissen beruhigen müssen und die Kirche gestiftet??

Beate


Titel: Re: Herbstreise in den Hohen Norden, Sept. 2016
Beitrag von: BeateR am 04/04/18 um 18:50:02
Es ist Mittwoch, 7. September. Unsere Route führt uns von den Wasserfällen wieder zurück an den Great Slave Lake, zur zweitgrössten Stadt dort: Hay River (population 5000).
Dort erledigen wir erstmal unser Pflichtprogramm: Tanken, dumpen, Wasser auffüllen. Dann fahren wir zum Campingplatz. Nicht, weil wir dort übernachten wollen (es ist früh am morgen), sondern weil es dort einen schönen Strand geben soll.






Dieses Treibholz findet man eigentlich überall in Kanada und im Nordwesten der USA. Am Meer und auch an den Seen. Manche Strände müssen deshalb sogar gesperrt werden, vor allem bei starkem Regen und/oder Wind. Heute ist aber ein wunderschöner sonniger Tag.

Auf dem Weg zurück machen wir noch einen Stop am Fischerhafen. Naja, viel los ist hier ja nicht:




Und dann gehts wieder hinaus in die Wildnis. Wir wollen heute noch bis zum Wood Buffalo Nationalpark (ca. 200 km entfernt).
Die Strecke wird langweilig. Es geht kilometerweit geradeaus und völlig eben durch Wald. Ab und zu sieht man mal grosse abgebrannte Flächen, aber sonst nichts.




Nach 50 km müssen wir in den Highway zum Nationalpark abbiegen. Wir fahren gemütlich dahin, bis ich mich wundere, warum mein Mann auf einmal mitten im Nowhere stehenbleibt. Es stellt sich heraus: das Auto fährt nicht mehr!!! Man kann Gas geben, soviel man will, der Motor macht noch 500 Umdrehungen, d.h. unser Camper rollt langsam aus und wir stehen mitten auf der Strasse. Erstmal: Panik!!!
Also Warnlichter an, aussteigen..............und warten..................Denn wir haben nur ein Uralt-Handy und natürlich keinen Empfang. Dann kommt in der Gegenrichtung ein Pick-up, den wir anhalten. Der Fahrer, ein Einheimischer, kennt sich aus, schaut in den Motor, kann sich das alles aber auch nicht erklären. Aber er weiss: hier heraussen gibt es selbst mit dem besten Handy keinen Empfang, es ist absolut keine Netzabdeckung vorhanden.
Also schieben wir mit vereinten Kräften den Camper in den Strassengraben, machen die Warnlichter an. Der nette Mensch nimmt uns beide mit, wieder zurück nach Hay River, wo wir vor 2 Stunden gestartet sind. Dort ist zum Glück eine grosse Ford-Vertretung, wo wir abgesetzt werden. Leider erklärt man uns dort, dass man auf der Strasse gar nichts machen kann, das Auto muss in die Werkstatt abgeschleppt werden, aber heute hätte man keinen Abschleppwagen mehr zur Verfügung.
Wir telefonieren von dieser Ford-Werkstatt aus mit Fraserway. Dort gibt es einen deutschsprachigen Kundendienst und die sind wirklich sehr freundlich und hilfsbereit. Es wird vereinbart, dass Fraserway über deren Road Assistence einen Abschleppwagen besorgt und wir machen den Vorschlag, dass wir uns gleich einen Mietwagen nehmen und mit diesem Mietwagen die nächsten 3 Tage in den Wood Buffalo Nationalpark fahren. Darüber ist die Dame am Telefon hocherfreut und gibt sofort die Zustimmung, den Mietwagen, die Kilometer (die dort oben extra berechnet werden) und die Hotelkosten zu übernehmen.

Also mieten wir einen Pick-Up und fahren abends gleich nochmal zu Hafen raus, wo wir heute früh schon mal waren:




Wir müssen heute sowieso in Hay River bleiben, denn es ist unterdessen dunkel und wir müssen ja warten, bis unser Camper hierher abgeschleppt ist, damit wir unsere nötigsten Sachen herausnehmen können. Es wird 23.00 h bis der Abschleppwagen eintrifft. In tiefster Dunkelheit klettern wir auf dem Hänger herum, klettern in unseren Camper und holen etwas Kleidung und Toilettenartikel heraus.



LG
Beate


Titel: Re: Herbstreise in den Hohen Norden, Sept. 2016
Beitrag von: North am 04/05/18 um 12:28:43
Danke für die Fortsetzung. Ja, die Mietfahrzeuge...  ;)

Da habt Ihr echt noch Glück gehabt, dass das nicht an einer noch abgelegeneren Stelle passiert ist.  :o

Bin gespannt, wie's weiter geht.  ;D


Titel: Re: Herbstreise in den Hohen Norden, Sept. 2016
Beitrag von: BeateR am 04/05/18 um 18:40:46
Ja, im nachhinein betrachtet hätte uns gar nichts besseres passieren können. Wir hätten im Wood Buffalo Nationalpark mit unserem Truck Camper gar nicht alle Strassen fahren können, die waren zu eng und die Äste hingen zu tief. Aber mit dem gemieteten Pickup konnten wir wirklich die wildestens Strassen fahren.
Ausserdem brauchte dieser Pickup wesentlich weniger Sprit, was sich bei ca. 1000 km schon im Geldbeutel bemerkbar machte.
Und wir hätten sowieso wieder nach Hay River zurückfahren müssen, da es keine andere Strasse gibt.

Und Fraserway hat sich wirklich vorbildlich verhalten. Es gab keinerlei Diskussionen über Geld, die liessen uns völlig freie Hand. Und bei der Rückgabe 3 Woche später in Vancouver bekamen wir noch 100 Dollar für den "Ärger", ohne überhaupt danach gefragt zu haben.

Beate


Titel: Re: Herbstreise in den Hohen Norden, Sept. 2016
Beitrag von: BeateR am 04/06/18 um 21:14:52
Am nächsten Morgen waren wir schon recht früh wieder an der Ford-Werkstatt, denn wir wollten ja das Abladen unseres TC beobachten:




Nachdem wir noch ein paar Kleinigkeiten mit der Werkstatt geklärt hatten, konnten wir endlich wieder auf Tour gehen. Die ist unser Auto für die nächsten 3 Tage, natürlich mit Allrad:




Wir fuhren also nocheinmal Richtung Wood Buffalo Nationalpark und obwohl wir gut aufpassten, konnten wir die Stelle, an der wir gestern gestrandet waren, nicht mehr finden. Keine Autospuren, auch keine Spuren von diesem grossen Abschleppwagen, nichts.

Irgendwann hatten wir mal einen Raben auf der Strasse, der ein überfahrenes Hörnchen berbeitete. Er wollte von seinem Futter nicht loslassen, flog hoch mit dem Hörnchen im Schnabel und bemerkte fast zu spät, dass er keine Höhe schaffte. Erst dann lies er das Hörnchen fallen, das natürlich in unserem Kühler landete:




Vor allem die Teile im Kühlergrill bekamen wir fast nicht mehr heraus. Aber das musste sein, denn das hätte innerhalb weniger Stunden zum Stinken angefangen. Den Raben bemitleideten wir aber schon.

Gegen Mittag waren wir dann im Nationalpark. Als erstes liefen wir einmal um dieses riesige Sinkhole:






Dann stand eine Wanderung durch einen wunderschönen Birkenwald auf dem Programm. Am Endpunkt war ein Aussichtspunkt, von dem aus man einen guten Überblick über ein Vogel-Brutgebiet hatte. Natürlich waren jetzt im Herbst keine Vögel mehr da, aber wir hatten die Hoffnung, dort in den Sümpfen einen Elch zu sehen. Leider hatte wir Pech.






Der nächste Stop waren die Salt Plains. Dafür mussten wir aber ab der Hauptstrasse eine 15 km lange Erdstrasse fahren. Uns wurde ganz schlecht als wir dran dachten, was passiert wäre, wenn unsere gestrige Panne auf dieser Strasse passiert wäre. Da hätten wir wahrscheinlich tagelang warten müssen, bis zufällig mal jemand vorbeigekommen wäre   ::)




Diese Salt Plains sind vertrocknete Seen. Die Rotfärbung entsteht durch Mikroorganismen.
Wir wollten eigentlich vom Aussichtspunkt aus runterlaufen zu den Salzflächen, aber nach 5 Minuten kehrten wir um: die Mücken frasen uns auf. Also zurück zum Auto. Und kaum waren wir am Auto angekommen ging ein völlig unerwartetes Unwetter los. Es donnerte, blitzte, regnete und hagelte. Danach sahen die Salt Plains so aus:




Hatten wir also wiedermal Glück gehabt.

Auf der Weiterfahrt sahen wir dann am Strassenrand noch einen Büffel, zu deren Schutz dieser Nationalpark errichtet wurde:




Am späten Nachmittag kamen wir in Ft. Smith an und suchten erst mal ein Hotel. Viel Auswahl gibts ja in einer "Stadt" mit 2.500 Einwohnern nicht. Mitten in der Stadt stand ein Motel, das bestimmt schon bessere Tage gesehen hatte. Aber am Stadtrand fanden wir dann ein sehr schönes Inn. Dort bekamen wir auch ohne Probleme noch ein Appartement:




Der einzige Nachteil hier war: der Gastgeber/Hotelbesitzer war sehr gesprächig. Er erzählte uns gleich seine gesamte Lebensgeschichte (ausgewanderter Grieche, war hier schonmal Bürgermeister etc.). Das alles interessierte uns nicht, aber wir mussten höflichkeitshalber erst mal zuhören.

