Alaska-Info Forum
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           Thema von: admin am 01/19/06 um 08:02:45

Titel: Oelbohrungen im ANWR
Beitrag von: admin am 08/13/01 um 17:45:03
Hallo,

was haltet ihr von dem Vorhaben der Bush-Regierung
im Arctic National Wildlife Refuge [ANWR] nach Oel zu bohren? ::)
Ist es umwelpolitisch sinnvoll oder sogar gefährlich?
Oder ist es notwendig um die USA von Ölimporten unabhängiger zu machen und neue Arbeitsplätze zu schaffen. Sind die grosse Karibu-Herde (Porcupine) und andere Tier- und Pflanzenarten
wirklich gefährdet oder ist das alles nur eine Übertreibung von Umweltschützern?
Was meint ihr? Oder sollten wir uns aus der Diskussion
heraushalten - geht uns ja eigentlich nichts an, oder?

Grüße
Ragnar


Titel: Re: Oelbohrungen im ANWR Teil I
Beitrag von: Peter Kamper am 08/15/01 um 14:19:06
ANWR....,das "Arctic National Wildlife Refuge" noerdlich der Brooks
Range,so sagte der alaskanische Senator Murkowski,ist ohne grosse
Bedeutung.Mehr Moos und Pfuetzen,Schnee und Wind, als Wild und Natur.
Das Oel,so fuhr er fort,das darunter liegt kann allerdings die USA vom
Wuergegriff der arabischen Laender retten,die jederzeit den Hahn zur
amerikanischen Oekonomie zudrehen koennen.
Mit Enthusiasmus lud er dann mehrere Senatoren im Februar 2002 zu einem
Flug ueber ANWR ein.
Alles was sie sahen war ein von Schnee bedecktes
Flachland.
"Sehen sie,meine verehrten Damen und Herren Senatoren,dies ist worueber
wir hier reden.....
Wollen sie wirklich sagen,dass sie diese oede Flaeche gegen die
Sicherheit Amerikas eintauschen wollen ?"
Selbst die Alaskaner,die wirklich in ANWR bohren wollen lachten ueber
Murkowski's Trick.Immerhin war es zu der Zeit nur fuer 2 Stunden pro Tag
hell.
Ein Herr,der FUER diese neuen Oelfelder ist sagte mir lachend:" Ich
hoffe,er ist in den 1 1/2 Stunden drueber geflogen in denen sie sehen
konnten,wie schoen weiss es ist."
=================
Ich lebe seit 18 Jahren in Alaska und habe von 1984-88 auf den
exestierenden Erdoelfeldern noerdlich der Brooks Range gearbeitet.
Die Eindruecke,an die ich mich erinnere sind Wintertage an denen
verheerende Winterstuerme mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 100 km/h
draussen tobten waehrend wir uns in im Fruehstuecksraum eines der Camps
mit unserer Ausruestung versammelten.
Wir wurden in Convoys eingeteilt um unsere Arbeitsstaetten zu
erreichen,guckten auf die jede Minute mit neuen Wind-und Kaeltedaten
gespeisten Monitoren an der Decke und eilten zurueck zu unseren Zimmern
um vielleicht eine zweite Gesichtsmaske zu hohlen oder noch einen extra
Pullover unter unsere einteiligen arktischen Anzuege zu ziehen.
Die "fast"-Sonnenauf-und Untergaenge im Winter waren wunderschoen und
man konnte sie bei klarem Wetter zwischen 13 und 14 Uhr betrachten.
Die Sonne sahen wir nie wirklich bis spaet im Februar,wenn sie langsam
am Horizont erschien.Erst nur fuer Minuten an klaren Tagen,spaeter in
ihrer vollen blutroten Schoenheit,oft verzerrt durch die treibenden
Eiskristalle,die dem gefrohrenen Eismeer eigen sind.
Es war ein Abenteuer und ich hatte Spass (oder glaube zumindest mich
daran zu erinnern,dass ich mit halbgefrohrenen Fingern Spass hatte....
:)
Das war Prudhoe Bay.
Ich war Hilfsmechaniker,Uebersetzer, Brunnenkopftechniker (toller
Name,aber ich schaufelte nur Schnee),und groesstenteils nur einfach
Arbeiter.....
Damit war es mein Job die von den ewigen Eismeerstuermen getriebene
weisse Masse irgendwohin zu schaufeln wo der Wind sie nicht wieder in
den Weg der "wirklichen" Brunnenkopftechniker trieb,versuchte schweizer
Architekten mit texanischen Elektrikern zusammenzubringen (der Trick
war,die gegenseitigen Flueche in Hoeflichkeiten zu uebersetzen :) und
half alaskanischen Mechanikern Bagger wieder in Gang zu bringen,deren
Fuehrerhaus 20 Stufen ueber dem Boden lag.Riesige Maschienen arbeiten
dort oben in der Tundra,unvorstellbar fuer den "normalen" Bauloewen...
------
Ich sage dies alles nur,damit die Leute,die wirklich nach Oel in ANWR
bohren wollen nicht denken ich sei einfach  "einer von den
Umweltschuetzern".....

+++++++++++++
Weiter geht es im zweiten Teil
----------------
Peter Kamper
Fairbanks,Alaska
kamper@mosquitonet.com
http://www.angelfire.com/de/kanualaska/


Titel: Re: Oelbohrungen im ANWR II
Beitrag von: Peter Kamper am 08/15/01 um 14:22:18
+++++++++
Fortsetzung:

Als erstes wuerde ich gerne erklaert haben,wieso wir nachts im Winter
Schmutzwasser mit Oel in die Tundra pumpten.
Haben "wir" nie getan ?
Ich als Hilfsmechaniker musste die Schlaeuche legen.....
Ganze Kettenraupen sowie viele andere Dinge sind
nach Zeugenaussagen zwischen 1974 und 1988 in der Tundra vergraben
worden.
"Eine Raupe,die du nicht mehr brauchst hat ihr eigenes Loch gegraben,ist
reingefahren und eine andere Raupe hat es zugeschuettet.Es war einfach
etwas,das ueber die Steuer verrechnet wurde.Totalverlust.....",so
erzaehlten mir einige Veteranen Prudhoe Bay's...
Vielleicht vergraebt man keine Raupen mehr,aber ueberall passieren
Unfaelle und die Nachtschichten pumpen mit grosser Wahrscheinlichkeit
immer noch "Wasser" (ich denke man weiss was ich meine.....) in die
Tundra und unters Eis.
Dies ist wie Dinge oft ablaufen.
Falls ein Fall so dramatisch wird,dass er wirklich an die Behoerde
gemeldet werden muss,wird wahrscheinlich jemand gefeuert....,aus reiner
Ruecksicht gegenueber der Natur.
============
Nun aber zum wirklichen Thema....:
Die meisten Alaskaner wollen ANWR geoeffnet haben.
Viele von uns "brauchen" (haha) das Geld und wir haben jede Menge
Tundra.So zumindest verlaeuft die Logik so.
Ausserdem gibt es keine Strasse zu ANWR und damit koennen wir nicht
wirklich dort ohne Buschflugzeuge jagen.
Klar ist es flach und oede bis die Porcupine-Herde das Gebiet
bezieht,aber wir denken an Jobs und das Geld,das der Staat durch neue
Steuern bekommen kann.
Deutschland schreckte nicht davor zurueck,den letzten Baeren zu
schiessen und in diesem Sinne gibt es auch hier eine Politik des
Volkes,die nicht davor zurueckschreckt den letzten Tropfen Oel aus dem
Boden zu hohlen.
(Ok,ein weithergehohlter Vergleich,....aber...:)
=========
Selbst Amerika weiss,dass Bush ein Handlanger der Oelindustrie ist.Viel
haben dies erst nach der Wahl wirklich herausgefunden.
Er macht allerdings neuerdings kein Hehl daraus.
Die Gewerkschaften,deren Kraft unumstritten ist sind ebenfalls fuer die
Oeffnung ANWR's am kaempfen um Arbeitsstellen zu beschaffen.
Viele Senatoren werden ihr Herz "der Stimme des Volkes",naemlich den
Gewerkschaften,preisgeben,und die Frage ist eigendlich nur,wann ANWR
geoeffnet wird und nicht ob es geoeffnet wird.
Leider,leider,leider....ist dies die Wahrheit.
Dinge waeren anders verlaufen,wenn Gore Praesident geworden waere.
Er haette auch das internationale Umweltschutz-Abkommen unterzeichnet.
Aber.....
----------------
Nun zu meiner persoenlichen Meinung:
Ich sehe keine Moeglichkeit,die Oeffnung ANWR's zu verhindern,allerdings
sehe ich eine Moeglichkeit dies zu verzoegern.
Neue Erfindungen im Bereich der Erdoelbohrungen werden fast monatlich
bekannt gegeben und solange
die Oeffnung verzoegert wird,solange werden neue umweltfreundlichere
Methoden erfunden werden.
Ein Erdoelvorkommen von der Groesse,die in ANWR vermutet wird,wird ohne
Zweifel von einem Land,das energiehungriger als jeder andere Staat
dieses Planeten ist ausgenuetzt werden.
In dieser Hinsicht mache ich mir keine Hoffnungen,
zumal die offizielle alaskanische Politik der Idee gegenueber positiv
eingestellt ist.
Aufhalten,diskutieren,neue scharfere Regelungen und Aufpasser,Auflagen
und Gesetze sind fuer mich persoenlich die einzige Hoffnung ANWR intakt
zu halten.
Dies ist,worauf ich hoffe....
Manche moegen sagen,dass ich einfach kapituliere....,denn eigendlich
will ich keine Bohrtuerme in ANWR sehen.
In meinen Augen allerdings kann ich nur dafuer kaempfen den Missbrauch
dieser wunderbaren Ebene lang genug hinaus zu zoegern damit der Senat
und Alaska Zeit hat mehr Gesetze zu machen und das die Technologie
ausgefeilter wird.

+++++++++++++
Weiter geht es im dritten Teil
----------------
Peter Kamper
Fairbanks,Alaska
kamper@mosquitonet.com
http://www.angelfire.com/de/kanualaska/


Titel: Re: Oelbohrungen im ANWR III
Beitrag von: Peter Kamper am 08/15/01 um 14:23:35
++++++++++
Fortsetzung:

Werden Oelbohrungen in ANWR die Karibous der Porcupine-Herde in
irgendeiner Weise beeinflussen ?
"Natuerlich nicht.....!",sagt Bush und haelt das Photo hoch,das drei
Karibous unter der Alaska Pipeline zeigt.
Der alaskanische Senator Murkowski haelt das selbe Photo bei einer
andern Veranstaltung hoch und verdammt die "New York Post",die eine
Eisbaerin mit zwei Jungen in einem Artikel abbildeten,der gegen die
Oelbohrungen in ANWR war.
Seine Detektive fanden heraus,dass das Photo 50 km oestlich von ANWR
geschossen wurde.
"Laecherlich" wurde der Artikel genannt."Effekthascherei....!"
Als ob es 50 km oder sogar 500 km weiter westlich keine Eisbaerinnen
geben wuerde!!!!
Politiker........
================
Vor Jahren sass ich in einer kleine Huette am Dalton Highway in der
Brooks Range und ein Trapper,der fast sein gesammtes Leben in der Arktik
verbrachte,und den Bau der Trans-Alaska Pipeline miterlebt hatte
erzaehlte vom ersten Herbst als die Caribous die Pipeline fanden,als sie
nahe Adigun Pass ueber die Berge gegen Sueden zogen:
"Schnee war an dem Tag gefallen und ich wusste,dass die Karibou bald
ueber die Berge kommen mussten.Trucker (Lastwagenfahrer) hatten schon
vor Tagen erzaehlt,dass die Tiere auf der anderen Seite der Brooks Range
in die Berge zogen.
Das erste Tier,das kam war eine alte Kuh.Herden werden immer von den
erfahrensten Kuehen geleitet.
Sie kam den Seitenpass hinunter,den ein Grossteil der Herde jedes Jahr
nimmt und stand ploetzlich vor der Pipeline.
Die gesamte Vorderfront der Herde,ungefaehr 150 Tiere,stoppte hinter
ihr.
Ich erinnere mich noch heute,wie sie seitwaerts trabte um Wind von der
Sache zu kriegen,zu schnauben anfing und nach ungefaehr 15 Minuten
umdrehte und den Pass hoch wieder gegen Norden verschwand.
Sie trabte durch die Herde den Pass hoch und 150 Tiere kehrten um.
In dem Jahr sahen wir kaum ein einziges Karibou im Umkreis von 100 km.
Keiner weiss,wo sie hingingen.Obwohl wir in spaeteren Jahren wieder
Karibou hatten sind die grossen Herden,die in alten Tagen durch unser
Tal trabten lange verschwunden.
Keiner kann mir erzaehlen,dass die Pipeline den Karibous ueberhaupt nichts
ausmacht......."
==============
Das Oel wird gefoerdert werden.
Die Frage ist nur "wann".....und "wie".
Um so spaeter,um so besser.