Nachdem wir es endlich geschafft hatten, uns zu verabschieden, fuhren wir schnell noch ca. 25 km nach Fitzgerald, wiedermal bis zum absoluten Strassenende. Dort wollten wir eigentlich noch einen schönen Wasserfall anschauen. Aber das gaben wir schnell auf: der trail war knöcheltief verschlammt. Der heutige Regen hatte deutliche Spuren hinterlassen. Aber auch der Friedhof sollte sehenswert sein, also besuchten wir diesen.




Dann holten wir uns aus dem Supermarkt noch ein fertigen Essen für die Mikrowelle, (wir hatten keine Lust hatten, essen zu gehen) und machten es uns im Appartement mit Internet gemütlich.



Titel: Re: Herbstreise in den Hohen Norden, Sept. 2016
Beitrag von: BeateR am 04/06/18 um 21:18:29
Am nächsten Tag steht nur der Wood Nationalpark auf dem Programm.
Wir fahren die einzige Strasse durch den Nationalpark bis (wiedermal) zum Strassenende. Unterwegs machen wir drei kürzere Wanderungen, die aber nicht weiter interessant waren. Das einzige interessante waren die in allen Farben vorhandenen Pilze. Wenn man nur wüsste, welche essbar sind, da hätte man innerhalb ein paar Minuten das schönste Abendessen gefunden:












Aber zum Glück sahen wir auch Tiere. Z.B. diesen Fuchs (im Hintergrund sind Büffel auf der Strasse):






Am Strassenende in Peace River entdeckten wir dann noch eine kleine Seitenstrasse, die wir natürlich auch fahren mussten. Und hier waren wir zum ersten mal froh, nicht mit dem Camper unterwegs zu sein. Denn mit diesem Ungetüm auf dem Rücken hätten wir diese Strasse nicht fahren können. Nach 8 km kamen wir auch hier ans Strassenende an einem Fluss. Dort waren gerade Einheimische dabei, jede Menge Lebensmittel von einem Pick-up auf ein Boot zu verladen. Wir kamen mit denen ins Gespräch und sie erzählten uns, dass jenseits des Flusses in ca. 50 km noch eine Ortschaft sei. Die Leute dort holen Ihre Lebensmittel von Fort Smith: also 50 km Gravelroad zum Fluss, Überfahrt, 50 km Gravelroad nach Fort Smith. Und das ganze wieder zurück. Aber für den Laden lohnt es sich, denn der kann in dieser Ortschaft den doppelten Preis von Ft. Smith verlangen. Und auch schon in Ft. Smith war für unsere Verhältnisse alles unverhältnismässig teuer.
Leider sind die Bilder von diese Verladung nichts geworden.

Auf dem Rückweg zur "normalen" Strassen fanden wir dann noch einen sehr grossen Bieberbau. Wir stiegen aus und warteten, denn wir sahen den Bieber schwer beschäftigt an seinem Bau. Irgendwann sah er uns und, ganz unerwartet, kam er neugierig auf uns zugeschwommen bis ca.2 Meter von uns entfernt. Dann sah er uns neugierig an, war anscheinend beruhigt und drehte wieder ab. Sowas habe ich noch nie erlebt. Bei uns in D sind Bieber ja sehr scheu und nachtaktiv.






Zurück in Ft.Smith fanden wir noch ein "Tankstellen-Museum" oder wie immer man das nennen mag.




LG
Beate


Titel: Re: Herbstreise in den Hohen Norden, Sept. 2016
Beitrag von: BeateR am 04/07/18 um 19:40:22
Wir haben die Nachricht, dass unser Truck-Camper repariert ist und in Hay River auf uns wartet.
Es war ein Sensor verschmutzt, evtl. ist auch nur ein Käfer darauf festgeklebt.
Dadurch gab dieser Sensor falsche Signale und der Motor schaltete ab.

Wir fahren also wieder aus dem Wood Buffalo NP raus
und sehen noch einen letzten Büffel:




Sogar ein Bär wagt sich aus der Deckung.
Aber der war so schnell über die Strasse gelaufen, dass wir keine Chance für ein Foto hatten.
Allerdings war er dann doch neugierig, sass im Strassengraben und beobachtete uns:




Und dann begann es zu regnen. Es regnete den ganzen Tag.
Zum Glück hatten wir auf dem Hinweg schon alles angeschaut und konnten jetzt ohne Bedauern weiterfahren.






Zurück in Hay River besuchten wir erst mal den monatlichen Fischmarkt.
Wie wir hörten, wäre das DAS Ereignis. Nun ja, es gab ein paar Buden mit frittiertem oder gebratenem Fisch.
Geschmeckt hat er, aber in dieser Kälte und in diesem Dauerregen war das kein Vergnügen:




Auf dem Parkplatz nebenan fotografierte mein Mann diesen Truck, weil er ihm so gut gefiel.
Sofort kam der Fahrer herausgelaufen und fragte, was er denn falsch gemacht hätte.
Aber er war dann ganz glücklich, als wir im sagten, dass uns sein Truck so gut gefiel und wir deshalb das Foto als Erinnerung gemacht haben




Wir holten unseren Camper aus der Werkstatt und waren überglücklich, unser "Heim" wieder zu haben.

Nach ca. 3 Stunden Fahrt durch starken Regen, aber in sowieso langweiliger Landschaft, rissen die Wolken genau im richtigen Momentt auf. Als wir am Campingplatz Sambaa Deh ankamen, schien schon wieder die Sonne




Also machten wir schnell noch eine Wanderung zu einem Aussichtspunkt:




bevor wir zum "gemütlichem Teil" des Abends übergingen:




Später am Abend wurde es dann zwar relativ kalt (10 Grad) was uns aber nicht davon abhielt, draussen zu sitzen.
Es war einfach zu schön und wir waren ganz allein auf dem Campingplatz




Sogar einen schönen Sonnenuntergang gab es heute noch:





Titel: Re: Herbstreise in den Hohen Norden, Sept. 2016
Beitrag von: BeateR am 04/07/18 um 19:46:23
Wir stehen schon um 7.00 h auf, weil das Wetter so wunderbar ist, aber das ist der erste Morgen mit Minustemperaturen.
Gleich nach einem schnellen Frühstück machen wir uns auf zu einer kurzen Wanderung zu den Corall Falls. Diese Fälle heissen so, weil man dort im Fluss immer wieder Versteinerungen von sehr frühen Muscheln etc. findet.




Der Raureif hängt noch an den Blättern.




Und aus den Büschen nahe des Wasserfalles hat der Wind, die Gischt und die Kälte traumhafte "Weihnachtsbäume" gezaubert:






Um 10.00 h sind wir wieder auf der Strasse. Es geht nach Westen, auf die Mackenzie Mountain zu. Und dann sehen wir unseren nächsten Bären. Er läuft einfach so direkt vor unserem Auto über die Strasse:




In Ft. Simpson biegen wir nach Norden ab und fahren entlang der Berge, von denen man aber bedingt durch den dichten Wald rechts und links der Strasse kaum was sieht. Auf dieser Strasse muss man zweimal den Mackenzie River mit einer Fähre überqueren:






Die Anlegestellen bestehen nur aus aufgeschüttetem Sand und müssen laufend repariert werden, da der Fluss den Sand sofort wieder wegspült. Aber eine Brücke wäre an diesen Stellen noch schwieriger zu bauen, da der Untergrund weggespült wird. Etwas weiter gibt es dann aber doch noch eine Brücke:




Wir finden wieder eine sehr schöne Übernachtungs-Stelle an einem See, den wir wieder ganz für uns alleine haben. Als wir aussteigen, werden wir aber doch erst mal etwas nachdenklich. Denn diese Spuren im Sand gehören einwandfrei zu einem Bären, der noch dazu vor sehr kurzer Zeit hier langekommen sein muss. Vielleicht haben wir ihn auch mit dem Auto verscheucht? Wir bleiben jedenfalls hier.




Abends können wir wieder einen Bieber bei seinen Wintervorbereitungen beobachten (das Foto ist jedoch sehr weit gezoomt):




Und dann haben wir wiedermal einen wunderschönen Sonnenuntergang über dem See:




Mitten in der Nacht wachen wir auf weil draussen wieder das Nordlicht spielt:




LG
Beate


Titel: Re: Herbstreise in den Hohen Norden, Sept. 2016
Beitrag von: Peter_Kamper am 04/08/18 um 00:57:59
Wow...
das sind ja wohl supertolle Photos !
Auch von mir ein Danekschoen dafuer.
Du hast aber auch ein Auge fuer's Photografieren...
Peter  :D


Titel: Re: Herbstreise in den Hohen Norden, Sept. 2016
Beitrag von: BeateR am 04/08/18 um 10:00:46
Es freut mich, wenn es Euch gefällt. Das spornt an, weiterzuschreiben.

LG
Beate



Titel: Re: Herbstreise in den Hohen Norden, Sept. 2016
Beitrag von: BeateR am 04/08/18 um 13:58:34
Am nächsten Tag fahren wir die Strasse weiter nach Norden, bis Wrigley. Die Landschaft wird langsam interessanter, wir fahren immer in der Nähe des Mackenzie Rivers:






Irgendwann sehen wir ein Tier am Strassenrand, das uns beobachtet. Aber wir können nicht identifizieren, welche Tier es ist und sprechen deshalb immer vom "Yeti". Wir nehmen an, dass es ein Porcupine war, das sich auf die Hinterfüsse gesetzt hatte:




Ab und zu kann man in der Ferne die Berge erahnen:




Und dann sind wir im Wrigley. Meine Güte ist das ein gottverlassenes Nest.
Aber es gibt eine Visitorinfo:




Das darauf erwähnte Hotel, Krankenstation und Polizeistation haben wir jedoch trotz aller Suche nicht gefunden .
Dafür gab es aber, wie in jedem Dorf, eine Kirche:




Die Häuser der Bewohner sahen allerdings nicht mehr so gut aus:






Aber es gibt noch einen schönen Aussichtspunkt auf den Mackenzie River:




Hier endet wiedermal die öffentliche Strasse. Es geht nur noch ein paar Kilometer weiter in eine Mine. Also kehren wir wieder um und fahren zurück:




Kurz bevor wir wieder an der Fähre sind finden wir ein schönes Plätzchen zum Übernachten:




Hier haben wir zwar keinen See und auch keine Tiere, dafür gibt es am Strassenrand die letzten Himbeeren zum Naschen:





Dienstag, 13.9.
Nachdem wir heute Nacht wieder Nordlichter bewundern "mussten", stehen wir relativ spät auf. Macht aber auch nichts, denn es regnet.
Wir fahren die ganze Strecke nach Ft. Simpson wieder zurück, müssen wieder zweimal mit der Fähre übersetzen. Einmal müssen wir relativ lange warten, weil die Fähre einen schweren Öl-Tanklaster verlädt, der die gesamte Fähre für sich allein beansprucht:




Hinter Ft. Simpson biegen wir nach Westen ab, auf den Liard Highway, der nach British Columbia geht. Und gerade, als die Strasse schlechter wird, hört der Regen auf. Wir machen einen kleinen Abstecher nach Lindberg Landing, obwohl es dort anscheinend nichts zu sehen gibt. Aber wir haben Glück: mitten zwischen den Häusern, auf gut gemähtem Rasen, weiden Wood-Buffalos. Anscheinend schmeckt das Gras besser als draussen im Wald:






Da wir noch einen Gutschein für eine kostenlose Übernachtung auf einem Campingplatz haben, gibts heute kein boondocking, sondern wir fahren zum Blackstone River Territorial Park. Dieser Campingplatz ist allerdings ziemlich voll und die Stellplätze am Fluss sind schon alle besetzt. Naja, suchen wir uns halt einen Stellplatz weiter hinten, aber mit viel Fläche und niemand in der Nähe.




LG
Beate


Titel: Re: Herbstreise in den Hohen Norden, Sept. 2016
Beitrag von: North am 04/09/18 um 10:42:31
Danke für die Fortsetzung.
10°C sind doch für September nicht kalt.  ;D
Aber ok, zum lange Rumsitzen kann's dann schon etwas frisch sein.

Mit Tiersichtungen hattet Ihr ja ziemliches Glück (bis auf den Elch).


Titel: Re: Herbstreise in den Hohen Norden, Sept. 2016
Beitrag von: Bootie am 04/09/18 um 11:15:58
Schöne Fotos und bestimmt tolle Erinnerungen! Danke.

Euer Yeti ist wirklich ein Porcupine. Ich liebe diese Tiere!

Hey hey ihr habt doch wohl hoffentlich den Bären nicht die leckeren Beeren vor der Nase weggeschnappt??  ;D

Von mir aus könnte das so weitergehen mit deinem Bericht.  :D

Habe schon Lust, ein paar Fotos aus unserem Alaska-Urlaub rauszukramen. Ist zwar schon ein paar Jahre her, aber so viel verändert sich dort nicht...  ;D

Bootie


Titel: Re: Herbstreise in den Hohen Norden, Sept. 2016
Beitrag von: BeateR am 04/09/18 um 11:29:55

[quote author=Bootie link=board=19&num=1522600580&start=15#23 date=04/09/18 um 11:15:58]

Von mir aus könnte das so weitergehen mit deinem Bericht.  :D

[/quote]

Dein Wunsch ist mir Befehl  ;D
Heute abends gehts weiter.

Beate


Titel: Re: Herbstreise in den Hohen Norden, Sept. 2016
Beitrag von: Snowdog am 04/09/18 um 16:55:28

[quote author=BeateR link=board=19&num=1522600580&start=15#24 date=04/09/18 um 11:29:55]


Dein Wunsch ist mir Befehl  ;D
Heute abends gehts weiter.

Beate

[/quote]

Juchhuuuh !  Beate macht weiter  :D.

Auch von meiner Seite vielen Dank für die tollen Fotos und kurzweiligen Texte.

Habe schon jedes mal gespannt auf die Fortsetzung gewartet / gehofft. Jetzt ist's ja wieder soweit. Super !

Grüße
vom Swabian Snowdog


Titel: Re: Herbstreise in den Hohen Norden, Sept. 2016
Beitrag von: BeateR am 04/09/18 um 18:49:03
Hahaha, Ihr gefallt mir ja.
Natürlich werde ich den Reisebericht zu Ende schreiben. Sonst hätte ich ja gar nicht anfangen müssen. Die Reise war ja fast 5 Wochen und jetzt sind wir noch nicht mal bei der Hälfte. Also keine Sorge: Fortsetzung folgt.

Beate


Titel: Re: Herbstreise in den Hohen Norden, Sept. 2016
Beitrag von: BeateR am 04/09/18 um 19:19:58
Als wir heute aufwachen, ist rundum dicker Nebel:





Und an den Spinnweben in den Büschen sieht man, dass der Herbst kommt:




Aber bis am späten Vormittag hat sich der Nebel aufgelöst und wir fahren durch die Sonne. Heute sind immer wieder Büffel rechts und links der Strasse:








Ich kann mich an den goldenen Herbstfarben nicht sattsehen:












Am frühen Nachmittag haben wir die Grenze zu British Columbia erreicht und verlassen das Northwest Territory.
Auf der Strassenkarte sehen wir, dass weiter südlich eine grosse Brücke über den Ft. Nelson River geht. Vor und nach solchen Brücken gibt es meistens einen Feldweg, der runter zum Fluss geht. Und dort wollen wir übernachten. Aber schon einige Kilometer vor der Brücke beginnt eine Baustelle. Und die geht ca. 20 km lang, bis weit nach der Brücke. Also hier ist mit boondocking nichts drin.

Nach dem Ende der Baustelle schauen wir uns jeden abgehenden Feldweg genau an und finden wirklich wieder eine sehr schöne, freie aber uneinsehbare Stelle zum Übernachten. So eben wie dieser Platz ist, scheint hier mal ein Funkturm gestanden zu haben. Genau das Richtige für uns:




LG
Beate


Titel: Re: Herbstreise in den Hohen Norden, Sept. 2016
Beitrag von: BeateR am 04/10/18 um 19:38:46
Donnerstag, 15.9.

Die heutige Strecke sollte sich als eine der landschaftlich interessantesten herausstellen.

Allerdings gabs gleich wieder eine Überraschung:

Im Laufe des Vormittags kamen wir nach über 2000 km auf Gravelroads endlich wieder auf eine geteerte Strasse. Und was passiert nach ca. 1 km Fahrt: Peng!! Ein Steinschlag und wir haben ein Sternchen in der Windschutzscheibe    :o

Sowas gibts doch nicht!!!  ::)
Und Windschutzscheiben sind teuer und nicht versichtert. Na Bravo!!


Wir fahren den Liard Highway bis zum Ende und biegen dann in den Alaska Highway nach Norden ein.
Schon vormittags sehen wir das erste Deer neben der Strasse:




Und dann kommt ein Grizzley über die Strasse:




Er flüchtet erst mal in den Strassengraben:






Läuft dann aber direkt neben unserem Auto her:




überquert die Strasse vor uns:




und versteckt sich hinter den Leitplanken:




Wir müssen leider weiterfahren, aber im Rückspiegel kann ich ihn nocheinmal fotografieren:




Die Strasse geht durch einen Canyon immer höher in die Berge:




Am Summit Lake haben wir bei 1.300 m die Passhöhe erreicht:




Auf der weitern Fahrt sehen wir weit oben in den Felsen die ersten Bergschafe:




Dann geht es durch den Canyon wieder nach unten:








Hier sehen wir Bergschafe direkt am Strassenrand:






Unterdessen ist es spät geworden und wir finden einen schönen Übernachtungsplatz am Trailhead eines Wanderweges:




LG
Beate


Titel: Re: Herbstreise in den Hohen Norden, Sept. 2016
Beitrag von: North am 04/11/18 um 11:25:34
Der Grizzly ist ja klasse. So nah habe ich den einen oder anderen Grizzly bisher erst im Denali-NP gesehen. Nur auf dem Parks Highway ist mal einer direkt vor dem Auto (Shuttle) über die Straße gerannt, war dann aber auch gleich weg.

Das mit der Windschutzscheibe ist blöd. Wieso ist die eigentlich nicht versichert? Ist das bei allen Mietfahrzeugen so?  :o Oder wart Ihr "illegal" auf der Gravel Road?  ;D


Titel: Re: Herbstreise in den Hohen Norden, Sept. 2016
Beitrag von: BeateR am 04/11/18 um 11:47:02

[quote author=North link=board=19&num=1522600580&start=15#29 date=04/11/18 um 11:25:34]
Oder wart Ihr "illegal" auf der Gravel Road?  ;D
[/quote]

Nein, Gravel Roads sind bei Fraserway sogar erlaubt. Und die lassen sich dort oben kaum vermeiden. Das lustige war ja, das uns dieser Steinschlag getroffen hat, nachdem wir über 1000 km auf Gravel unfallfrei gefahren waren, und innerhalb der ersten Kilometer auf geteerter Strasse dann dieser Stein geflogen kam.

Bei Mietwagen ist es unterschiedlich, ob die Windschutzscheibe versichert ist oder nicht, kommt auf den jeweiligen Mietvertrag an. Aber bei Wohnmobilen habe ich bis jetzt noch kein Angebot gefunden, bei dem man diesen Glasbruch auf Null setzen könnte.