Peter Kamper
Fairbanks,Alaska
kamper@mosquitonet.com
http://www.angelfire.com/de/kanualaska/


Titel: Re: Oelbohrungen im ANWR
Beitrag von: Mona am 09/01/01 um 17:08:49
Hallo,

ich finde gut, dass Du dieses Thema ansprichst, und ich finde vor allem den Schlußsatz meines Vorredners gut:

>Das Oel wird gefoerdert werden.
>Die Frage ist nur "wann".....und "wie".
>Um so spaeter,um so besser.

Leider ist es offensichtlich so, dass eine der letzten ursprünglichen Landschaften der Welt auch noch geopfert werden muss.

Weitere Informationen zum Thema findet Ihr auf folgenden Seiten:

http://de.news.yahoo.com/010827/12/1wk64.html

und im Topthema vom 6.8.2001 bei
http://www.clickfish.com/kanada. Dort geht es um die Karibuherde im Norden Alaska und Kanadas, die davon betroffen sein wird. Auf der Seite gibt es weitere Links zum Thema.

Gruss,
Mona  


Titel: Re: Oelbohrungen im ANWR
Beitrag von: admin am 04/18/02 um 21:08:40
Meldung von heute:


Der US-Senat hat am Donnerstag gegen den Plan von Präsident George W. Bush zur Ölförderung in einem Naturschutzgebiet in Alaska gestimmt.
...damit lehnte die Kammer den Teil von Bushs Energiegesetz ab, das die Erschließung von Vorkommen in dem Arctic National Wildlife Refuge (ANWR) ermöglicht hätte.


Ich kommentiere die Meldung nicht  :-X

RNR


Titel: Re: Oelbohrungen im ANWR
Beitrag von: Mona am 04/18/02 um 21:21:42
Danke für die gute Nachricht, Ragnar. Aber mal abwarten , wie lange das anhält.

Gruss,
Mona


Titel: Re: Oelbohrungen im ANWR
Beitrag von: admin am 04/18/02 um 22:14:08
Hi Mona,

tja ich glaube da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen... Ob Bush so leicht aufgibt?

Gruss
Ragnar


Titel: Re: Oelbohrungen im ANWR
Beitrag von: Mona am 04/18/02 um 22:26:49
Kann ich mir eigentlich auch nicht so recht vorstellen. Obwohl er jetzt ja - verständlicherweise - mit anderen Dingen beschäftigt ist.

Gruss,
Mona


Titel: Re: Oelbohrungen im ANWR
Beitrag von: admin am 04/26/02 um 14:16:46

Für ihren Kampf gegen Ölbohrungen in Alaska sind drei Umweltschützer mit dem diesjährigen Goldmann-Preis ausgezeichnet worden.
Die drei Alaskaer Jonathon Solomon, Sarah James und Norma Kassi sind Gwich'in-Indianer und leben in dem von der Ölförderung bedrohten Arctic National Wildlife Refuge...

Hier noch ein Link zu den Gwich'in-Indianern:
[url]http://www.alaska.net/~gwichin/[/url]


gruss
ragnar


Titel: Re: Oelbohrungen im ANWR
Beitrag von: Girlie16 am 09/13/03 um 12:25:57
Ich finde es nicht dut,das dort gebohrt werden soll!Wenn er (George W.Bush) meint irgendwo nach Öl graben zu lassen, dann soll er das in seinem Garten machen oder dort, wo er nicht so viel zerstören kann!!!!  >:(  Man sollte ihm mal gewaltig in den A**** treten,damit er mal wieder auf den Boden kommt!!


Titel: Re: Oelbohrungen im ANWR
Beitrag von: Oli am 09/13/03 um 14:00:04
Hallo Ich finde es nicht gut das dort nach öl gebohrt werden soll.Die Menscheit ist für mich das dümmste Lebewesen wir zerstören immer selbst unseren Lebensraum ,ich glaube nicht daran das die masse der Menschen dies je Kapiert .Für mich ist gibt es keine Rechtfertigung dort nach Öl zu Bohren . Das Bush dafür ist ist klar weil die Industrie natürlich dahinter steht.Aber menschen sollten kapieren das es nicht wert ist die Umwelt zu zerstören,aber ich habe da wenig hoffnung. Ich hoffe natürlich das dies gestoppt wird . Die Natur ist einfach zu einzigartig und zu schön um sie zu zerstören,und ich bin froh das es angagierte Naturschützer gibt die versuchen die Natur und damit uns zu retten. Ich könnte mich darüber noch lange aufregen aber das Forum hat warscheinlich nicht genug Platz dafür.
Also Ende ich hier  Mfg Oli


Titel: Re: Oelbohrungen im ANWR
Beitrag von: Alex am 02/22/04 um 15:15:12
ich hoffe das es noch eine Weile dauert bis eine Entschiedung getroffen ist.
In der neuen GEO ist ein, wie ich finde, ziemlich interessanter Bericht zu dem Thema.


Titel: Re: Oelbohrungen im ANWR
Beitrag von: admin am 09/21/04 um 14:57:03

Die größten Ölreserven und 750 000 neue Jobs

Der überwiegende Teil der Bewohner Alaskas ist für eine Nutzung der Öl- und Gasreserven an der Küste von ANWR. 10 Gründe sollen nach Angaben von "Arctic Power", einer Interessensgemeinschaft  Alaskas , dafür sprechen:

-  8 Prozent des Naturreservats ANWR sind nur betroffen.