Das blöde war nur, dass wir erst nach 1000 km Fahrt eine Werkstatt gefunden haben, die das reparieren konnte (50 $). Also blieb der Steinschlag sichtbar und wir haben das bei der Rückgabe natürlich gemeldet. Die Antwort von Fraserway war wiedermal einfach klasse: "Was wollt Ihr denn, Ihr habts doch reparieren lassen!"

LG
Beate


Titel: Re: Herbstreise in den Hohen Norden, Sept. 2016
Beitrag von: BeateR am 04/11/18 um 19:11:08
Weiter gehts: 16.9.

Heute morgen ist es ziemlich neblig. Aber schon nach kurzer Fahrt sehen wir einen männlichen Elch am Strassenrand, der sich durch ein dort parkendes Auto gestört fühlt und dieses angreift. Als das Auto wegfährt, geht der Elch schön langsam direkt vor unserem Auto über die Strasse, um dann im Wald zu verschwinden:








Wir fahren wieder durch herrliche Herbstlandschaften zu unserer heute geplanten Wellness-Oase: Liard Hot Springs:




Dort muss man vom Parkplatz aus erst mal ca. 10 Minuten über einen Brettersteg laufen, bevor man dann im zwischen 38 und 42 Grad warmen Wasser mitten im Urwald abhängen kann:








Nachdem wir ausgiebig "gewässert" haben, gehts wieder auf die Strasse. Gleich hinter den Hot Springs lebt die grösste freilaufende Wood Buffalo Herde direkt am Alaska Highway. Diese Tiere haben wir auf allen unseren Fahrten auf dieser Strecke immer an derselben Stelle gesehen. Seit Jahren wird versucht, die Büffel von der Strasse weg zu locken, funktioniert aber nicht. Anscheinend schmeckt das Gras dort wirklich besser:








Aber es gibt auch kleinere Tiere:






In Watson Lake, der grössten Stadt im weiten Umkreis, gibt es seit Jahren einen Sign Post Wald. Viele Touristen nageln hier ein Schild aus ihrer Heimat an die Pfosten. Wir haben den Eindruck, dieser Wald ist seit unserem letzten Besuch sehr viel grösser geworden:




Nachdem wir schon in einer grösseren Stadt sind, versuchen wir, unsere Scheibe reparieren zu lassen. Nachdem wir uns endlich durchgefragt haben, wo das möglich wäre, hat der Boss dort sehr deutlich keine Lust mehr, heute am Freitag Abend irgendetwas zu arbeiten. Er findet immer neue Ausreden, bis wir entnervt aufgeben.

Wir haben keine Lust, heute nacht auf einem Campingplatz in der Stadt zu stehen. Und obwohl wir morgen den Alaska Highway weiter fahren müssen, machen wir jetzt einen "Abstecher" nach Norden auf dem Robert Campbell Highway. Nach ca.20 km finden wir dort wieder eine schöne Stelle zum übernachten und haben wiedermal einen See ganz für uns allein:







Am nächsten Morgen gehts erst mal zurück nach Watson Lake, um unser Pflichtprogramm zu erledigen (Tanken, dumpen, Wasser auffüllen, einkaufen, Internet). Damit sind wir fast den gesamten Vormittag beschäftigt.
Die Weiterfahrt geht dann erst noch einige Kilometer auf dem Alaska Highway, bevor wir nach Süden in den Cassier Highway abbiegen. Dieser Highway war bei unserem letzten Besuch hier vor ein paar Jahren noch ein richtiges Abenteuer, da eng, kurvig und ungeteert. Eng und kurvig ist diese Strasse immer noch, aber unterdessen durchgehend geteert. Das Lustige ist aber, dass man hier nach Süden fahren muss, um nach Alaska zu kommen:








Nach einer anstrengenden Fahrt, bei der wir immer wieder schnellen Holz-LKW's ausweichen mussten, sind wir froh, als wir abseits einer Rest Area einen wunderschönen Platz für die Nacht gefunden haben. Dieser Stellplatz war ein der schönsten auf unserer gesamten Tour:








LG
Beate


Titel: Re: Herbstreise in den Hohen Norden, Sept. 2016
Beitrag von: Husky_Heinz am 04/12/18 um 00:49:04
Super schöner Bericht und sehr schöne Fotos.
Man kann sich beim lesen richtig in die Tour reinsetzten und mit fühlen. Es mit verfolgen als ob man dabei ist.
Richtig toll geschrieben.
Danke für den Bilder Vortrag.
Hoffe es geht noch weiter.
Gruß Husky_Heinz


Titel: Re: Herbstreise in den Hohen Norden, Sept. 2016
Beitrag von: Bootie am 04/12/18 um 09:48:03
Kann es nur noch wiederholen: Tolle Fotos, tolle Landschaften und Tiere!
Da pulsiert das Fernweh doch wieder in meinen Adern!  ;D
Macht jedenfalls große Lust, auch mal im Herbst dorthin zu fahren. Das sieht ja echt grandios aus mit den tollen Herbstfarben!
Vielen Dank.
Und wenn du noch mehr hast...  ;D
Du kennst uns ja - Fotos lieben wir über alles! Da ist die Ferne zum Greifen nah!  ;)

Bootie


Titel: Re: Herbstreise in den Hohen Norden, Sept. 2016
Beitrag von: BeateR am 04/12/18 um 20:07:46
Am nächsten Tag geht es bei herrlichen Sonnenschein weiter nach Süden.Wir geniessen die Landschaft und die letzten Blüten:












Auf einem Parkplatz hätten wir fast diese schöne Raupe überfahren:




Nachmittags sehen wir dann im Westen die ersten Gletscher:




Am späteren Nachmittag ziehen Wolken auf. Das gibt dann ein ganz besonderes Licht und einen wunderchönen (doppelten) Regenbogen:






Die Stellplatzsuche gestaltet sich heute etwas schwierig. Wir fahren ca. 70 km ohne eine passende Stelle zu finden und befreunden uns schon mal mit dem Gedanken, heute auf dem Campingplatz in Bell II zu übernachten. Und dann haben wir ca. 13 km vorher doch noch Glück und finden diesen schönen Platz, weit genug entfernt von der Strasse. Wir nehmen an, dass dies ein Rastplatz für LKW ist, aber wir bleiben die ganze Nacht wieder mal allein.




LG
Beate


Titel: Re: Herbstreise in den Hohen Norden, Sept. 2016
Beitrag von: North am 04/13/18 um 13:35:56

[quote author=BeateR link=board=19&num=1522600580&start=30#30 date=04/11/18 um 11:47:02]

Die Antwort von Fraserway war wiedermal einfach klasse: "Was wollt Ihr denn, Ihr habts doch reparieren lassen!"

[/quote]

Klasse.  ;D

Ja, die Herbstfarben sind einfach genial.
Freue mich auf die Fortsetzung, jetzt dürfte es ja bald auch in mir bekannte Gefilde gehen.  ;D


Titel: Re: Herbstreise in den Hohen Norden, Sept. 2016
Beitrag von: BeateR am 04/13/18 um 18:26:43
Oh je, Du erinnerst mich: ich habe ja noch gar nicht erwähnt, wo wir jetzt fahren.

Also: seit dem Schild "South to Alaska" vom 17.9. sind wir wirklich in südlicher Richtung auf dem Hwy. 37, Stewart-Cassiar-Hwy. unterwegs.

Beate


Titel: Re: Herbstreise in den Hohen Norden, Sept. 2016
Beitrag von: BeateR am 04/13/18 um 19:46:11
Montag, 19.9.

Morgens hängen noch ein paar Wolken in den Bergen:




Wir fahren weiter nach Süden, bis zur Mediazin Jkt. und dann den Hwy. 37A nach Westen, nach Steward und Hyder.
Auf dem Weg dorthin kommen wir vom Bear Glacier vorbei, der bis fast an die Strasse reicht.






Steward ist ein kleines verschlafenes Dorf, in dem jetzt in der Nebensaison absolut gar nichts mehr los ist. Sogar die Visitorinfo hat schon geschlossen:




Aber am Hafen gibts noch ein bischen Leben:




Und dann sind wir an der Grenze nach Alaska/USA. Das dürfte der einzige Grenzübergang in die USA sein, an dem überhaupt nicht kontrolliert wird. Ist aber auch klar: man kommt dort in Alaska nicht mehr weiter, höchstens noch mit einem Schiff übers Wasser. Aber bei diesen Wetterverhältnissen muss es schon ein stabiles Schiff sein.




Und Hyder ist wirklich eine Ghosttown. Hier leben nur noch ein paar Menschen:






Trotzdem kommen hier im Spätsommer viele Besucher an, denn ein paar Kilometer weiter gibts einen Bären-Beobachtungs-Weg. Dort sollen angeblich meistens Bären zu sehen sein. Nun, wir waren jetzt schon dreimal dort, haben aber noch nie einen Bären gesehen. Wahrscheinlich sind wir immer zu spät im Jahr. Auch diesesmal gibts ausser vielen toten Lachsen nichts zu sehen:




Also fahren wir weiter zum Salmon Gletscher. Und sind total entsetzt, über den vielen Verkehr, den wir so auf dieser Strecke gar nicht kennen. Aber wir lassen uns aufklären: weit hinten im Tal wurde eine Goldmine entdeckt und jetzt wird die Strasse ausgebaut und eine Starkstromleitung zu dieser Mine gelegt. Die Lastenhubschrauber fliegen im Minutentakt. Es ist interessant, aber auch irgendwie beängstigend, zuzuschauen, wie Beton-Strommasten mit ca. 20 m Höhe von einem Hubschrauber an den richtigen Platz gebracht werden.




Nach aufregenden 30 km auf enger, ungeteerter Strasse mit immer wieder grossen LKW im Gegenverkehr sind wir endlich am Ziel: am Viewpoint zum Salmon Glacier:






Nach einer kurzen Pause machen wir noch eine kleine Wanderung. Gleich hinter dem Parkplatz geht es querfeldein den Berg hoch mit tollen Ausblicke auf den Gletscher und in eine ganz andere unbekannte Pflanzenwelt:








Wir bleiben heute nacht hier oben. Dies ist unser Schlafplatz heute:




LG
Beate


Titel: Re: Herbstreise in den Hohen Norden, Sept. 2016
Beitrag von: BeateR am 04/14/18 um 19:21:59
Wenn man morgens mit diesem Blick aufwacht. Was will man mehr???




Wir fahren die ganze Strecke wieder zurück. Wir versuchen in Hyder nochmal unser Glück am Fish River, sehen aber auch heute keine Bären:




Aber dieses Schild mit den Angaben, was man alles machen kann, um Bären "anzulocken", finde ich lustig:




In Steward machen wir im Morgennebel noch eine kleine Wanderung in der Bucht:




An der Grenzstation zur Einreise nach Kanada in Hyder werden wir diesesmal kontrolliert. Der Beamte ist ganz genau. Er nimmt unsere Pässe mit ins Office um sie dort zu scannen. Dann fragt er, ob wir "drüben" etwas gekauft hätten. Da muss ich nun doch lachen und frage ihn, wie wir in einer Ghosttown was hätten kaufen können. Er tut ganz erstaunt, ja, ist denn dort wirklich alles geschlossen!!

Jetzt müssen wir den gesamten Hwy 37 A wieder zurückfahren bis Meziadin Jkt. Dort machen wir aber einen kleinen Abstecher durch Kitwanga nach Kitwancool (in indianisch: Gitanyow). Dort soll es die grösste Ansammlung von Totempols geben. Nach einigem Suchen (es ist nichts ausgeschildert) finden wir die Stelle auch:






Und schon wird es wieder Zeit, uns einen Übernachtungsplatz zu suchen. Wir sehen von der Strasse aus einen grossen freien Platz, auf dem noch Reste von Teer zu sehen sind. Das passt genau, stehen wir dort doch sehr gerade und müssen nicht durch Schlamm oder Gras laufen. Allerdings fragen wir uns, was dieses freie Areal wohl mal war. Erst am nächsten Tag erfahren wir in der Visitorinfo, dass dort bis vor ein paar Jahren ein grosses Sägewerk stand.






Wir geniessen jedenfalls wiedermal einen schönen Platz mit herrlichem Sonnenuntergang:




LG
Beate


Titel: Re: Herbstreise in den Hohen Norden, Sept. 2016
Beitrag von: BeateR am 04/14/18 um 19:24:34
So, und jetzt gibts hier erst mal eine Pause:
wir sind ab morgen 10 Tage in einem Ferienhaus am Comer See. Dort haben wir keine Internet-Verbindung, also ist erst mal "Internet-Entzug" angesagt.

Weiter gehts dann am 24. April.

Bis dann

liebe Grüsse
Beate


Titel: Re: Herbstreise in den Hohen Norden, Sept. 2016
Beitrag von: Bootie am 04/16/18 um 10:30:31
Und nochmal vielen Dank für die tollen Fotos, Beate!
Wahnsinn - eine echt tolle Ecke!
Und in Steward und Hyder waren wir auch schon zweimal!
Wir hatten das Glück, immer Bären zu sehen.
Beim ersten Mal hatten wir noch Dias gemacht - so lange ist das schon her... Und meinem Mann war beim Filme wechseln ein Film von dem Boardwalk am Fish Creek gefallen und der Ranger war so lieb und ist dann runtergeklettert (die Touristen dürfen ja nicht vom Boardwalk runter) und hat den Film gerettet! Uff, da war nämlich außer ein paar Schwarzbären auch eine Bärenmutter mit ihrem Jungen drauf! Wenn ich die Dias mal scannen kann, stelle ich sie hier rein. Wird zwar nicht die tollste Qualität, aber immerhin.  ;D

Beim zweiten Mal haben wir mutterseelenallein gut 5 Stunden in der Sonne gesessen dort und auf einen Bären gewartet! Der kam dann auch aus dem Gebüsch und kletterte schnell vom Fluss Richtung Straße! Wir waren ganz alleine dort und ich hatte ziemlich Sch.... (pardon!). Mein Mann war grade was im Wagen holen und kam zurück und ich stand alleine auf dem Boardwalk und dann kam der große schwarze Bär in einem ziemlich Tempo aus dem Gebüsch, lief durch den Fluss und dann die Böschung rauf zur Straße. Uff! War im Nachhinein ein tolles Erlebnis - Stille um uns rum - nur das Tappsen des Bäres im Fluss und im Gebüsch... Aber da hat man schon einen Riesenrespekt vor!

Somit habe ich wieder Lust, nochmal zum Fish Creek zu fahren!  ;D
Ein Bären-Virus ist fast so wie ein Husky-Virus...  ;D

Dann wünsche ich euch beiden einen schönen Urlaub am Comer See!
Wir freuen uns dann auf den nächsten Teil des Berichtes!  ;D

Viele Grüße
Bootie


Titel: Re: Herbstreise in den Hohen Norden, Sept. 2016
Beitrag von: North am 04/24/18 um 13:04:38
Freue mich auch schon auf die Fortsetzung.  ;D

Ich hoffe, Ihr hattet eine gute Zeit und passendes Wetter am Comer See.


Titel: Re: Herbstreise in den Hohen Norden, Sept. 2016
Beitrag von: BeateR am 04/24/18 um 13:13:59
Hallo,

seid gestern spät nachts sind wir wieder zurück. Wir hatten (wie üblich) eine wunderschöne Woche. Diesesmal war es so heiss wie normalerweise erst Ende Mai. So konnten wir wirklich "Sommer" geniessen.

Heute abend gehts im Reisebericht weiter.

LG
Beate


Titel: Re: Herbstreise in den Hohen Norden, Sept. 2016
Beitrag von: BeateR am 04/24/18 um 19:07:35
Hallo, und jetzt gehts weiter:

Mittwoch 21.9.

Morgens haben wir wiedermal dicken Nebel. Aber der gibt auch gute Motive her:




Wir fahren über den Hwy 16 nach Südwesten. In New Hazelton sehen wir ein Schild für einen Trail zu einem Wasserfall. Das machen wir doch und laufen schnell mal 1 Stunde durch den Wald:






Dann besuchen wir den Moricetown Canyon. Als wir vor ein paar Jahren dort waren, konnten wir die Lachswanderung beobachten. Heuer sind wir zu spät, die Lachse sind schon verschwunden:




In Smithers finden wir nach ca. 1000 km endlich eine Werkstatt, die unseren Steinschlag repariert. Man sieht zwar noch ein bischen was, aber wenigstens wird der Schaden nicht grösser.

Auf dem weiteren Weg fahren wir durch sehr landschaftlich geprägtes Land. Es ist nicht mehr viel von der Wildnis Kanadas zu spüren. Wir kommen uns vor wie in Bayern: Kühe auf der Weide, ein Bauernhof am anderen.

Eigentlich hatten wir geplant, in Burns Lake auf dem Comunity Campground in der Stadt zu übernachten. Aber als wir durch die Ortschaft fahren, sehen wir ein Hinweisschild auf einen Campingplatz "Boers Mountain Recreation Area" in 7 km. Das klingt interessanter, also fahren wir dem Schild nach. Letztendlich sind es dann fast 15 km, aber wir finden diesen Campingplatz und sind wiedermal begeistert. Der Platz ist herrlich an einem kleinen See gelegen und wir sind wiedermal ganz allein.












Vom nächsten Tag gibts nicht viel zu berichten.

Erst noch ein Bild von unserem Übernachtungsplatz am Kager Lake im Morgennebel:





Wir fahren weiter über den Hwy 16 nach Osten. Es ist wahnsinnig viel Verkehr, viele Holz-Laster. Das macht mich total nervös, da diese Laster wirklich schnell unterwegs sind.
In Prince George kaufen wir nochmal ein. Hinter der Stadt wird der Verkehr weniger, da die meisten LKW entweder nach Norden oder Süden fahren, wir aber weiterhin nach Osten auf dem Hwy 16 bleiben.
Wir wollen am Campingplatz Purdon Lake übernachten. Aber als wir dort sind, ist die Schranke zu, der Campingplatz geschlossen. Naja, wir sind nicht allzu traurig, denn 3 km vorher haben wir am Bowron River eine Rest Area entdeckt. Und dorthin fahren wir zurück, haben damit wieder einen schönen, einsamen, kostenlosen Campingplatz:





LG
Beate


Titel: Re: Herbstreise in den Hohen Norden, Sept. 2016
Beitrag von: North am 04/25/18 um 14:16:05

[quote author=BeateR link=board=19&num=1522600580&start=30#42 date=04/24/18 um 13:13:59]
Diesesmal war es so heiss wie normalerweise erst Ende Mai. [/quote]

Hier leider auch (eher wie Juni).  :P

Dann doch lieber Herbst im Norden.

Danke für die Fortsetzung. Nach AK seid Ihr dann danach noch nicht mehr gekommen? Oder doch?

Egal, ist alles interessant.  ;D


Titel: Re: Herbstreise in den Hohen Norden, Sept. 2016
Beitrag von: BeateR am 04/25/18 um 15:10:28

[quote author=North link=board=19&num=1522600580&start=30#44 date=04/25/18 um 14:16:05]

Dann doch lieber Herbst im Norden.
[/quote]

Das ist auch unsere Meinung. Wir lieben es auch mehr wenn es etwas kühler ist.


[quote author=North link=board=19&num=1522600580&start=30#44 date=04/25/18 um 14:16:05]

Nach AK seid Ihr dann danach noch nicht mehr gekommen? Oder doch?