- Alaska hat grosse zusätzliche Einnahmen.

- Bis zu 750 000 neue Arbeitsplätze werden geschaffen.

- Viele amerikanische Bundesstaaten profitierten  von dem Projekt. Der wirtschaftliche Nutzen des  vergleichbaren North-Slope-Ölfelds zwischen 1980 und  1994 lag bei 50 Milliarden Dollar.

- Nur in Alaska gibt es größere Ölreserven.

- Die Produktion am North-Slope-Ölfeld ist wieder gesunken.

-  Öl- Importe werden immer teurer.

- Es gibt keine schlechten Auswirkungen auf die Umwelt.  Die Zahl der Elche/Karibus ist trotz Ölproduktion stetig gestiegen.

- Allerneueste Technologien schonen die Umwelt.

- 75 Prozent und mehr der Alaskaner befürworten das Vorhaben.

Weiter:

[url]http://www.faz.net[/url]


Titel: Bush will mehr Oel
Beitrag von: admin am 11/17/04 um 18:32:59

Die Regierung der USA nimmt einen neuen Anlauf auf die Genehmigung der Ölförderung im ANWR. "Es ist eine der ersten Sachen, die wir nächstes Jahr in Angriff nehmen", erklärte ein Mitarbeiter des US-Energieministers S. Abraham. Einige der neu gewählten Senatoren hätten bereits ihre Zustimmung signalisiert, erklärte Abraham vergangene Woche ...

der ganze Artikel unter [url]http://www.taz.de[/url]

Infos zum Schutz :[url]http://www.savearcticrefuge.org/[/url]


Titel: Re: Oelbohrungen im ANWR
Beitrag von: Frankenstein (Gast) am 11/18/04 um 13:19:42
hi,

weit weniger als die genannte zahl von alaskaner befürwortet die bohrungen. das ist propagande vom feinsten !
wahr ist aber das die meisten befürworter in den lower 48 leben. logisch, denn die haben kein "wild life" mehr und kümmern sich einen dreck um alaska !

wo sollen denn die 750,000 stellen geschaffen werden ?
natürlich auch in den lower 48 - in alaska wird nur gebohrt und gefördert werden, veredelt und weiterverarbeitet wird dann woanders. in alaska leben heute "nur" knapp 650,000 menschen. jeder von denen müsste dann einen job bekommen ? oder verdoppelt sich die einwohnerzahl in alaska mal locker ?

die amerik. ölreserven sind hinter schloss und riegel. die bush administration hat weit mehr gebunkert als sie uns glauben machen will. die gründe hierfür sind die durchsetzung von politischen und wirtschaftlichen interessen. es geht hier nur darum, dass sich einige firmen wieder die taschen füllen können auf kosten der natur, die diese menschen nicht interessiert.

ich bin nicht der meinung dass man nichts tun kann.
siehe http://www.alaska.net/~gwichin/

HELFT MIT !!!!


Titel: Oelbohrungen genehmigt
Beitrag von: admin am 01/16/05 um 00:21:36

... die amerikanische Bundesbehörde für Landnutzung habe korrekt gehandelt, als sie 2003 das nordwestliche Drittel der "National Petroleum Reserve" zur Erschließung freigab. Die Auswirkungen auf die Umwelt seien damals berücksichtigt worden.

Mit diesem Urteil ist ein Moratorium auf die Förderung in dem Gebiet aufgehoben.

Fast 54 Millionen Dollar hatten Ölfirmen für die Bohrrechte in dem Gebiet ausgegeben. Die Bush-Regierung bemüht sich aktuell  auch um eine Bohrgenehmigung für das ANWR

admin


Titel: Kampf um Öl
Beitrag von: admin am 03/11/05 um 12:40:25
Die Republikaner wollen das Naturreservat (ANWR) endlich zur Ölförderung öffnen. Umweltschützer und Ureinwohner Alaskas protestieren. Der seit 18 Jahren dauernde Kampf um das Naturschutzgebiet geht jetzt in die heiße Phase.

Bush, Spross einer Öl-Dynastie und von der Industrie im Wahlkampf kräftig unterstützt, steht wie die Regierung von Alaska voll hinter den Öl-Förderplänen. «Wir sollten die...

[url]http://www.naumburger-tageblatt.de/ntb/ContentServer?pagename=ntb/page&atyp
e=ksArtikel&aid=1110184649041&openMenu=1013016724415&calledPageId=1013016724415&
listid=1018881578341[/url]

admin


Titel: Re: Oelbohrungen im ANWR
Beitrag von: jschaetzlein am 03/11/05 um 15:08:30
hi,

guter artikel, der dem geneigten leser vor augen führt wie man mit worten alles verharmlosen kann. interessant ist auch der satz in der bildunterschrift:

*******
Der Aussichtspunkt "Meile 8" nördlich von Fairbanks (Archivfoto vom Juni 2002) ist einer der wenigen Punkte, an denen die streng bewachte Trans-Alaska-Pipeline öffentlich zugänglich ist.
*******

800 meilen pipeline werden streng bewacht ?  von wem ? mir ist da noch nie jemand aufgefallen...
aber die pipeline wird elektronisch überwacht, sodass lecks rasch entdeckt werden.
Am 4.10.2001 traten verursacht durch ein "Bullet Hole", am MP400 ganze 6.800 bbl crude oil aus.
(1 bbl ~ 119 liter).

wen das thema interessiert sollte sich auch mal die seite von den befürworter anschauen.
http://www.anwr.org/power.htmsehr interessante auslegungen zu dem thema und ein paradebeispiel von propaganda arbeit !!


Titel: Sieg für Bush
Beitrag von: admin am 03/17/05 um 11:14:47

Der US-Senat hat das Bohren nach Erdöl und Erdgas in einem arktischen Naturschutzgebiet in Alaska genehmigt.

Umweltschützer kämpfen seit Jahrzehnten gegen die Öffnung des Gebiets für Ölbohrungen.