[/quote]

Stimmt. Auf dieser Tour sind wir nur ein paar Kilometer in Alaska gefahren: von Hyder bis zum Salmon Gletscher, oneway 30 km  ;D


LG
Beate


Titel: Re: Herbstreise in den Hohen Norden, Sept. 2016
Beitrag von: BeateR am 04/25/18 um 19:32:21
Freitag, 23.9.

Es ist etwas bewölkt, das stört uns aber nicht. In McBride machen wir einen ausgiebigen Besuch im Visitorcenter, das in einem alten Bahnhof untergebracht ist. Kurz danach sehen wir ein Hinweisschild auf einen trail zum "Beaver Falls". Den müssen wir natürlich gehen:




In Tete Jaune Cache müssten wir eigentlich links auf dem Hwy 16 Richtung Mt. Robson weiterfahren. Aber wir beschliessen, einen kleinen Umweg zu machen und fahren noch 10 km auf dem Hwy 5 südlich. Dort machen wir eine schöne Wanderung durch den Jackman Flats PP. Das sind Sanddünen, mitten in British Columbia. Hier gibts auch eine völlig andere Vegetation als rundum:








Zurück am Hwy 16 gehts entlang des Fraser River in die Berge:









Am frühen Nachmittag kommen wir in Jasper an. Nach einer Runde durch die Stadt suchen wir uns am Whistler Campingplatz einen schönen ruhigen Platz:




In dieser Nacht hat es geregnet, gehagelt und geschneit. Aber jetzt morgens kommt die Sonne durch.

Wir fahren mit Stop und kurzer Wanderung am Maligne Canyon:






weiter zum Medicine Lake, der am Austrocknen ist:








zum Maligne Lake, wo wir etwas laufen:






Auf der Fahrt zurück sehen wir dann die sonst so scheuen Bergschafe direkt neben der Strasse:




Wir wollen noch etwas "relaxen" und fahren weiter nach Miettte Hot Springs. Nachdem Wochenende ist, ist dort der Teufel los. Trotzdem geniessen wir das Bad im warmen Wasser:




Die Überraschung kommt dann, als wir vom Bad rauskommen: die sonst so scheuen Bergschafe laufen auf dem Parkplatz rum und verfolgen die Touristen:




Auf dem Rückweg sehen wir dann noch Wapities direkt neben der Strasse:







LG
Beate


Titel: Re: Herbstreise in den Hohen Norden, Sept. 2016
Beitrag von: BeateR am 04/26/18 um 15:21:28
Sonntag, 25.9.

Ausgerechnet heute, wo wir den Icefield Parkway fahren wollen, ist der Himmel dick bewölkt, man kann die Bergspitzen nicht sehen.
Nun ja, wir können es nicht ändern.

Das erste Ziel auf unserem Weg nach Süden sind die Athabasca Falls, wo wir gleich mal 1 Stunden wandern:






Dann gings weiter entlang des Athabasca River zu den Sunwapta Falls:








Auf halber Strecke und am höchsten Punkt der Strasse ist das Columbus Icefield.




Man kann mit Bussen hochfahren und auf dem Gletscher spazierengehen. Nachdem wir das vor vielen Jahren schon gemacht haben, sparen wir uns diesesmal die Zeit (und vor allem das Geld, denn diese Touren sind unterdessen sehr teuer geworden).

Das Bild hier ist sehr weit hergezoomt, aber man kann die Busse auf dem Eis sehen:




Wir fahren den Pass südlich wieder hinunter ins Tal:




Als nächstes steht der Abstecher mit kurzer Wanderung zum Peyto Lake auf dem Plan. Dieser Gletschersee ist wegen seiner intensiven türkisen Farbe berühmt:




Weiter gehts zum Lake Louise. Dort gehts zu wie am Königssee (Bayer. Alpen) in der Hochsaison. Es war schwierig, ein Bild ohne Menschen zu machen:




Sowohl hier, als auch am Columbus Icefield und am Peyto Lake waren 95 % der Touristen Asiaten. Dieser Tag hat mich fast dazu gebracht, eine Allergie gegen Asiaten zu entwickeln. So viel Rücksichtslosigkeit habe ich noch in keinem Land erlebt.


Unterdessen wird das Wetter immer schlechter, was aber für schöne Wolkenstimmungen sorgt:




Abends auf dem Campingplatz finden wir dann diese Bärenwarnung auf allen Picknicktischen. Leider haben wir aber keinen Bären gesehen:



LG
Beate


Titel: Re: Herbstreise in den Hohen Norden, Sept. 2016
Beitrag von: North am 04/26/18 um 16:58:32
Klasse, danke für die Fortsetzung.
Ja, man wünscht sich meist blauen Himmel, aber es gibt solche Landschaften, vor allem mit Wasser, die auch bei trübem Wetter ihren Charme haben.


Titel: Re: Herbstreise in den Hohen Norden, Sept. 2016
Beitrag von: BeateR am 04/27/18 um 12:47:04
Am nächsten Tag ist das Wetter wiedermal bestens. Wir fahren gleich zum Johnston Canyon und geniessen es, dass so früh am morgen noch kaum jemand unterwegs ist. Allerdings ist es s....kalt, aber was solls.
Wir laufen den Canyon hoch und lassen uns Zeit. Aber schon werden wir wieder von den Asiaten eingeholt. Es geht zu wie in eiiner Fussgängerzone:








Weiter gehts durch tolle Berglandschaften zur Abzweigung bei Castle Mountain:






Dann steht noch eine kleine Wanderung am Marble Canyon auf dem Programm. Bis hierher sind die Asiaten noch nicht vorgedrungen, ist vielleicht nicht interessant genug:




Gleich daneben gehts zu den "Paint Pots". Da wurden früher farbige Erden abgebaut, und als Farbstoffe benutzt:




Wir fahren über Radium Hot Springs und beschliessen, heute abend im Flussbett des Kootenay River zu übernachten. Keine schlechte Idee, wir haben wiedermal ein tolles Fleckchen für uns allein. Und abends kommt unser Mini-Grill wieder zur Einsatz, diesesmal mit Bull-Ribbs.






Als wir am nächsten Morgen aufwachen, haben wir Gäste. Eine kleine Gruppe Deer schaut ganz neugierig, was denn da in ihrem Fluss steht:




Ein letzter Blick auf unseren schönen Stellplatz:




Wir fahren nach Süden. Der erste Stop ist in Kimberley. Diese Stadt ist auf "bayrisch" gedrillt, zumindest was Kanadier sich unter "bayrisch" vorstellen:








20 km weiter besichtigen wir Fort Steele. Eigentlich ist das ein Living Museum, aber da die Saison vorbei ist, hat auch kein Bäcker, Polizei, Schmied, Zahnarzt, Schneiderei usw. mehr offen. Aber wir können herumlaufen und in alle Häuser schauen:














Danach fahren wir durch Kootenay Valley und entlang des Kootenay Lake nach Norden:




Wir kommen an diesem Haus vorbei, das vollständig aus Glasflaschen gebaut ist. Leider ist das auch schon "closed for saison".




Nachdem wir am ganzen See keine Stelle finden, auf der wir wild übernachten könnten, gehen wir mal wieder auf einen Campingplatz.




So direkt am See schmeckt sogar ein Nudeleintopf köstlich:




LG
Beate


Titel: Re: Herbstreise in den Hohen Norden, Sept. 2016
Beitrag von: BeateR am 04/28/18 um 18:22:00
Am nächsten Morgen gehts erst mal mit der Fähre über den Kootenay Lake. Hier werden sogar lange Holzlaster verladen:






Dann fahren wir den Hwy 3a nach Südosten bis Nelson. Diese Stadt macht immer Werbung für ihre tolle Laubfärbung im Herbst. Aber da waren wir wohl etwas zu früh dran, denn so ganz kommen die Farben noch nicht raus:




Auf der weiteren Fahrt über Castlegar, Grand Forks und Midway, immer entlang der Grenze zu den USA, finden wir dann allerdings wieder die schönen gelb-und rot-Töne:






In Rock Creek entscheiden wir uns für einen Abstecher auf den Highwy 33, weil wir von einem schönen Campingplatz ca. 50 km entfernt gelesen haben. Aber schon nach 3 km sehen wir eine sehr schönen Platz, direkt am Fluss und entscheiden spontan, hier zu bleiben. Der Campingplatz ist total leer. Der Besitzer weiss erst gar nicht, was er berechnen soll und entscheidet dann, dass es 30 Dollar kostet. Nun ja, ist total überteuert, da keinerlei Duschen etc. zur Verfügung stehen. Aber der Platz ist so schön und ruhig, dass wir bleiben.







Am nächsten Morgen liegt dicker Nebel über dem Fluss:




Aber der löst sich schnell auf und wir fahren wieder durch interessante Landschaften. Allerdings sieht man deutlich, dass hier ein anderes Klima herrscht: es ist wärmer und trockener.




Ein schönes Städtchen am Weg ist Osoyoos. Vor allem der Blick, wenn man vom Osten kommt und die Stadt tief unten am See sieht:




Im ganzen weiteren Tal wird viel Obst, Gemüse und Wein angebaut. Jetzt ist Erntezeit der Kürbisse und mit denen wird jeder Marktstand geschmückt. Sogar in den Bäumen "wachsen" Kürbisse  :o






Immer entlang des Highway 3 nahe der Grenze zur USA kommen wir zum Manning Provincial Park. Wir wollten eigentlich hier übernachten, aber die Campingplätze haben schon geschlossen. Also machen wir nur eine kurze Wanderung zu einem Biberteich:




Dann fahren wir noch hoch zum Cascade Look Out. Das ist zumindest mit dem Wohnmobil eine abenteuerliche Strecke: eng, kurvig, Gegenverkehr. Da kommt man schon ins Schwitzen. Aber der Ausblick dort oben ist fantastisch:






Nachdem man hier in der Gegend nirgends wild campen kann und darf, fahren wir noch in die nächste Stadt, nach Hope. Zum Glück hat hier das Visitorcenter noch offen und dort wird uns ein schöner Campingplatz an einem Fluss genannt.