Umweltschützer wollen nicht aufgeben

Umweltschützer kündigten an, weiter für die Bewahrung des Gebiets zu kämpfen.
admin


Titel: Re: Oelbohrungen im ANWR
Beitrag von: Gast (Gast) am 03/18/05 um 15:33:02
hey
ich kenn mich leider mit diesem thema nicht so gut aus, aber was sagen den die einwohner von alaska zu der ganzen ölbohrsache??

glauben die wirklich das es bei den 8 % (warn doch so viel prozent oder?) bleiben wird, wenn bush mitbekommt das da wirklich was zu holen gibt, wird es doch nicht dabei bleiben....
und ich denke das bush bestimmt nicht darin interessiert ist alaska zufördern, sondern dann doch die leute " in seinem" land (also der rest von der usa) unterstütz mit den neuen jobs etc.?

wie sieht es denn wirtschaftlich in alaska aus?? gibt es denn viele arbeitslose?

was passiert mit alaska, wenn es "ausgeschöpft" ist??alaska war immer ein symbol für freiheit, wildnis, natur...was wenn es wirtschaftlich ausgebeutet ist und die natur zerstört, welchen wert hat es dann noch??für das land und die menschen darin....


Titel: Re: Oelbohrungen im ANWR
Beitrag von: admin am 09/19/05 um 19:55:22
Ende September wird im US-Senat über den Antrag zu den ÖlBohrungen entschieden.
Wenige Inuits und Gwich'in-Indianer bewohnen dieses Gebiet. Eisbären, Grizzlys, Moschusochsen, Wölfe und  Karibus haben im ANWR, einem der größten Naturschutzgebiete weltweit, ihren Lebensraum.

Der Reporter ist nicht willkommen im Arctic Village. Auf einem Schotterweg geht er durch das Dorf...

der ganze Artikel :
[url]http://www.welt.de/data/2005/09/14/774521.html[/url]

admin


Titel: Re: Oelbohrungen im ANWR
Beitrag von: bearrudy am 09/26/05 um 20:30:34
hallo ihr

wer mal über den atigun pass gefahren ist weiss wie wunderschön die gegend ist. wie wertvoll für die natur.
viele eisbärinnen haben im costal anwr ihre dens wo sie ihre jungen zur welt bringen. kaktovik ein neues prudhoe bay .... nicht auszudenken was dies für die natur für auswirkungen hätte. wenn auch schwarz und braunbär mit dem menschen zusammen zu "managen" ist, ist der eisbär nicht zu "handeln". das ganze projekt hätte schlimme folgen für die sowieso kleine eisbärenpopulation alaskas.

nachher die überwinterungs und calvingrange der porupine herde würde schlimm sein. die fall migration route der bowheadwales - bedroht ...... die gwitch'in und die inupiat auch wenn sie immer grimmig dreinschauen - sklaven der ölindustrie ....

in deadhorse tankt mann/frau mit einer matte unter dem tankdeckel dass ja kein benzin oder öl auf den tundraboden tropft, PR-stuff sage ich - sonst gäbe es keinen oilspillhill am dempsterhighway.

versucht die sache mal mit den augen eines menschen zu sehen der nicht wie ihr vom süden her kommt sonder von norden her. die sich die karge landschaft gewöhnt sind. die nicht die klägliche plasiktwelt von all den ladenketten kennen. er würde den finger an die stirne halten.



ich hoffe dass der jetztigen administration wegen dem versagen im krisenmanagement ruth und kathrina recht ans bein gepi... wird und sie schnell abgelöst werden. leider passiert vermutlich das gegenteil den die beiden stürme sind für das anwr politisch sehr sehr schlecht.

check out www.wwbphoto.com und ihr werdet sehen wie schön die region ist

noch ein andere paar links

www.gwichinsteeringcommittee.org
www.alaskawild.org/takeaction_arctic.html
www.savearcticrefuge.org
savethearctic.com

take care folks und herzliche grüsse

bearrudy


Titel: Oelbohrungen - Nicht alle Bewohner sind dagegen
Beitrag von: admin am 09/28/05 um 22:29:31

Das Geld ist auch im Arctic Village ein Thema

Doch Geld ist durchaus ein Thema. Etliche Einwohner im Arctic Village sind arbeitslos und leben von der Sozialhilfe. Es gibt kein fliessendes Wasser, alle Güter sind doppelt so teuer wie anderswo....


mehr:

[url]http://www.sonntagszeitung.ch/dyn/news/wissen/543486.html[/url]

[Zusammenfassung des Welt-Artikels]


admin


Titel: Re: Oelbohrungen im ANWR
Beitrag von: admin am 11/04/05 um 09:59:05
Senate supports drilling in ANWR
Budget measure still must clear House, faces hurdles

The Senate voted 52-47 today for a budget bill that includes drilling in the Arctic National Wildlife Refuge.



The Senate bill would make $39 billion in cuts over five years.


Titel: Re: Oelbohrungen im ANWR
Beitrag von: admin am 11/10/05 um 23:40:51
Ölbohrpläne in Alaska vorerst gescheitert

Bush ist mit seinem Vorhaben vorerst gescheitert, ein Naturschutzgebiet in Alaska für Ölbohrungen zu öffnen. Republikanische Führer im Repräsentantenhaus strichen die Pläne am Mittwochabend aus dem Haushaltsentwurf.
 

admin
neverending story....


Titel: Re: Oelbohrungen im ANWR
Beitrag von: admin am 12/19/05 um 19:30:25
und weiter gehts....:

Das Abgeordnetenhaus der USA hat den Weg für die seit Jahren umstrittene Ölbohrungen im ANWR freigemacht. Die Führung der Republikaner erreichte die Zustimmung von parteiinternen Kritikern und einigen Demokraten am Mittwoch durch ein besonderes Verfahren: Die Zulassung der Ölbohrungen wurde mit der Bewilligung von Ausgaben des Verteidigungsministeriums verknüpft...

admin


Titel: Re: Oelbohrungen im ANWR
Beitrag von: admin am 12/22/05 um 20:24:23
und jetzt so....:


Senat kippt Ölbohrung in Alaska
Die Republikaner von US-Präsident Bush sind im Senat mit ihrem Vorhaben gescheitert, das ANWR- Naturschutzgebiet für Öl- und Gasbohrungen zu öffnen. Der Antrag scheiterte am grossen Widerstand der  Demokraten.

admin


Titel: Re: Oelbohrungen im ANWR
Beitrag von: isis am 12/23/05 um 07:55:31
Hallo,
gestern hat der amerikanische Senat die Oelbohrungen bis auf weiteres blockiert.Das heisst, in der verbleibenden "Bush-Zeit" wird im ANWR wohl nicht gebohrt.
Das Problem wird damit zwar nicht gelöst aber zumindest verzögert.