LG
Beate


Titel: Re: Herbstreise in den Hohen Norden, Sept. 2016
Beitrag von: North am 04/29/18 um 10:43:51
Noch ein "Hope". Ich kenne nur das in AK.  ;D

Das Bild mit dem Nebel über dem Fluss gefällt mir besonders gut.


Titel: Re: Herbstreise in den Hohen Norden, Sept. 2016
Beitrag von: Bootie am 04/29/18 um 12:29:37
Super! Danke fürs Teilen!
Und wieder hast du mir Fernweh beschert...  ;D
Maligne Canyon, Kootenay, Jasper, Sunwapta Falls, Athabasca Falls, Mt. Robson! Oh Mann, die Bilder haben mich doch wieder in unsere Urlaube versetzt...  ;D
Undich LIEBE den Peyto Lake! Herrlich! Auch wenn ich das mit den Asiaten-Bussen nachvollziehen kann.  ;D
Ein amerikanisches Pärchen meinte damals zu uns, als die Asiaten schn hörbar nahe waren: "Macht schnell eure Fotos - gleich kommt ihr nicht mehr dazu!"  ;D ;D
Gottseidank "rushen" die nur durch und müssen immer schnell zum nächsten Ziel fahren und so hatten wir danach richig tolle Ruhe und haben den Peyto Lake und Umgebung genießen können.  ;)

Schönen Sonntag
Bootie

PS: Das ist wohl eine lange Tour! Oder hattet ihr mehrere Wochen vor Ort?


Titel: Re: Herbstreise in den Hohen Norden, Sept. 2016
Beitrag von: BeateR am 04/29/18 um 13:41:05

[quote author=North link=board=19&num=1522600580&start=45#51 date=04/29/18 um 10:43:51]

Das Bild mit dem Nebel über dem Fluss gefällt mir besonders gut.

[/quote]

Danke! Ich freue mich immer, wenn Euch meine Fotos gefallen.

Beate


Titel: Re: Herbstreise in den Hohen Norden, Sept. 2016
Beitrag von: BeateR am 04/29/18 um 13:48:08

[quote author=Bootie link=board=19&num=1522600580&start=45#52 date=04/29/18 um 12:29:37]

Undich LIEBE den Peyto Lake! Herrlich! Auch wenn ich das mit den Asiaten-Bussen nachvollziehen kann.  ;D
Ein amerikanisches Pärchen meinte damals zu uns, als die Asiaten schn hörbar nahe waren: "Macht schnell eure Fotos - gleich kommt ihr nicht mehr dazu!"  ;D ;D
[/quote]

Ja, dort wars auch ganz schlimm. Ich war bei Fotografieren, da kommen die doch wirklich von hinten und schieben sich ins Bild. Ich bin dann richtig aggressiv geworden, habe die Ellbogen "ausgefahren" und mich genauso wieder vorgedrängelt. Und dann gaaaaaanz lange zum Fotografieren gebraucht.
Ich weiss, das war unanständig, aber manchmal muss man sich einfach mit deren Mitteln wehren.  ::)



[quote author=Bootie link=board=19&num=1522600580&start=45#52 date=04/29/18 um 12:29:37]
PS: Das ist wohl eine lange Tour! Oder hattet ihr mehrere Wochen vor Ort?

[/quote]

Wir hatten für die gesamte Tour 30 Tage. Heute abend werde ich die letzten beiden Tage schreiben.

Denn übermorgend gehts schon wieder in den Norden. Diesmal in der anderen Richtung: wir machen eine Womo-Überführung von Vancouver nach Whitehorse, wieder für 30 Tage. (Als Rentner darf man das ;D ;D ;D)

LG
Beate


Titel: Re: Herbstreise in den Hohen Norden, Sept. 2016
Beitrag von: Snowdog am 04/29/18 um 15:01:25
Hallo Beate,

wieder mal ein Dankeschön für deine super lebendigen Berichte.

Sie sind so eine tolle Abwechselung zu den Sh..stories rund um Hugh N.

Übrigens: das Asiatenthema kennen wir mittlerweile auch in unserer Ferienheimat Engadin zur genüge.  >:(

Ich wünsche euch eine schöne Reise von Vanc nach Whitehorse.
Geniesst sie und neue Geschichten sind ja vielleicht auch drinnen.
;)

Travel on
Swabian Snowdog


Titel: Re: Herbstreise in den Hohen Norden, Sept. 2016
Beitrag von: Bootie am 04/29/18 um 16:03:21

[quote author=BeateR link=board=19&num=1522600580&start=45#54 date=04/29/18 um 13:48:08]
Ja, dort wars auch ganz schlimm. Ich war bei Fotografieren, da kommen die doch wirklich von hinten und schieben sich ins Bild. Ich bin dann richtig aggressiv geworden, habe die Ellbogen "ausgefahren" und mich genauso wieder vorgedrängelt. Und dann gaaaaaanz lange zum Fotografieren gebraucht.
Ich weiss, das war unanständig, aber manchmal muss man sich einfach mit deren Mitteln wehren.  ::)

Wir hatten für die gesamte Tour 30 Tage. Heute abend werde ich die letzten beiden Tage schreiben.

Denn übermorgend gehts schon wieder in den Norden. Diesmal in der anderen Richtung: wir machen eine Womo-Überführung von Vancouver nach Whitehorse, wieder für 30 Tage. (Als Rentner darf man das ;D ;D ;D)

LG
Beate

[/quote]

Tststs... Du Böse!  ;D ;D ;D

Wow! 30 Tage wieder wech!! Grandios! Glückliche Rentner! ;D
Dann viel Spaß vor Ort und gute Reise!!

Und wir erwarten dann einfach wieder einen tollen Bericht mit tollen Fotos!  ;D

Viele Grüße und bald gute Fahrt
Bootie


Titel: Re: Herbstreise in den Hohen Norden, Sept. 2016
Beitrag von: BeateR am 04/29/18 um 16:42:27
[quote author=Snowdog link=board=19&num=1522600580&start=45#55 date=04/29/18 um 15:01:25]
.....und neue Geschichten sind ja vielleicht auch drinnen.
;)

[/quote]



[quote author=Bootie link=board=19&num=1522600580&start=45#56 date=04/29/18 um 16:03:21]


Und wir erwarten dann einfach wieder einen tollen Bericht mit tollen Fotos!  ;D

[/quote]



Wie war das doch??? (Frei nach Beckenbauer):

Schau mer mal, dann sehn mer scho.........

Beate


Titel: Re: Herbstreise in den Hohen Norden, Sept. 2016
Beitrag von: BeateR am 04/29/18 um 20:08:02
Freitag, 30.9.

Heute ist unser letzter voller Tag im Camper. Leider!!!

Nahe an unserem Campingplatz sind die Othello Tunnels. Das sind Eisenbahn-Tunnels, (fragt mich bitte nicht nach der Geschichte!!), die aber schon seit langem nicht mehr befahren werden. Anstelle der Bahngleise gibt es einen Wanderweg, der ganz gut zeigt, wie schwierig es damals gewesen sein muss, diese Bahnlinie zu bauen:










Dann fahren wir weiter. Nachdem heute der letzte Tag ist, wollen wir nocheinmal "wässern"! Und Harrison Hot Springs liegt fast auf dem Weg, also fahren wir hin. In der Ortschaft dann suchen wir vergeblich die Hot Springs. Wir fragen in der Visitorinfo und erfahren, nachdem das Hotel die alleinigen Nutzungsrechte hat, kann man das Termalwasser nur im städtischen Hallenbad geniessen!!! Nun ja, besser Hallenbad als gar kein Termalwasser. Deshalb legen wir eine Pause im Hallenbad ein. Zumindest ist das Wasser schön warm:




Aber auch der Ort ist recht schön. Auch hier gibt es wieder das "nachgemachte Deutschland"




Dann fahren wir zum Campingplatz im Golden Ear Provincial Park. Wir haben uns schon vorher diesen CG ausgesucht, da er zwar in der Natur liegt, aber nicht allzu weit vom Autovermieter entfernt. An diesem Bild sieht man recht gut, was hier im Sommer los sein muss:




Jetzt ist Nebensaison und von drei Campingplätzen hat nur noch einer offen. Nachdem Wochenende ist, ist dieser natürlich voll. Wir müssen lange suchen um noch ein freies Plätzchen zu finden. Noch dazu, da wir "genäschig" sind und keinen Platz mitten in den Bäuen wollen. Wir brauche LICHT. Aber wir finden noch einen schönen Stellplatz, wo wir dann in aller Ruhe unser Womo ausräumen und Koffer packen können:





Samstag, 1.10.

Pünktlich zu unserer Abreise hat der Wettergott den Schalter auf "Herbst" gedreht. Es hat die ganze Nacht geregnet und jetzt ist es grau in grau, die richtige Stimmung zur Heimreise.




Da ich immer nervös werde, wenn wir im dichten Verkehr auf Autobahnen fahren, entscheiden wir uns, über Nebenstrassen und Landstrassen nach Vancouver rein zu fahren. Eine gute Entscheidung, sehen wir doch noch etwas von der Landschaft.