Isis


Titel: Oelbohrungen in Alaska
Beitrag von: admin am 01/14/06 um 11:33:02
Das Innenministerium der USA hat neue Öl- und Gasbohrungen in Alaska genehmigt. Das frei gegebene Marschland liegt in der Nähe des Teshekpuk-See. In der Nähe befindet sich ein Naturschutzgebiet, das nach dem Willen der Regierung ebenfalls den Ölkonzernen geöffnet werden soll - der Senat lehnte dies im Dezember vergangenen Jahres jedoch ab.



admin


Titel: Re: Oelbohrungen im ANWR
Beitrag von: Baumjoe am 01/16/06 um 17:32:49
Hallo zusammen,

grundsätzlich bin ich auch dafür, dass die calving grounds und damit die Porcupine Karibuherde geschützt werden. Doch gerade als jemand der einmal jährlich über den Teich fliegt und sowohl dort als auch in Deutschland viel mit dem PKW fährt kann ich nicht einfach sagen „Nee, im ANWR darf nicht nach Öl gebohrt werden, holt das mal irgendwo anders aus dem Boden, wohin ich nicht in Urlaub fahre!“.

Ich denke, dass dort ein Kompromiss ähnlich wie bei der Alaska-Pipeline gefunden werden sollte, das Öl aus dem Boden zu holen, ohne dass die calving grounds aufgebrochen werden. Ich bin kein Fachmann, aber schließlich haben die Amis Menschen auf den Mond geschickt und sollten auch für dieses Problem eine technische Lösung finden können. Insofern stimme ich Peter Kamper zu, dass es so wie es jetzt geplant ist verhindert werden soll, bis eine für beide Seiten zufrieden stellende Lösung gefunden werden kann.

Deshalb finde ich den Ansatz der Gwitchin Bohrungen dort kategorisch abzulehnen so falsch. Hier ein paar Infos über die Gwitchin, die ich beim Paddeln auf dem Porcupine und in Old Crow fest gestellt habe:
·      Viele von ihnen wohnen gar nicht mehr dort, sondern arbeiten in Whitehorse oder Dawson und fliegen nur zur Jagd hin
·      Sie fahren mit Motorbooten über den Porcupine, warten am Ufer, trinken Whisky oder Bier, knallen die Karibus ab, wenn sie im Fluss schwimmen (das galt zu früheren Zeiten als verpönt) und sammeln sie nachher ein; abends geht es dann wieder zurück zum Haus in Old Crow, da man dort ja Elektrizität hat, die von einem Diesel-Kraftwerk im Ort stammt
·      Es ist richtig das früher das ganze Karibu verwertet wurde, mittlerweile wird von vielen jedoch nur noch das Fleisch mitgenommen; ich selbst habe am Ufer zahlreiche Felle verwesen sehen
·      in Old Crow wird mit Autos, ATV’s und Schneemobilen herum gefahren, die alle Öl brauchen

Fakten, die die Gwitchin nicht abstreiten können:
·      viele fliegen verbilligt mit der Air North für ein Wochenende nach Dawson um im Spielcasino und den Kneipen einen drauf zu machen
·      wenn Karibus den Fluss überqueren schießen sie so viele wie möglich, es gibt keine Kontingentierung; sie sagen, dass eine Kontingentierung für sie nicht in Frage käme, weil sie Ureinwohner wären; nun, ich bin auch Ureinwohner von Deutschland und darf trotzdem nicht einfach auf alles im deutschen Wald schießen; außerdem gibt es – zumindest im Yukon – durch die gute ärztliche Versorgung mehr Gwitchin als je zuvor und durch Hochgeschwindigkeitsgewehre mit Zielfernrohren schießt jeder von ihnen mehr Karibus als früher
·      oftmals werden Tiere angeschossen und verenden qualvoll und sinnlos; eine Verfolgung dieser Tiere gibt es nicht
·      die Vuntut Gwitchin halten über 40 % der Aktien der Yukon Fluggesellschaft Air North und die haben keine Segelflieger
·      die Gwitchin sind wirtschaftlich nicht mehr von den Karibus abhängig, wohl aber ist ihre Kultur noch darauf ausgerichtet, doch dafür braucht muss man nicht so viele Karibus schießen
·      in den NWT wird Karibufleich von ihnen kommerziell verkauft

Berichte, die ich im Yukon gehört habe, von deren Wahrheitsgehalt ich aber ziemlich überzeugt bin:
·      vor einigen Jahren wurden am Dempster Highway etwa zwei Dutzend mit automatischen Gewehren hin gemetzelte Karibus gefunden. Es war ein Häuptling der Gwitchin gestorben und zum traditionellen Potluck war Karibufleisch notwendig; zu dem Zeitpunkt galt jedoch ein einwöchiges Jagdverbot, weil gerade erst die ersten Tiere – die Scouts – der Herde durch zogen; das Jagdverbot wurde unter anderem vom Pocrupine Caribou Managament Board angeregt, an dem die Gwitchin maßgeblich beteiligt sind; trotzdem wäre es wohl genehmigt worden, wenn für dieses Potluck ein oder zwei Tiere geschossen worden wären; als diese jedoch ohne Genehmigung geschossen wurden, gab es großes Geschrei; nur um zu zeigen, dass es ihre Karibus wären und sie mit ihnen machen könnten was sie wollten, metzelten einige Gwitchin die zwei Dutzend Karibus nieder und ließen sie verrotten
·      im letzten Jahr sollen alleine von den Gwitchin in Old Crow nicht 500 sondern 5000 Karibus geschossen worden sein
·      die Schlittenhunde von Old Crow und wahrscheinlich den anderen Gwitchin-Dörfern fressen hauptsächlich Lachs und Karibufleisch


Es wird immer wieder von den Indianern gesagt, was die Weißen ihnen alles genommen haben (was nicht abzustreiten ist), aber nie, was ihnen alles gebracht worden ist. Wenn die Indianer auf alle modernen Errungenschaften wie Auto, Gewehre, Fernsehen, Telefon usw. verzichten würden, könnten sie ihre Forderungen zu Recht stellen, aber ich glaube nicht, dass sich 10 % von ihnen dafür aussprechen würden.

Eine Bedrohung der Porcupine Karibuherde durch Ölbohrungen in den ANWR ist auf jeden Fall da, aber die größere Bedrohung der Herde geht meiner Meinung nach vom Verhalten der Indianer aus.


Viele Grüße

Baumjoe


Titel: Re: Oelbohrungen im ANWR
Beitrag von: jschaetzlein am 01/17/06 um 09:56:03
hallo baumjoe,

sehr interessanter beitrag...

allerdings bin ich mir nicht ganz sicher worum es dir dabei genau geht.
wir alle sollten froh darüber sein, dass eine kleine minderheit sich gegen die pläne einer regierung und einer mächtigen lobby der ölkonzerne stellt.

warum denkst du es ist falsch seine meinung zu äussern und diese kategorisch zu vertreten ? ich denke es ist konsequent eine position einzunehmen und diese auch  gegen wiederstand zu verteidigen.

als ureinwohner amerikas (und dazu gehört auch alaska) wurden den natives übel mitgespielt. aus dieser schuld heraus leitet sich ein anspruch ab, den sie meines erachtens verdient haben. das sie davon gebrauch machen kann man  ihnen nicht verübeln. das darüberhinaus einige clever waren und die reperationszahlungen investiert haben ist kapitalismus und vollkommen legitim.

sicherlich hast du recht, einige von ihnen benehmen sich daneben, allerdings trifft das in gleichem masse auch für die "eingewanderten" alaskaner zu. jeder der in alaska lebt oder lebte weiss das auch. die dummheit von menschen beschränkt sich nicht auf die gwitchins.

ich kenne auch viele geschichten, deren wahrheitsgehalt fragwürdig  ist, deshalb können sie nie gegenstand bei der  beurteilung von menschen sein, die man auch nicht alle über den gleichen kamm scheren darf.l

eine diskussion über den sinn und unsinn der ölbohrung im ANWR kann nur fakten orientiert sein - die lebensweise der gwitchin, deren vorlieben und verfehlungen haben da allerdings nichts mit zu tun.

gruß
js


Titel: Re: Oelbohrungen im ANWR
Beitrag von: Baumjoe am 01/17/06 um 17:11:27
Hallo js,

mit meinem Beitrag wollte ich nur darstellen, dass es nicht nur schwarz und weiß sondern auch grau gibt. Eben nicht nur die „bösen“ Ölkonzerne und die „guten“ Indianer. Und außerdem, dass wir unser Verhalten als Ölverbraucher bedenken sollten.

Ich habe nicht geschrieben, dass es falsch ist seine Meinung zu haben und die kategorisch zu vertreten, sondern dass ich die kategorische Ablehnung der Ölbohrungen nicht richtig finde. Das ist jetzt keine Haarspalterei sondern schon ein großer Unterschied. Die gemeinsame Suche nach einem Kompromiss erleichtert das Zusammenleben.

Den Anspruch der Indianer auf „Reparationen“ stelle ich ebenfalls nicht in Frage, nur wird es meiner Meinung nach mittlerweile übertrieben. Aber ein Unternehmen zu betreiben, das viel Öl verbraucht, Bohrungen im ANWR dagegen abzulehnen ist meiner Meinung nach genauso eine Farce wie die des Vatikan, Geburtenkontrolle durch Kondome abzulehnen, gleichzeitig aber Anteile an einer Firma zu halten, die Kondome herstellt.

Zu den „eingewanderten“ Alaskanern: Damit meinst du doch sicherlich auch die Natives, die vor rund 20.000 Jahren (oder mehr, je nach Wissenschaftler) über Sibirien nach Amerika einwanderten. Das übrigens in drei Wellen und jede neue Welle hat die vorherige in andere Regionen gedrückt und das nicht etwa friedlich! Nichts anderes ist bei der „Einwanderung“ der Weißen passiert. Natürlich war das nach heutigem Empfinden Unrecht, aber ist es mit einem neuen Unrecht wieder gut zu machen?

Die Lebensweise der Gwitchin und ihre Auswirkung auf das Leben der Porcupine Karibuherde ist ein Fakt. Außerdem bringen sie diese ja als Argument in die Diskussion ein, so dass man auch darüber diskutieren sollte. Und ich schere auch nicht alle über einen Kamm, sondern habe in meinem Beitrag mehrmals von „viele“ und „einige“ geschrieben.

Das alles ist natürlich meine Meinung und ich gestehe dir und anderen natürlich eine eigene, andere Meinung zu diesem Thema zu.


Viele Grüße

Baumjoe


Titel: Re: Oelbohrungen im ANWR
Beitrag von: jschaetzlein am 01/17/06 um 20:35:36
hallo baumjoe,

du hast recht, jeder hat und darf auch eine eigene meinung haben. schade ist nur das manche diese nicht kundtun, wobei doch gerade das zu unseren
demokratischen grundpfeilern gehört, nicht wahr ?

mir sind teile der argumentationslinie der gwitchin bekannt, auch die position der amerikanischen regierung ist offenkundig und die der multi-ölkonzerne
gleichfalls.

allerdings sehe ich bei diesem thema keinen spielraum für einen kompromiss. oder wie sollte so etwas aussehen ?
zumal auch die bush administration in der presse immer auf kampflinie war - logo die milliarden hätte man gut gebrauchen können.

deinen standpunkt kann ich nachvollziehen. wohl liegt denn die farce geschäftlich eine airline zu betreiben, brennstoffe zu marktpreisen zu kaufen, aber aus persönlichen
oder ethnischen gründen gegen die ölbohrungen in einem wildlife refuge zu sein ? unternehmerisches denken & handeln muss doch nicht zwangsläufig meine persönliche
einstellung wiederspiegeln ? zumal ja nicht alle gwitchin an der airline beteiligt sind, oder doch ?
worst case, hätten sie sich also ihr eigenes geschäftsmodell verbaut...