Um 11.00 h sind wir bei unserem Vermieter Fraserway. Der zeigt sich wirklich kulant: zu unserem Steinschlag in der Scheibe meint der Angestellte nur: was wollt Ihr denn, Ihr habt doch reparieren lassen (die Windschutzscheibe war nicht versichert und so hatten wir schon damit gerechnet, eine neue Scheibe zahlen zu müssen).
Ein anderer Angestellter, mit dem wir unsere Hotelrechnungen abrechneten, für die Tage als unser Truck in der Werkstatt war, bot uns gleich nochmal 100 Dollar "für die Unannehmlichkeiten" an. Dabei hatte sich für uns ja gezeigt, dass wir in diesen 3 Tagen schon allein mehr als 150 Euro an Benzinkosten gespart hatten. Und ausserdem mit dem Allrad-Mietwagen Strassen fahren konnten, die mit dem Camper nicht möglich gewesen wären.
Die angekündigten Beträge waren schon 3 Tage später auf unserem Konto.




Wir lassen uns mit dem Shuttle zum Airport bringen. Da unser Flug erst am späten Nachmittag geht, haben wir noch viel Zeit und genehmigen uns zum Abschied noch eine Sushi-Platte.





Fazit:
es war wiedermal eine sehr schöne, sehr interessante Reise. Wir hatten so viel Glück mit dem Wetter: in 4 Wochen nur 1 1/2 Tage Regen. Wir haben neue Landschaften gesehen, aber auch Altbekanntes nocheinmal besucht. Und wir wissen, dass das bestimmt nicht unsere letzte Tour dort oben im Norden war. Allerdings werden wir bestimmt nicht mehr die Northwest Territories bereisen, dazu war die Landschaft zu langweilig, nur flach und Wald. Und wir werden wahrscheinlich nicht mehr durch British Columbia fahren, so schön es dort auch ist. Aber es ist dort inzwischen so überlaufen, so viele (asiatische) Touristen und auch so viel Verkehr, dass wir uns wie in den Feriengebieten in Bayern gefühlt haben. Und das müssen wir auf einer solchen Tour nicht haben.

LG
Beate


Titel: Re: Herbstreise in den Hohen Norden, Sept. 2016
Beitrag von: BeateR am 04/29/18 um 20:09:44
Hallo,

dieses Fazit habe ich gleich anschliessend an die Tour geschrieben. Unterdessen hat sich allerdings einiges getan:
In die Northwest-Territories kann man kaum mehr fahren, da kein Wohnmobil-Vermieter dort noch eine Station hat. Auch Fraserway hat kurz nach unserem Trip die Filiale in Yellowknife geschlossen.

Und durch British Columbia müssen wir wohl oder übel schon wieder fahren:

Wir haben nämlich wieder eine Womo-Überführung gebucht, von Vancouver nach Whitehorse, damit pünktlich zum Saisonbeginn die Womos dort im Norden zur Verfügung stehen. Und am Dienstag, also übermorgen, gehts schon los. Die Koffers sind gepackt und wir sind wiedermal voller Erwartungen.

Deshalb möchte ich mich gleich mal hier verabschieden. Anfang Juni sind wir wieder zurück und ich bin schon gespannt, was sich bis dahin hier im Forum alles getan hat.

Liebe Grüsse
Beate


Titel: Re: Herbstreise in den Hohen Norden, Sept. 2016
Beitrag von: admin am 04/29/18 um 23:12:52
Vielen Dank für deinen tollen Reisebericht und eine schöne Zeit - bis zum Juni!

ragnar


Titel: Re: Herbstreise in den Hohen Norden, Sept. 2016
Beitrag von: North am 04/30/18 um 10:20:53
Danke für den Rest des interessanten Berichts einer abwechslungsreichen Reise.
Und viel Spaß auf der nächsten Tour. Recht habt Ihr.
Wenn ich genug Zeit und Geld hätte, wäre ich auch ständig unterwegs.  ;D


Titel: Re: Herbstreise in den Hohen Norden, Sept. 2016
Beitrag von: Bootie am 04/30/18 um 12:00:42
[quote author=BeateR link=board=19&num=1522600580&start=45#59 date=04/29/18 um 20:09:44]
Hallo,
dieses Fazit habe ich gleich anschliessend an die Tour geschrieben. Unterdessen hat sich allerdings einiges getan:
In die Northwest-Territories kann man kaum mehr fahren, da kein Wohnmobil-Vermieter dort noch eine Station hat. Auch Fraserway hat kurz nach unserem Trip die Filiale in Yellowknife geschlossen.

Und durch British Columbia müssen wir wohl oder übel schon wieder fahren:

Wir haben nämlich wieder eine Womo-Überführung gebucht, von Vancouver nach Whitehorse, damit pünktlich zum Saisonbeginn die Womos dort im Norden zur Verfügung stehen. Und am Dienstag, also übermorgen, gehts schon los. Die Koffers sind gepackt und wir sind wiedermal voller Erwartungen.

Deshalb möchte ich mich gleich mal hier verabschieden. Anfang Juni sind wir wieder zurück und ich bin schon gespannt, was sich bis dahin hier im Forum alles getan hat.

Liebe Grüsse
Beate
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Hallo Beate,

schade, da war die lange Reise doch schnell wieder vorbei... Aber ihr hattet eine tolle Zeit!

Schade, dass die Mietstationen in den Northwest Territories geschlossen haben. Da schien es sich wohl nicht zu lohnen...

Wünsche dir/euch nochmals viel Spaß bei der "Überführung" - morgen geht es ja schon los.
Und wenn du Anfang Juni wieder da bist und hoffentlich das Forum mit einem neuen Reisebericht "fütterst" ( ;D ), bin ich schon bald unterwegs in den hohen Norden. ;-)

Viel Spaß, schöne Erlebnisse und gute Erholung und bis bald
Bootie


Titel: Re: Herbstreise in den Hohen Norden, Sept. 2016
Beitrag von: BeateR am 04/30/18 um 12:11:00

[quote author=Bootie link=board=19&num=1522600580&start=60#62 date=04/30/18 um 12:00:42]

Und wenn du Anfang Juni wieder da bist und hoffentlich das Forum mit einem neuen Reisebericht "fütterst" ( ;D ), bin ich schon bald unterwegs in den hohen Norden. ;-)

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Hallo Bootie,

habe ich da was vergessen oder übersehen??? Wann und wohin bist Du denn dann unterwegs??

LG
Beate


Titel: Re: Herbstreise in den Hohen Norden, Sept. 2016
Beitrag von: Bootie am 04/30/18 um 13:41:10

[quote author=BeateR link=board=19&num=1522600580&start=60#63 date=04/30/18 um 12:11:00]
Hallo Bootie,
habe ich da was vergessen oder übersehen??? Wann und wohin bist Du denn dann unterwegs??
LG
Beate

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Hallo Beate,

weiß gar nicht, ob ich das hier geschrieben hatte? In der ersten Juni-Woche zieht es uns nach Neufundland.  ;D
Also nix mit warm oder so... ;-)

Viele Grüße und gute Reise
Bootie


Titel: Re: Herbstreise in den Hohen Norden, Sept. 2016
Beitrag von: BeateR am 04/30/18 um 13:47:39
Boah, da muss aber dann ein Reisebericht her  ;D

Das ist eine Gegend, die ich noch nicht kenne. Und deshalb bin ich super neugierig.

Ich wünsche Euch jetzt schon eine tolle Reise (und nicht zu viele Moskitos)


LG
Beate


Titel: Re: Herbstreise in den Hohen Norden, Sept. 2016
Beitrag von: Bootie am 04/30/18 um 13:55:48

[quote author=BeateR link=board=19&num=1522600580&start=60#65 date=04/30/18 um 13:47:39]
Boah, da muss aber dann ein Reisebericht her  ;D

Das ist eine Gegend, die ich noch nicht kenne. Und deshalb bin ich super neugierig.

Ich wünsche Euch jetzt schon eine tolle Reise (und nicht zu viele Moskitos)


LG
Beate

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Ui, da muss ich mich dann wohl anstrengen...  ;D

Darf ich denn hier sowas posten? Ist doch nicht Alaska... Aber ok, Kanada...  ;)
Jetzt setzt du mich aber unter Stress.  ;D

Für uns ist es auch das erste Mal in dieser Ecke. Sind schon sehr gespannt, ob es so wird wie erwartet.

Vielen Dank! Wir lesen uns aber sicher nochmal vorher.  ;)
Und an die Moskitos will ich jetzt einfach noch nicht denken...  :o

Bootie


Titel: Re: Herbstreise in den Hohen Norden, Sept. 2016
Beitrag von: North am 04/30/18 um 14:02:23

[quote author=Bootie link=board=19&num=1522600580&start=60#64 date=04/30/18 um 13:41:10]
In der ersten Juni-Woche zieht es uns nach Neufundland.  ;D

[/quote]

Wow, klingt klasse. Für wie lange?  ;D


Titel: Re: Herbstreise in den Hohen Norden, Sept. 2016
Beitrag von: BeateR am 04/30/18 um 14:04:49

[quote author=Bootie link=board=19&num=1522600580&start=60#66 date=04/30/18 um 13:55:48]


Darf ich denn hier sowas posten? Ist doch nicht Alaska... Aber ok, Kanada...  ;)

[/quote]

Hahaha, dann hätte ich meinen Reisebericht ja auch nicht posten dürfen  ;D
Aber: Norden ist Norden!!!! Da ist auch ein Reisebericht von "der anderen Seite" willkommen.

LG
Beate


Titel: Re: Herbstreise in den Hohen Norden, Sept. 2016
Beitrag von: Bootie am 04/30/18 um 17:39:14

[quote author=BeateR link=board=19&num=1522600580&start=60#68 date=04/30/18 um 14:04:49]
Hahaha, dann hätte ich meinen Reisebericht ja auch nicht posten dürfen  ;D
Aber: Norden ist Norden!!!! Da ist auch ein Reisebericht von "der anderen Seite" willkommen.

LG
Beate

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Ist auch wieder wahr!!  ;D

Grüßlis
Bootie