(achja und wenn die katholiken auf der welt wüssten wo der vatikan sein billiarden überall investiert hat...)

unrecht lässt sich nicht mit unrecht vergelten - da gebe ich dir ausnahmslos recht. aber die verweigerung eines kommerziellen ölbohr projekts hat wohl nicht die tragweite
wie die massiv genozid verdächtigen machenschaften der einwanderer (nach 1492) !!  
somit würde ich die ablehnende haltung der gwitchin nicht als unrecht bezeichnen...

sorry, aber für mich las sich dein beitrag hinsichtlich des "über einen kamm scheren" anders.das lag dann sicherlich an dem bekannten sender-empfänger problem.

für mich abschliessend: wir sollten uns objektiv solchen themen widmen. heute sind es die gwitchin und morgen die hessen, die für ein stück wald auf die barrikaden
gehen. aber  wenn es einer gruppe von menschen gelingt mächtigen konzernen die schranken aufzuzeigen, dass ist keineswegs bedrohlich, ganz im gegenteil...

gruß

js


Titel: Re: Oelbohrungen im ANWR
Beitrag von: Peter Kamper am 01/19/06 um 08:02:45
Hi Js... , baumjoe....

als erstes moechte ich sagen, dass mir die Angriffe auf die Indianer und Schreckensnachrichten ueber ihre Jagdgewohnheiten im 21. Jahrhundert nicht besonders gefallen. In vielen Gegenden sind solche Begebenheiten sehr selten.
Ja, sie passieren.
Sie werden allerdings nicht nur von vielen Natives und auch von 'Weissen' verurteilt, sondern haben auch mit dem Thema ANWR wenig zu tuen.
Wie weit wollen wir diese Linie der Argumentation treiben ? Die US Airforce hat laut Augenzeugenberichte bei Trainingsfluegen des oefteren Elche und Caribou als Zielscheiben fuer die Luft/Bodenraketen ihrer Fighterjets in Alaska benutzt.
Diese Geschichten sagt vielleicht etwas ueber die Menschheit aus, aber nichts ueber ANWR.
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ANWR wuerde von einem Presidenten (war das Nixon ?) 1960 unter Naturschutz gestellt.
Dies war kein einzelner Akt der USA sondern stand in Beziehung zu internationalen Abkommen ueber Wild, Wasser- und Landschaftsschutzgebieten in dem jedes Land Gebiete beiseite stellen sollte und dies tat. (Ja, die USA war tatsaechlich ein bischen mehr auf 'Natur' eingestellt, bevor Bush gewaehlt wurde.)
Das ANWR Gebiet gehoehrt zum groessten Teil nicht den Indianern sondern der USA. (Deshalb Arctic NATIONAL Wildlife Refuge.)
Bush's Problem ist, dass er versuchen muss ein Gesetz zu aendern, das ein anderer President vor ihm ins Leben gerufen hat. Das ist alles......

Ob gebohrt wird oder nicht hat nichts mit den Natives oder 'Weissen' in diesem Gebiet zu tuen. Jagdgesetzueberschreitungen werden bestraft (falls man die Schweinehunde findet, ..... aber finde mal eine 80 mio.$ F 18 auf Mach 1.6 - Du glaubst doch nicht, dass die Airforce dir ueber ihre Uebungsfluege berichtet) und diese Jagdgesetzte werden sich nicht aendern.
Ist es eine Sauerei die 'Scouts' einer Karibouerde zu schiessen ? JA!
Hat es etwas mit dem eigendlichem Thema ANWR zu tuen ?
NEIN !
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Ich will mich nach meinem in 2001 geschriebenem Artikel (siehe oben) nicht unbedingt wiederhohlen, aber:
Eventuell wird das Oel gefoerdert werden.
Sicherlich wird das Erdoelvorkommen im Jahre 2100 erschoepft sein. Es ist das logische Resultat unserer Oelabhaengigkeit.
Ich begruesse allerdings jegliche Verzoegerung und jede strengere Gesetzgebung vor der Eroeffnung ANWR's.
Mit jedem Jahr um das die Bohrungen verzoegert werden, werden neue, bessere, energie- und naturfreundlichere Technologien erfunden.
Und in Hinsicht auf die Oelkonzerne:
In 10 Jahren wird eine Barrel Rohoel ca. 120 $ kosten.
Die Oelkonzerne haben Zeit.........
Nur der Energieschlucker USA wird unter seiner derzeitigen Fuehrung etwas nervoes aber kann sich noch nicht mal dazu aufraffen, das internationale 'Kyoto-Protokol' gegen Luftverschmutzung zu unterzeichnen.
Ich sehe keinen Grund, die Oeffnung ANWR's zu unterstuetzen solange die USA keine Schritte unternimmt um die Gesundheit des Planenten zu unterstuetzen.
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Zum Schluss noch eine historische Lektion:
In 1987 wollte man hier eine Oelraffinerie an der Alaska Pipeline bauen. Sie sollte in North Pole, einer kleinen Stadt 30 km sued-oestlch von Fairbanks gebaut werden. Uns wurde gesagt, dass damit unsere Benzinpreise drastisch sinken werden.
Nun gut,.... es wurde abgestimmt (wer will schon den Rauch aber der zieht ja ebenalls zu 90% mit der Hauptwindrichtung nach Suedosten ab - typisch locales Denken...)... und es wurde zugesagt.
Heute fahren fast taeglich Zuege mit Benzin nach Anchorage ab, aber unser Benzinpreis liegt immer noch weit hoeher als die in Anchorage.
Falls Leute denken, dass das Benzin in den abgelegenen noerdlichen Doerfern billiger wird weil ANWR geoeffnet wird, liegen sie absolut falsch.

Wenn es nach mir ginge, wuerden meine Tochter und mein Sohn mit ihren Kindern noch den Canning River fahren bevor dort Bohrtuerme stehen.
Nach deren Tour koennen die Oelgesellschaften ihre Strasse bauen.
Und selbst diesen egoistischen Gedanken schreibe ich nur zoegernd......

Peter